Südchinesisches Meer und das miese Spiel der USA gegen Chinas Ansprüche dort

China ist eine Weltmacht und sollte sein Land auch mit Hilfe von künstlichen Inseln verteidigen können. Hier die Skyline von Shanghai.
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Ausgerechnet die USA, die ihre Militärbasen in über 100 Jahren weltweit ausgebreitet haben, wollen einem der friedlichsten Großmächte der Welt, China, das Recht aberkennen, im südchinesischen Meer zur Landesverteidigung eine künstliche Militärbasis im Meer zu bauen. Das ist ein Skandal und eine Niederträchtigkeit.

Das wirklich widerliche an den US-Sprüchen gegen China ist: Es war doch der Westen und nicht China, der die Welt über Jahrhunderte besetzt, ausgebeutet, versklavt und Millionen Menschen in fremden Ländern aus geopolitischen Machtgründen ermordet hat.

Der Genozid lässt sich nicht auf Juden während der deutschen NS-Zeit beschränken. Vielmehr verübte der Westen im Laufe der vergangenen Jahrhunderte unzählige Genozide: an Afrikanern, Indianerstämmen, Arabern, Indern oder Asiaten. Das Mittel dazu war immer entweder Annektion oder Kolonialisation. Darin waren nicht nur die Europäer wenig zimperlich, sondern ebenso die USA, die schnell von Europa lernten.

Heute breiten die USA ihre Militärbasen von Japan über Thailand, die Philippinen, Saudi-Arabien, Deutschland bis an die russische Grenze aus.

Und so ein Land, die USA, wollen nun also in einer Art diplomatischem Krieg China – ein Land das sich über die Jahrtausende stets als Reich der Mitte gesehen hat, welches es nicht nötig hat, gegen Nachbarstaaten Kriege zu führen oder andere Länder zu unterwerfen – an der Landesverteidigung durch Mithilfe künstlicher Inseln hindern?

Schauen wir uns doch den Globus mal an, welche Länder die USA aus geostrategischen Gründen bis heute besetzt halten oder annektiert hatten – darunter sind diverse pazifische oder atlantische Inseln der westlichen Verbündeten Frankreich oder Großbritannien noch nicht einmal mitgezählt.

Am berühmtesten ist Hawaii. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die wunderbaren pazifischen Hawaii-Inseln ein unabhängiges Königreich. Dann kamen vor 115 Jahren die Amerikaner mit ihren Kriegsschiffen, überquerten von der US-Küste über 4000 Kilometer den pazifischen Ozean, stellten die regierende Königin unter Hausarrest und annektierten das Land, löschten das kollektive Gedächtnis an die einstige Unabhängigkeit in den folgenden 100 Jahren aus. Heute vergisst man vor lauter Krim-Geschrei schon, wie viele unzählige Länder der Westen bis heute annektiert und besetzt hält.

Ein kaum bekanntes Beispiel ist auch Samoa vor der australischen Küste, heute bekannt als Amerikanisch-Samoa oder Sāmoa Amelika, beziehungsweise American Samoa. Samoa war 1929 völkerrechtlich illegal von den USA militärisch besetzt und anschließend faktisch annektiert worden.

Im Zweiten Weltkrieg nutzten die USA die Inseln für kriegerische Manöver. Aus PR-Gründen nennt man Samoa heute offiziell nur als „Nichtinkorporiertes US-amerikanisches Außengebiet“. Staatsoberhaupt von American Samoa ist offiziell Barack Obama – der US-Präsident. Der Gouverneur ist letztlich lediglich eine politische Marionette der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Landeswährung ist natürlich der US-Dollar.

Die Flugzeit von Los Angeles nach Amerikanisch-Samoa vor der australischen Küste beträgt 14 Stunden, wobei das amerikanisch annektierte Staatsgebiet 7.655 Kilometer von Los Angeles entfernt ist. Das Land ist von den Landesgrenzen der USA so weit entfernt, dass man sagen könnte: Es wäre so, als ob Deutschland das 7282 Kilometer von München entfernte Peking, Chinas Hauptstadt, als deutsches Staatsgebiet deklarieren würde oder eben als „Nichtinkorporiertes deutsches Außengebiet“, um mit den Amerikanern zu sprechen.

Auch Hawaii ist nun wahrlich kein Land, das geografisch in irgendeinem Bezug zum amerikanischen Kontinent stünde: Die Distanz zwischen Honolulu auf Hawaii und Los Angeles beträgt nach Angaben des Distanz-Kalkulators timeanddate.com immerhin 4123 Kilometer bis Los Angeles an der US-Westküste. Das wäre so, als ob Deutschland noch ein Staatsgebiet in Afrika hätte – beispielsweise Nigeria. So beträgt die Distanz zwischen dem afrikanischen Land Nigeria ab der Stadt Abuja nach München 4348 Kilometer.

Ähnlich sieht es mit den Philippinen aus. Das aus Hunderten Inseln bestehende Land war über 50 Jahre von den USA militärisch besetzt gehalten worden und als Kolonie angesehen worden. Die USA brachten nach Angaben von Wikipedia über eine Millionen philippinische Bürger um.

Als die Philippinen Ende des 19. Jahrhunderts die Spanier als brutale Kolonialmacht in einem Bürgerkrieg loswerden wollten, versuchten die USA dort Fuß zu fassen und gingen sprichwortlich über Leichen (ähnlich hatten die USA es zeitgleich in Kuba gemacht). So schreibt wikipedia:

„Die USA erkannten die junge philippinische Republik nicht an und bekämpften sie im Philippinisch-Amerikanischen Krieg von 1899 bis 1902 massiv. Etwa eine Million Filipinos (20 % der Gesamtbevölkerung) kamen während dieser Zeit ums Leben, und das Land wurde zur amerikanischen Kolonie. Unterstützung erhielten die Revolutionäre lediglich vom Hongkong-Komitee, das internationale Verbindungen knüpfte und für die materielle Unterstützung der Filipinos sorgte.“

Bis heute verfügen die USA auf den Philippinen über militärische Stützpunkte und spielen in der dortigen Politik über einen entsprechend hohen Einfluss.

Ebenso schlimm agierten die USA in Vietnam: Mit dem Vietnamkrieg überzogen die USA gemeinsam mit dem Bündnispartner Frankreich über Jahre das kommunistische Land höchst kriegsverbrecherisch in den Jahren 1965 bis 1974. Damals brachten die Amerikaner mit dem heutigen NATO-Partner Frankreich nach relativ verlässlichen Statistiken mindestens 1,2 Millionen vietnamesische Zivilisten um.

Frankreich hatte unter dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle versucht seine früheren Kolonien in Indochina wiederzuerlangen und hatte deshalb mit amerikanischer Unterstützung 1945 Südvietnam besetzt. Seitdem versuchte das kommunistische Vietnam die französischen Besatzer loszuwerden, was im Vietnamkrieg Ende der 1960er Jahre seinen Höhepunkt fand. Er wurde vor allem von den USA brutal und kriegsverbrecherisch mit Hilfe chemischer Waffen – wie Agent Orange – geführt.

Bis heute wurden die Verantwortlichen im Westen nicht vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, auch nicht in Frankreich oder den USA selber.

Der Vietnamkrieg zeigt ebenso einmal mehr, welche Farce der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag leider ist. Bislang beschränkte sich der Gerichtshof im wesentlichen darauf, afrikanische oder serbische Führer anzuklagen. Zu den prominentesten Beispielen gehört Saif al-Islam Gaddafi, den Den Haag 2014 anklagen wollte. Er ist der Sohn des mit Hilfe des Westens (beziehungsweise der NATO) 2011 hingemeuchelten ehemaligen libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi. Vor laufender Kamera war Muammar al-Gaddafi durch Schützenhilfe der NATO mit Messern erstochen worden (dazu gibt es diverse YouTube-Videos).

Und so ein Land also – die USA – machen nun einen Riesen-Aufstand gegen China, da die Chinesen zur Landesverteidigung eine künstliche Inselgruppe mit Landebahnen für Militärflugzeuge gebaut haben? So haben die USA sogar Flugzeugträger in das Südchinesischen Meer geschickt.

Dass nun ausgerechnet die ehemals von den USA als Kolonie besetzt gehaltenen Philippinen gegen China vor dem von westlichen Staaten dominierten UN-Schiedsgerichtshof in Den Haag wegen der künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer klagen, ist eine Farce ohnegleichen. Es zeigt vor allem eins: Dass die weitere Verbreitung von Schiedsgerichtshöfen, die letztlich nicht staatlich sind, verhindert werden sollte. Das ist auch ein zentrales Anliegen der Gegner des „Transatlantischen Freihandelsabkommen“ (TIPP) zwischen den USA und der Europäischen Union.

Denn die USA wollen in ihrem TIPP-Abkommen mit der EU genau solche Schiedsgerichtshöfe, die nicht staatlich sind, weiter massiv ausbauen. Dann werden künftig vernichtende Milliarden-Strafen gegen europäische Konzerne, wie jene gegen VW, keine Ausnahme mehr sein, sondern Alltag.

In einem irren Verfahren hatten die US-Behörden den größten deutschen Autokonzern Volkswagen wegen eines Emissionsbetrugs zu einer Wahnsinns-Strafe von 16 Milliarden Euro verdonnert. So eine Strafe war bislang keinem US-Konzern in Europa auferlegt worden. Nicht einmal Microsoft wurde so hart von der EU bestraft, als das Unternehmen über Jahre versuchte seinen Internet Explorer als alleinigen Monopol-Browser in Windows in die Welt zu drücken. Erst die EU machte dem Internet Browser-Spuk ein Ende. Gegen Microsoft war aber nur eine EU-Strafe von etwas über 1 Milliarde Euro ausgesprochen worden. Man wollte den angeblich Verbündeten, die USA, nicht vor den Kopf stoßen.

Aus all diesen Gründen: China hat einen Anspruch auf eine gute Landesverteidigung. Dazu gehören als Gegengewicht zu den vom Westen, vor allem den USA, global besetzten Gebieten und Ländern, auch künstliche Inselgruppen im Südchinesischen Meer, ebenso wie die Krim dazu für Russland gehört. All das stärkt den Weltfrieden und bedroht ihn nicht. Der Weltfrieden ist bislang nur von einem bedroht worden: Vom Westen. Und das seit über 2000 Jahren. Angefangen im Römischen Reich.

One comment

  1. In einem FS-Beitrag wurde berichtet, dass die Chinesen , wenn sie ein fremdes Land besuchten, den dortigen Führern wertvolle Geschenke brachten. Das waren keine Glasperlen. Und sie verlangten auch keine Gegengeschenke wie Gebietsabtretungen und Sklaven.
    Wenn wir von den USA sprechen, müssen wir uns immer vor Augen halten, dass die herrschende Schicht Europäer waren. Generell kann man sagen, dass Europa die ganze Welt unterjochte. So wie die Auswanderer nach Amerika meist die durchsetzungsfähigsten und aggressivsten waren, die auch keine Skrupel kannten, die Ureinwohner umzubringen, so sind sie es bis heute zur Potenz geblieben.

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