Werbeboykotte gegen Trumps BREITBART Portal sind Unsinn und für die Daimler AG gefährlich

Kommentar – Man scheint es sich leisten zu können: In einem für die Automobilbranche einmaligen peinlichen und politisch nicht ungefährlich provokativen Akt, ruft die für die Daimler AG zuständige deutsche Mediaagentur Fuel@Vivaki zu einem Daimler-Werbeboykott eines der größten amerikanischen Nachrichtenportale auf: Von Breitbart, beziehungsweise breitbart.com. Heikel:

Das Portal wurde von einem der engsten Vertrauten um US-Präsidenten Donald Trump, vom langjährigen Ex-Chefredakteur Steve Bannon, zu dem gemacht, was es heute ist:

Zu einem der größten und wichtigsten, sicherlich auch einem der umstrittensten Nachrichten- und Debattenportale der USA. Breitbart hat in den USA etwa die Position, welche die BILD-Zeitung und DIE WELT in den 1970er Jahren in Deutschland hatte. Etwas reaktionär, einseitig, aber irgendwie den Geschmack der Massen treffend.

Doch eine solch massive selber reaktionäre Kampagne, nicht mehr auf Breitbart zu werben, das gab es nicht einmal zu Zeiten des Höhepunkts der Anti-Springer-Proteste in den 1960er und 1970er Jahren. Federführend in der Anti-Breitbart-Kampagne ist die linke Szene in Deutschland und einigen anderen Ländern.

Dass es der linken Szene dabei gelingt, immer mehr Journalisten und gar Industriebosse von börsennotierten Weltkonzernen auf ihre Seite zu ziehen, ist bemerkenswert. Dass Aktionäre sowohl im linken, wie liberalen oder rechten Spektrum verankert sind, dürfte auch den deutschen Dax-Bossen bekannt sein.

Breitbart ist ein Phänomen – ob es nun Kritikern der primär linken Szene passt oder nicht. Es ist vor allem deshalb eine absolute Ausnahmeerscheinung, da es zu einem der größten Nachrichtenportale der USA werden konnte, ganz ohne eine klassische über Jahrzehnte gewachsene Medienmarke im Rücken.

Das mag vielleicht gerade Journalisten von Tageszeitungsportalen oder Zeitschriftenportalen, auch von TV-Senderportalen oder Mitarbeitern von Werbeagenturen besonders ärgern, die sich gerne um die klassischen Medien kümmern:

Dass es eben Leute gibt, die aus dem Stand heraus die Massen begeistern und für sich vereinnahmen können. Dank des Internets, ganz ohne die Print-Unterstützung am Kiosk oder des TV-Logos auf dem Bildschirm.

Das zeigt umso mehr, wie nah Breitbart an Millionen Amerikanern ist. Man könnte auch sagen: Breitbart wurde im laufe der vergangenen Jahre zu einer Art Binnen-CNN der USA. Denn viele Amerikaner holen sich ihre Informationen nicht mehr aus dem Fernseher, sondern aus dem Internet auf Portalen wie Breitbart. Oder aus Infotainmentportalen wie Youtube.

Breitbart wurde, das hört man schon am Namen, von einem Deutschstämmigen gegründet und zwar von Andrew Breitbart.

Er war früher Goldman-Sachs-Banker und Mitbegründer der „Huffington Post“. Dass nun ausgerechnet DIE WELT, die selbst dafür bekannt ist, politisch über Jahrzehnte rechtsaußen und reaktionär berichtet zu haben, vermeldet, wonach „das rechtskonservative US-Nachrichtennetzwerk ‚Breitbart’“ nach Europa expandieren wolle, gehört wohl zum Treppenwitz der deutschen Pressegeschichte.

Auch wenn Alexander Marlow offiziell heute als Chefredakteur von breitbart.com fungiert, so sind sich Beobachter doch einig: Macher im Hintergrund ist nach wie vor der langjährige Vorgänger Steve Bannon.

Er bekleidet heute offiziell im Kabinett von Donald Trump die Position des „Counselor to the President“, des „Chefstrategen“ und „Ranghöchsten Beraters“ im Weißen Haus. Das heißt: es handelt sich um einen Mann, den man nicht unbedingt als Weltkonzern, der in den USA Geschäfte machen möchte, als Gegner haben möchte.

Über 36 Millionen Amerikaner nutzen breitbart.com als Nachrichten- und Debattenforum. Faktisch also fast jeder zehnte Amerikaner.

Das Portal Breitbar auf „Rassismus“ zu reduzieren, oder darauf, es sei „reaktionär, „rechtsaußen“ oder „extremistisch“, wie es einige in der linke Szene, Werbe-Fachleute, Werbeportale und Journalisten derzeit versuchen, greift an der Sache vorbei. Die Analyse ist zu kurz.

Diese Behauptungen werden zudem der Bedeutung dieses Portals für die Meinungsbildung und Nachrichtenfindung in den USA nicht einmal ansatzweise gerecht.

Da hilft es nicht, dass auf Breitbart, wie auf zahlreichen klassischen Medienportalen, immer mal wieder überdreht wird, verdreht wird, oder plumpen Fake-News aufgesessen wird. Doch Fake News gehören leider zum Journalismus, so lange es Zeitungen und Journalisten gibt – also seit über 500 Jahren.

Das Portal breitbart.com wird nicht nur von Millionen Amerikanern täglich gelesen und als Debattenportal in den Kommentarfunktionen genutzt, sondern auch von fast allen wichtigen US-Republikanern.

So mancher Senator der Republikaner hinterlässt unter den Breitbart-Artikeln durchaus längere Kommentare. Was zeigt: Breitbart ist das zentrale Portal für Wähler der Republikaner, also der konservativen Szene in den USA. Die Republikaner sind eine Partei, für die sich immerhin über 60 Millionen Amerikaner mit der Wahl von Donald Trump als nächstem US-Präsidenten entschieden.

Das so getan wird, als wären in den USA nur noch die Demokraten und eher linke Medien, wie die Washington Post, New York Times oder CNN satisationsfähig, ist doch ebenfalls an Albernheit nicht mehr zu überbieten.

Die Mediaagentur Fuel@Vivaki, die nun zum Boykott von Mercedes-Benz-Werbung auf Breitbart aufrief, sei extra für die Daimler AG gegründet worden und zwar im Rahmen der VivaKi GmbH Deutschland, heißt es.

Fuel@Vivaki solle, heißt es einem Medienbericht, das Werbegeschäft für Mercedes-Benz in 14 europäischen Märkten betreuen. Geschäftsführer für Deutschland sei Dirk Lux.

Die Daimler-Agentur sollte aber nicht mit der älteren Schwester VivaKi GmbH verwechselt werden.

Doch ob VivaKi GmbH Deutschland oder VivaKi GmbH: Beide gehören zum 1926 in Paris gegründeten Werbekonzern Publicis Groupe, beziehungsweise zur Publicis S.A.

Dieses Werbe-Konglomerat umfasst unzählige Werbeagenturen und Mediaagenturen, darunter Saatchi & Saatchi.

Wie wichtig Breitbart in der Debattenkultur der USA ist, zeigt sich daran, dass zahlreiche Artikel jeweils Tausende Kommentare aufweisen. Eine Menge, welche kaum ein deutsches Nachrichtenportal schafft. Wenn unter spiegel-online-Artikeln oder zeit-online-Artikeln über 200 Kommentare sind, ist es viel.

Alleine 5976 Kommentare auf Breitbart weist aber beispielsweise Breitbarts Artikel „Never Trump Heads Explode as Ted Cruz Backs Donald Trump for President“ vom 23. September 2016 auf. Hinzu kommen 13.307 Empfehlungen auf Facebook.

In einer deutschen Marketingzeitschrift wird die Daimler AG mit den folgenden Worten in Bezug auf die Frage, ob Mercedes-Benz auf Breitbart werben sollte oder nicht, zitiert (wobei wir nicht wissen, ob der Daimler-Vorstand um CEO Dieter Zetsche von den Vorgängen seiner eigenen Werbeplaner weiß):

„Daimler distanziert sich generell von allen Formen der Diskriminierung und Extremismus. In den Media-Vereinbarungen von Mercedes-Benz, die unsere Märkte ebenso wie unsere Media-Agenturen betrifft, ist grundsätzlich ein Ausschluss von Plattformen und Kanälen enthalten, die nach unserer Wertung nicht mit unseren Grundsätzen vereinbar sind. Dazu gehören unter anderem Plattformen mit extremistischen bzw. politisch polarisierenden, diskriminierenden, sexistischen oder kriminellen Inhalten. Generell wird dabei mit Blacklists und Filtertools gearbeitet, über die entsprechende Inhalte für die Auslieferung ausgeschlossen werden sollen.“

Doch wie kann ein Portal wie Breitbart, das jeder 10. Amerikaner bereits nutzt, in ein solches Raster passen? 36 Millionen Amerikanern zu unterstellen, sie polarisierten primär, ist absurd.

Beziehungsweise müsste man, wenn man Breitbart unterstellt, primär polarisierend zu sein, das auch gegen andere Medien ins Feld führen. Dazu würde dann selbstverständlich die Springer-Presse gehören. Allen voran die BILD-Zeitung oder DIE WELT. Auch der STERN von Gruner + Jahr ist für eine massiv polarisierende Berichterstattung bekannt.

Hat Daimler diese Medien ebenfalls aussortiert in seinem Mediamix? In den 1970er Jahren oder heute, 2016? Nicht dass wir wüssten. Und was soll bitteschön „diskriminierend“ oder „extremistisch“ heißen?

Das ist so schwammig und auf großen Medienportalen wissenschaftlich kaum belegbar, dass es schwer wird, wirklich einem großen Nachrichtenportal Extremismus, Polarisierung oder Rassismus einwandfrei nachzuweisen.

Einzelne Artikel, die man gezielt heraussucht, sind kaum ein Gradmesser für eine seriöse Beurteilung auf Portalen, die täglich bis zu 400 Artikel online stellen. Wozu Breitbart auch gehören dürfte.

Ein Nachweis geht nur, indem man wirklich wissenschaftlich im Rahmen größerer Expertenrunden Tausende Artikel neutral von zwei oder mehr unterschiedlichen Instanzen auf Promotions-Niveau untersuchen lässt und seine Untersuchungsergebnisse nachvollziehbar und transparent veröffentlicht. Und dies jährlich tut oder zweijährlich wiederholt. Hat das die Mediaagentur Fuel@Vivaki von Publicis für Breitbart gemacht?

Nicht dass wir wüssten. Unser Eindruck besteht vielmehr darin, dass es sich um die Initiative einzelner handelt, die es verstehen, eine Kampagne gegen politisch Missliebige zu initiieren. Doch das ist deutlich zu wenig für ein solch scharfes Schwert wie dem Ausrufen von Werbe-Boykotten auf Portalen oder sonstigen Medien.

Solche Aufrufe, die wissenschaftlich nicht eindeutig von unterschiedlichsten Instanzen transparent anhand einheitlicher Kriterien belegbar und nachvollziehbar sind, sind selbst radikal und einer Demokratie unwürdig. Sie sind schädlich für den demokratischen Umgang miteinander.

Zudem gilt: Wer a sagt muss auch b sagen: Dann müsste man diese Untersuchungen ebenso auf Medien wie DIE WELT, BILD oder STERN anwenden.

Deshalb sind die Äußerungen der für Daimler zuständigen Mediaagentur Fuel@Vivaki (Publicis) äußert fragwürdig. Sie sind auch fragwürdig im Hinblick auf Portale wie Breitbart, da die skizzierten und ausgerufenen Kriterien nicht wissenschaftlich belegt werden.

Die Agentur Fuel@Vivaki lässt sich mit den folgenden Worten und dem von der Agentur für Daimler ausgerufenen Werbeboykott gegen Breitbart zitieren:

„Wir distanzieren uns klar von jeglicher Form von Extremismus. Sowohl unsere eigenen Buchungsbedingungen als auch die der Vermarkter, mit denen wir zusammenarbeiten, schließen grundsätzlich Werbeschaltungen auf Seiten mit rechtsradikalen oder Hetz-Inhalten aus. Um fehlerhafte Platzierungen zu verhindern, fordern wir von Vermarktern und Publishern, alle technologischen Möglichkeiten zu nutzen, um eine einwandfreie Aussteuerung der Kampagnen im Sinne der Werbungtreibenden und Agenturen zu gewährleisten. Wir prüfen nun, warum dies im aktuellen Fall in der Schweiz nicht geschehen ist und wie sichergestellt werden kann, dass sich dies nicht wiederholt.“

Jetzt ist also Breitbart in dieser Stellungnahme schon „rechtsradikal“. Die Basis für ein solches Urteil? Fehlt. Die Stellungnahme spielt jedenfalls auf einen Bericht in der Schweizer Handelszeitung an, welchem zu entnehmen war, dass die Mercedes-Benz Schweiz AG es gewagt hatte, über Google automatisiert auch auf Breitbart Werbung ausspielen zu lassen.

Da Google interessenbasiert Werbung ausliefert, würde aber Daimler-Werbung sowieso nur dann Breitbart-Lesern in der Regel gezeigt, wenn sich diese überhaupt für Autos oder den Autokauf interessieren.

Wer sich nicht für Autos interessiert, dürfte von Google Adsense – so nennt man das Google-Werbesystem – so oder so keine Daimler-Werbung angezeigt bekommen.

Hinzu kommt: Daimler würde ja nur dann bezahlen, wenn ein Breitbart-Leser oder Leser eines sonstigen Portals auf eine solche Werbung klickt. Ein Klick dürfte aber nur erfolgen, wenn ein Interesse da ist. Wo also ist das Problem?

Doch selbst wenn es geplante Daimler-Werbekampagnen wären, die nicht über Google Adsense laufen, sondern einfach als Ziel haben:

„Wir wollen auf den größten Nachrichtenportalen in einem Land präsent sein“, müsste man Breitbar eigentlich berücksichtigen oder eben wissenschaftlich transparent als Werbeagentur oder Mediaagentur belegen können, warum Werbung da nicht möglich sein soll.

Eine subjektive Beurteilung einzelner Journalisten oder einzelner Mediaplaner ist bei weitem zu wenig und zu unseriös.

Wie radikal die Gegner konservativer und populistischer Medien mittlerweile vorgehen, lässt sich auch an einem weiteren Artikel ablesen, der auf dem Onlineportal des Berliner Tagesspiegel im Messias-Stil kürzlich erschienen ist. Wir zitieren:

„Im Werbeverzicht bei Breitbart.com und anderen Verbreitern von Fake-News erkennen viele Unternehmen indes eine Chance, ihr gutes Image zu behalten. Nach zwei Monaten haben die ‚Sleeping Giants‘ eine Zwischenbilanz gezogen: 38 000 Follower und 610 Unternehmen, die nicht mehr bei Breitbart werben, sind das Ergebnis. Als am Samstag zuerst Nespresso und dann Daimler Benz den Werbeverzicht bei Breitbart bestätigten, schrieben die Aktivisten: ‚Das ist schwer zu toppen. Versuchen wir es.‘“

Uff. Eine solch manipulierende Aussage in einer angeblich seriösen Tageszeitung muss man als Journalist erst einmal hinbekommen. Wo doch Journalisten immer gerne in der Ausbildung lernen, sie sollten sich mit einer Sache nicht gemein machen.

Während Breitbart debattenfreudig ist und damit eigentlich das ist, was eine Demokratie sein sollte: Offen für ein breites durchaus auch extremeres Spektrum von Meinungen, scheint man bei der BILD-Zeitung (Axel Springer SE) vor seinen eigenen Lesern Angst zu haben. Was ja auch kein Wunder ist, schaut man sich die Hetze der Breitbart-Gegner wiederum an, die agieren wie zu Zeiten des Mittelalters, als es Pranger gab oder Hexenverbrennungen.

„Bei bild.de scheint man vor seinen eigenen Lesern Angst zu haben“

Unter zahlreichen politischen Artikeln von bild.de konnten wir jedenfalls noch nicht einmal mehr eine Kommentarfunktion finden.

Entweder war die Kommentarfunktion auf bild.de gut versteckt oder deaktiviert. Unser Eindruck ist aber letzteres: Man kann bei bild.de kaum mehr Kommentare hinterlassen.

Aktuelles Beispiel ist der Artikel „US-Außenminister Kerry ergreift Partei für Merkel“ vom 16. Januar 2017 auf bild.de.

Mag sein, dass wir auch hier etwas übersehen haben. Aber wir konnten keinen Punkt finden, wo wir einen Kommentar zum Artikel hätten schreiben können oder nachlesen können, was die BILD-Leser zu dem Artikel sagen.

Ähnlich geht es uns im bild.de-Artikel „Merkel bietet Trump ihren Besuch im Frühjahr an“ vom 16. Januar 2017.

Auch hier konnten wir keine Kommentarfunktion mehr finden. Kann sein, dass wir auch dort etwas übersehen haben. Aber unser Verdacht ist: Man übt bei BILD massiv Zensur gegen seine eigenen Leser aus. Das Volk soll wohl schweigen.

Schweigen, wie auf Facebook. Oder auf Breitbart (ginge es nach dessen Gegnern). Denn seit über 10 Jahren konnten Hunderte Millionen Menschen auf Facebook frei ihre Meinung, durchaus auch extremere Ansichten, äußern. Gestört hat das kaum jemanden. Bis sich die Facebook-Masse die Regierenden in Deutschland oder den USA vorknöpften.

Dann kam plötzlich ein deutscher Justizminister Heiko Maas (SPD) um die Ecke und richtete eine oberste Zensurbehörde ein, eine „Wahrheitsbehörde“ und droht Facebook mit der irren Strafsumme von 500.000 Euro, wenn nicht innerhalb von nur 24 Stunden eine angebliche „Fake News“ offline genommen wird (wie soll das gehen, bei täglich Milliarden publizieren Posts?).

500.000 Euro Strafe musste in Deutschland in der Regel noch nicht einmal die BILD-Zeitung bezahlen, wenn sie Fake News verbreitete. Und im Gegensatz zu Facebook müssen Opfer von Medien wie der BILD-Zeitung oder sonstigen Massenmedien oft über Monate vor Gerichten prozessieren, ehe eine Fake News dann ganz oder teilweise wieder offline kommt. Die Opfer müssen hierfür oft Tausende Euro Anwaltskosten vorstrecken. Nur bei Facebook soll das plötzlich nicht mehr gelten?

Hinzu kommt: Die Höchststrafe für Fake News auf Massenmedien, also in Tageszeitungen oder Zeitschriften, im Fernsehen oder Radio, sind in Deutschland meist ein paar tausend Euro. Oder im worst case angedrohte Bußgelder von bis zu 250.000 Euro bei Verstoß gegen eine Einstweilige Verfügung.

Doch waren Richter klug genug, solche bedrohliche Strafen in Deutschland fast noch nie auszusprechen. Da man sich seiner Verantwortung gegenüber Medien scheinbar bewusst ist. Und gegen Facebook oder Breitbart gelten Prinzipien plötzlich nicht mehr?

Wo bleibt der Aufschrei von Magazinen wie DER SPIEGEL gegen einen solch drastischen politischen Angriff auf Facebook, wie er derzeit von den Regierenden betrieben wird?

Wir hören nichts. Der einzige der zur Besonnenheit mit Blick auf Facebook mahnt, war ausgerechnet Springers CEO Mathias Döpfner. Die linke Presse, die immer großspurig behauptet, sie sei ein Bollwerk der Demokratie (allen voran DER SPIEGEL), duckt sich weg.

Es trifft ja nicht uns, scheint man da zu meinen. Es trifft ja nur Social Media. Dabei funktioniert Regieren weltweit immer nach dem gleichen Prinzip:

Ein einmal weggenommenes Freiheitsrecht ist erstmal weg. Und wenn die Regierenden damit durchkommen, werden sie immer dreister und nehmen weitere Freiheitsrechte den Medien, dem Internet, den Bürgern. Am Ende droht die Diktatur von wenigen gegen die Mehrheit. Das ist auch in Demokratien möglich.

Breitbart ist nicht viel anders, als die BILD-Zeitung oder DIE WELT über Jahrzehnte ebenfalls waren: Durchaus in Auszügen reaktionär und kompromisslos in seinen Ansichten. Aber mutig im Aufbau seiner Funktion als mediale Opposition zu den Herrschenden.

Damit half Breitbart wahrscheinlich mehr als Facebook Barack Obama von der Macht zu vertreiben und Hillary Clinton zu verhindern.

Dass Breitbart jetzt mit Donald Trump auf der Seite des Regierenden steht, ist nun mal der Lauf der Geschichte.

Breitbart ist Realität in der Gesellschaft der USA. Werbe-Boykottaufrufe gegen Massenmedien waren und sind das falsche Mittel der politischen Auseinandersetzung. Konzerne und Mediaagenturen sollten sich hier raushalten oder anfangen, ihre Werbeboykott-Aufrufe transparent und wissenschaftlich öffentlich nachvollziehbar zu begründen. Das sollte dann ins Internet gestellt werden, damit man sich die Urteile und Erkenntnisse allgemein anschauen und debattieren kann.

Solche Begründungen sollten dann in regelmäßigen Jahres- oder Zweiahresabständen wiederholt werden. Das wäre seriös. Es wäre einer Demokratie, die Pressefreiheit nicht nur als Hülse vor sich her schiebt, auch angemessen.

Hintergrund der Daimler-Mediaagentur Fuel@Vivaki von der Publicis Groups:

Ein bald 100 Jahre altes Werbe-Netzwerk aus Frankreich

Die Public Group basiert auf vier Standbeinen: Publicis Communications, Publicis Media,
Publicis.Sapient und Publicis Health. Für die Publik Group sollen rund 80.000 Mitarbeiter in 100 Ländern arbeiten. Ob diese alle fest angestellt sind, ist nicht bekannt. Publicis Communications ist wiederum eine der wichtigsten operativen Einheiten und bündelt unter anderem die Töchter:

Publicis Worldwide, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi, BBH, Prodigious sowie MSLGROUP. Der Public Group haben sich weltweit 1338 Agenturen angeschlossen. Welche das sind, ließ sich beim Zugriff auf die Public-Homepage unter dem Linke publiciscommunications.com in der Rubrik „our agencies“ nicht entnehmen. Grund: der Link wies zum Zeitpunkt unseres Zugriffs (16. Januar 2017) einen Fehler auf.

Im Supervisor-Board der Public Group sitzen: Elisabeth Badinter (Chair), Simon Badinter, Claudine Bienaimé, Jean Charest, Michel Cicurel, Sophie Dulac, Tom Glocer, Jerry A. Greenberg, Marie-Josée Kravis, André Kudelski, Marie-Claude Mayer und Véronique Morali.

Gegründet wurde die Agenturgruppe Publicis 1926 in Paris und zwar im Künstlerviertel Montmartre von dem damals erst 20-Jährigen Marcel Bleustein. Drei Jahre später war er Millionär und leistete sich ein Flugzeug, heißt es in der Publicis-Historie. Bis heute ist Publicis in Paris angesiedelt.

Der Name Publicis ist den französischen Wörtern „la Réclame“ entlehnt, welcher später in „la Publicité“ umgewandelt wurde. Im Zuge der weltweiten Expansion in den vergangenen bald 100 Jahren wurde daraus das Wort „Publicis“.

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