Terroranschlag mit Raketen tötet fast Jemens Präsidenten Ali Abdullah Saleh

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Foto: ©iStockphoto.com/Helena Lovincic

Bei einem gezielt und sehr professionell ausgeübten Raketenangriff auf den Palast des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh sind mindestens sechs seiner Leibwächter getötet worden. Hinzu kommen Verletzungen bei sieben ranghohen Regierungsvertretern. Saleh habe jedoch keine schweren Verletzungen erlitten, teilte der Palast in Sanaa mit.

Von „guter Gesundheit“ Salehs spricht das jemenitische Staatsfernsehen. Verletzt worden seien aber unter anderem der Ministerpräsident, dessen Stellvertreter sowie der Parlamentspräsident. Das heißt aber dennoch: Die Raketenangriffe hätten beinahe die gesamte jemenitische Staatsführung ausgelöscht. Die Raketen-Anschläge sind vor dem Hintergrund seit Wochen anhaltender Proteste gegen den nicht-demokratisch gewählten Präsidenten Jemens zu sehen.

Wenngleich westliche Medien und Politiker gerne romantisierend hier von einer Demokratiebewegung im Jemen berichten, zweifeln das politische Beobachter an. Grund: Mehrere mächtige Stämme haben sich von Jemens Präsidenten losgesagt, darunter der als einflussreich geltende Stammesführer Scheich Sadek al Ahmar. Sie gelten denn auch als Drahtzieher der seit Wochen anhaltenden teils gewalttätigen Massendemonstrationen, möglicherweise aber auch als Urheber dieser Raketenangriffe. Allerdings hätten sie dafür Wissen von ausländischen Geheimdiensten oder Militärexperten benötigt. Grund: Effektiv eingesetzte Raketenangriffe auf einzelne Gebäude bedürfen umfangreicher Vorkenntnisse, die im Jemen eher nicht vorhanden sind.

Wie gewalttätigt bis terroristisch jemenitischen Stämme sein können, zeigt sich daran, dass in den vergangenen Jahren diverse Stämme immer wieder Deutsche im Jemen entführten und für die Freilassung teils viele Millionen Euro von der deutschen Bundesregierung erhielten, so kriegsberichterstattung.com. Während westliche Touristen sich frei und sicher im Nachbarstaat Oman aufhalten können, gilt für das gesamte Gebiet des Jemens seit Jahren höchste Vorsicht. Kriegsberichterstattung.com empfiehlt keinesfalls dieses Land derzeit und auch in Zukunft als Tourist aufzusuchen. Die Situation ist und bleibt äußerst gefährlich. Es droht Gefahr um Leib und Leben. Die Stammesführer in Arabien gelten als nicht besonders demokratiefreundlich und lehnen den Westen ab. Bislang haben die Bürgerkriegs-Auseinandersetzungen im Jemen nach Schätzungen rund 160 Menschen getötet.

Sollten tatsächlich die USA (oder Frankreich oder Großbritannien) in irgendeiner Weise an diesen Raketenangriffen auf Regierungsgebäude in Jemen beteiligt sein, wäre das eine neue Stufe militärischer Aggressions-Politik des Westens. Für die USA würde das bedeuten: Die derzeitige U.S.-Regierung unter Führung des Präsidenten Barack Obama (Demokraten) würde damit sogar den Ex-U.S.-Präsidenten Georg Bush (Republikaner) in den Schatten stellen.

Raketen-Angriffe auf Regierungsgebäude souveräner Staaten kennt man sonst eigentlich nur von Terrororganisationen wie Al Qaida. Doch spätestens seit der Tötung des  Al Qaida-Terrorchefs Osama bin Laden durch U.S.-Spezialeinheiten in Pakistan, die souveränes Recht Pakistans massiv missachteten, trauen Beobachter den USA durchaus auch solche Mittel zu.

Das zeigt einmal mehr: Man hätte Obama niemals vor dem Ende seiner ersten Regierungsperiode den Friedensnobelpreis verleihen dürfen. Die USA arbeiten derzeit, teils in militärischer Kooperation mit der NATO, flächendeckend an Regierungswechseln im arabisch-nordafrikanischen Raum.

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