Ermordung iranischer Atom-Wissenschaftler ist Israel nicht genug – jetzt soll Krieg her

05.11.2011 , Autor Tom , mehr zum Thema Politik

+krieg gegen Iran´+++krieg gegen Iran+++ krieg gegen Iran+++

Spätestens seitdem der umstrittene U.S.-Präsident Barack Obama im Sommer seine dubiose Geschichte der Weltpresse nahebrachte, der Iran plane mit Hilfe eines Drogen-Kriminellen den Botschafter Saudi-Arabiens in New York umzubringen, war klar: Die USA wollen nach dem Irak, Libyen, Afghanistan sowie weiteren militärischen Aktionen im Jemen oder Pakistan auch den Iran in einen Krieg verwickeln. Die Frage war nur: Wann und unter welchen Umständen? Kriegsberichterstattung.com stellte diese Frage bereits vor wenigen Wochen. Jetzt droht also der große Krieg gegen Iran. Hier alle Hintergründe.

Nun scheint klar zu sein, wer der Kriegsverbündete oder der vollstreckende Staat sein wird: Israel. Wie jetzt bekannt wurde, plane der Staat einen weiteren Krieg gegen einen Nachbarn - Iran, seinen Erzfeind. Man hat ja Rückendeckung in den USA und Europa. Spätestens seit dem Libyen-Krieg ist auch klar, dass die NATO nicht mehr primär ein Verteidigungsbündnis zur Erhaltung des Friedens in Europa ist, sondern eine globale westliche Kriegsmaschinerie, die auch bereit ist, aggressiv Krieg zu führen. Deutschland ist Mitglied in der NATO und einer der wesentlichen Finanzgeber.

Nun also Iran. Als Begründung gibt Israel an, die internationale Staatengemeinde tue nicht genug, gegen das iranische Atomprogramm, obgleich beispielsweise Said Dschalili, der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrates, in einem SPIEGEL-Interview Anfang 2011 (SPIEGEL 3/2011, S. 92 f) sagte, man arbeite aus zivilen Gründen an einem Atomprogramm und baue nicht, wie der Westen behaupte, an einer Atombombe.

Bereits mehrere Anschläge auf iranische Atomwissenschaftler

So hatte der SPIEGEL Dschalili gefragt: „Angesichts mehrere Anschläge auf iranische Atomwissenschaftler… vor einem Jahr wurde der Physiker Massud Ali Mohammadi ermordet, Ende November explodierten nahezu zeitgleich zwei Bomben, die Ihre Nuklearexperten Madschid Schahriari und Feridun Abbasi beseitigen sollten… mitten in Teheran… Hat nicht längst ein Schattenkrieg gegen Iran begonnen?“

Daraufhin hatte Dschalili geantwortet: „Wenn der Feind keinen anderen Ausweg sieht, greift er zum Mittel des Terrors…. Erst im vergangenen Jahr ist es uns gelungen eine Gruppe im Osten des Landes (Anmerkung: des Iran) zu zerschlagen, die dort, unterstützt von den USA, Bombenanschläge mit vielen zivilen Opfern verübt hat… Wir zerstören ein Netzwerk zionistischer Spione… Wir konnten zehn Leute verhaften und werden sie vor Gericht stellen. Wir besitzen Fotos, Filme und Aussagen, die ihre Schuld belegen.“ Daraufhin sagte der SPIEGEL: „Der Geheimdienst Mossad soll Iraner angeworben und in Israel trainiert haben?“.

In Israel geschult

Antwort Dschalili: „Sie wurden dort für Anschläge geschult. Über ein drittes Land sind sie dann nach Iran zurückgekehrt, um ihre feigen Aktionen durchzuführen… Wir wenden uns an die internationalen Gremien mit der Bitte um Unterstützung. Dieser Staatsterrorismus gehört verurteilt. Auch die Rolle des Weltsicherheitsrates muss man überprüfen…. In den Sanktionslisten der UNO werden die Namen vieler unserer führenden Wissenschaftler genannt… Was haben diese Namen auf solchen Listen zu suchen? Es sind unsere Experten, die getötet wurden.“

Daraufhin hatte der SPIEGEL wiederum bereits im Januar 2011 festgestellt, dass die Gefahr eines Angriffs Israels auf den Iran von Experten auf weit über 50 Prozent geschätzt würde. Derweil zitiere nun, heißt es in Medienberichten, die israelische Zeitung „Haaretz“ aus einem Fernsehinterview mit dem eigentlich als besonnen bekannten israelischen Präsidenten Schimon Peres, 88: „Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft und warnen ihre Führer.“

Raketenangriff wahrscheinlich

Gemeint ist ein umfangreicher Raketenangriff Israels auf den souveränen Staat Iran. Das wäre ein weiterer eklatanter Verstoß Israels gegen das internationale Völkerrecht. Derweil gießen westliche Politiker und Geheimdienste fleißig weiter Öl ins Feuer und streuen das durch nichts belegte Gerücht, der Iran könnte bereits in sechs Monaten eine Atombombe haben. Auch die deutsche Bundesregierung aus CDU und FDP sind bereits seit Jahren bemüht, diese Version regelmäßig der Öffentlichkeit mitzuteilen. Ähnliche Gerüchte kursierten vor Jahren auch gegen den Irak, ehe die Amerikaner mit Hilfe eines irakischen Gerichts den Despoten Saddam Hussein hinrichten ließen.

Israel und der Westen vermuten bereits seit längerem, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickeln könnte. Der Iran hat das jedoch stets bestritten und für den Fall eines Angriffs habe der Iran, behaupten zumindest westliche Medien, eine „apokalyptische“ Antwort angedroht. Angesichts des seit Jahren laufenden Kesseltreibens des Westens gegen den Iran ist diese Drohung sicherlich auch verständlich. Der Westen sucht seit Jahren keine Kommunikation mehr mit dem Iran, sondern ausschließlich eine Konfrontation - so wie er es mit fast allen Ländern des Nahen Ostens, Arabiens und Nord-Afrikas tut.

Dennoch ist ein Krieg Israels gegen den Iran noch nicht ausgemachte Sache. Umfragen spiegeln wider, dass die Israelis insgesamt eher unentschlossen sind. Man fürchtet einen unkontrollierbaren Flächenbrand in der ganzen Region. So ist es keinesfalls ausgemacht, dass beispielsweise Ägypten einen solchen Krieg einfach hinnehmen würde. Das gleiche gilt für Länder wie Syrien.

Israel sieht sich von Feinden umzingelt

Israel sieht sich von zahlreichen Feinden umzingelt, weshalb es in Nahost seit über 70 Jahren regelmäßig zu Kriegen kommt. Allerdings hat Israel bislang auch wenig getan, um aus Feinden, wenn schon keine Freunde, so doch gute Nachbarn zu  machen. Nach außen hin gibt sich der Iran derzeit jedoch gelassen. So sagte der iranische Außenministers Ali Akbar Salehi: „Seit acht Jahren hören wir israelische Drohungen. Wir haben Selbstvertrauen und können unser Land verteidigen.“

Zeitreihe der Kriege in die Israel verwickelt war oder die von Israel ausgingen: Israel-Ägypten: 1948-1949, 1956, 1967-1970, 1973. Israel-Jordanien: 1948-1949, 1967 Israel-Irak: 1948-1949, 1967, 1973 Israel-Syrien: 1949-1949, 1967, 1973, 1982 Israel-Libanon: 1948-1949, 1978, 1982, 2006 Israel-Palästina: dauernder Krieg Quelle: kriegsberichterstattung.com 11/2011 Fotonachweis: © istockphoto/Oleg Babich  

Teile den Artikel

PDF erstellen

per E-Mail

 

Keine Kommentare

Keine Kommentare vorhanden zum Thema : . Du kannst gerne einen eigenen Kommentar schreiben.