Russland gegen schnellen NATO-Abzug aus dem Land des ewigen Krieges

Russland hat sich auf einem Gipfeltreffen mit den 28 Mitgliedsstaaten des westlichen Kriegsbündnisses NATO gegen einen schnellen NATO-Abzug aus Afghanistan gewendet. Diese Meinung vertrat vor der NATO der russischen Außenminister Lawrow.

Russland befürchte bei einem zu schnellen Abzug aus Afghanistan, dass das Land in ein Chaos stürzen könnte, indem die Taliban die Oberhand gewinnen könnten. Russland kritisiert insbesondere die fixen Zeitpläne, welche zu wenig die Sicherheit vor Ort, also in Afghanistan, berücksichtige. Bislang plant die NATO bis Ende 2014 ihre Mission in Afghanistan abzuschließen und das Land dann komplett verlassen zu haben. Bis dahin müsse die afghanische Regierung, erklärten die NATO, die USA und die EU, die Stabilität im Lande selbst sichern.

Bislang hat der Westen nach Schätzungen weit über 100 Mrd. Euro in den Afghanistan-Krieg gesteckt. Das ist sehr viel Geld, angesichts leerer öffentlicher Kassen. Es ist auch sehr viel Geld, da auch dem deutschen Steuerzahler kaum zu erklären ist, warum er Millionen von Euros für Afghanistans Sicherheit bezahlen muss. Obendrein hat die Bundeswehr rund 40 seiner Soldaten im afghanischen Krieg verloren. Deutschland schweigt über diese Toten mehr oder weniger. Öffentliche Trauerfeiern gibt es deshalb nicht. Dabei gäbe es einiges zu betrauern, bedenkt man, dass diese toten deutschen Soldaten die ersten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren sind.

Der Steuerzahler darf weiterhin für ein Land zahlen, das er eigentlich gar nicht kennt…

Trotz des recht nahen Abzugsplans aus Afghanistan, geht es einigen Ländern nicht schnell genug. So wollte Australien, der ewige Verbündete von Britannien, gerne deutlich früher als 2014 aus der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) austreten, bleibt jetzt aber doch bis 2014.

Kritik gibt es von Russland auch, da die NATO zwar die Versorgungsrouten von Russland nutzen darf, aber Russland fast nie zu den ISAF-Bespechungen eingeladen werde. Doch auch wenn der Westen, auch Deutschland, sich endlich aus Afghanistan verabschieden: Die Steuerzahler, auch die Deutschen, dürfen weiterhin blechen. So seien nach 2014 rund drei Milliarden Euro jährlich noch an Afghanistan zu überweisen, um die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte gewährleisten zu können.

Das ist umso grotesker, als dass die meisten Bürgern Europas, oder der USA, Afghanistan weder sonderlich kennen, noch lieben. Afghanistan ist eben als Land des ewigen Krieges und irgendwie mit dem Westen verbunden, auch wenn kein Politiker wirklich erklären kann, warum. Viele fragen sich schon jetzt: Geht die Sonne auf oder unter, wenn die NATO sich aus Afghanistan – für immer? – zurückzieht?

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