Nordkoreas Mengele hat bei Otto Warmbier ganze Arbeit geleistet

Die Ärzte und Schergen in Nordkorea können ihm die Hand reichen: Josef Mengele (1911-1979), ein deutscher SS-Offizier und Arzt, der an Hunderten Menschen "medizinisch experimentierte". (Foto 1956 in Buenos Aires von einem Polizeifotografen für Mengeles argentinische Ausweisdokumente aufgenommen).

Kommentar – Wie viele Belege sind eigentlich notwendig, um zu zeigen, wie überaus aggressiv und kriminell der Dicke von Nordkorea, Kim Jong-un, agiert?

Er lässt eigene Onkels und Tanten hinrichten. Am Flughafen von Kuala Lumpur schickt er seine Häscher los, damit diese seinen Halbbruder mit einem verbotenen chemischen Kampfstoff hinrichten.

Zwei widerliche junge Lolita-Frauen hatten dem Opfer das hochgiftige Zeug mitten unter Tausenden anderer Reisenden am Flughafen-Gate ins Gesicht geschmiert. 15 Minuten später war das Opfer, das noch dachte, es handele sich um einen Faschingsscherz, tot.

Das ist erst wenige Monate her. Seither wissen wir: Ja, es gibt den perfekten Mord. Denn wäre das Ganze nicht auf Überwachungskameras aufgezeichnet worden, hätte auf dem Totenschein schlicht gestanden: Natürlicher Tod durch plötzliches Herzversagen.

Dann sitzen Zehntausende Nordkoreaner lebenslang in Konzentrationslagern, KZs, die dem der Arbeitslager von Nazis in nicht vielem nachstehen.

Und dann lässt Kim Jong-un einen jungen amerikanischen Studenten – Otto Warmbier, 22, – wegen einer lächerlichen Lappalie zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilen und foltern.

Warmbier hatte im Rahmen einer Gruppenreise, die von einem Briten von China aus organisiert worden war, in jugendlichem Eifer und Naivität ein Propaganda-Plakat von der Wand gerissen. In einem nordkoreanischen Hotel.

Er hatte das Plakat als Gag und Souvenir stolz mit nach Hause bringen wollen. Wie es halt weltweit Hunderte Millionen Touristen gerne tun: Irgendwas aus der Ferne mit nach Hause bringen. Am besten was schräges, außergewöhnliches.

Wegen einem lächerlichen Akt des Übermutes schändeten die Nordkoreaner also das junge Leben von Otto Warmbier in einem unfassbaren Ausmaß. Sie schändeten es so, dass er nun daran zu Grunde ging. Denn Otto Warmbier wurde von seinem monatelangen Leiden erlöst und starb nun in den USA in den Armen seiner von Schmerz gezeichneten Familie.

Gefangene Touristen sind immer schon ein gutes Faustpfand von teuflischen Regimen gegen anderen Staaten gewesen. Vor allem auch gegen den Westen. Gegen jene, für die Freiheit das wichtigste ist und nicht Terror gegen alles, was menschlich ist und schön.

„Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert“. So lautet ein bekanntes schwülstiges, aber doch so wahres Zitat in Emilia Galotti.

Zu Papier gebracht worden ist es 1771 in dem weltberühmten Theaterstück des deutschen Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing. Lessing wollte mit seinen Dramen die Welt verbessern. Er wollte die Menschen verbessern.

Gut 250 Jahre danach schlagen wir uns immer noch mit dem gleichen Thema herum: Dem Bösen, wozu Menschen wie jene in Nordkorea fähig sind.

Vor wenigen Tagen war Otto Warmbiers Körper, fast schon eine Leiche, recht leblos im Koma vor sich hindämmernd, in einem von der US-Regierung gecharterten Privatflugzeug zurück zu den Eltern in die USA geschickt worden. Mit freundlichen Grüßen von den Nordkoreanern.

Jetzt ist Otto Warmbier, der so überaus talentierte lebenshungrige und lebenslustige Student, gestorben. Im Krankenhaus.

Die amerikanische Ärzte konnten oder wollten ihre Diagnose nicht vollumfänglich stellen. Sie sagten lediglich, das Gehirn des Studenten Otto Warmbier sei von den Nordkoreaner so grausam beschädigt worden, dass ein Leben in Würde nie wieder möglich gewesen wäre.

Schäden im Gehirn sind immer eine Schädigung der Schaltzentrale des Lebens. Denn das Gehirn steuert letztlich alles, was Leben ausmacht. Es steuert jede Bewegung, jeden Gedanken, jeden Atemzug.

Wer auch immer der Josef Mengele von Nordkorea war, jener berühmte Schurken-Arzt der Nationalsozialisten im Hitler-Deutschland: Das oder die Monster haben ganze Arbeit geleistet.

Und die Welt ist fassungslos ob solcher Methoden eines miesen Stück Scheißes, das da Kim Jong-un heißt.

Bei Muammar al-Gaddafi, jenem langjährigen Diktator von Libyen, haben die westlichen Staaten 2011 ohne Not einen riesen Krieg mit 50.000 abgeworfenen Bomben vom Zaun gebrochen.

Das westliche Kriegsbündnis NATO gab Bomben-Flankenschutz aus der Luft, um al-Gaddafi von arabisch-islamistischen Terrorbanden ermorden zu lassen. Heute ist Libyen Dank der NATO-Schlächtereien gebrochen, ein zerfallener Staat.

Statt Arabischer Frühling sehen wir aber Woche für Woche eine Apokalypse made in Nordkorea. Am andern Ende der Welt also.

Auch im Irak marschierte der Westen ein. Oder in Afghanistan. Und in Pakistan, einem nicht minder umstrittenen Land, ließ der ehemalige US-Präsident Barack Obama den meistgesuchten Terrorfürsten der Welt, Osama bin Laden, in einer Nacht- und Nebelaktion hinrichten.

Nur im Falle von Nordkorea ducken sich alle weg. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF sprach der Moderator fast schon blöd lächelnd von einem lediglich „obskuren Fall Otto Warmbier“.

Obskur? Wenn ein westlicher Student von einem nicht nur brutalen Regime, sondern einem kriminellen Regime, wegen einem lächerlichen Plakat, das er naiv von der Wand eines Hotels gerissen hatte, zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt wird und dann als Leiche wieder zurückkommt?

Fakt ist: Man fällt wegen einer Lebensmittelvergiftung nicht ins Koma. Man fällt auch von einer Schlaftablette nicht ins Koma. Man kann aber nach einer Folter durchaus ins Koma fallen.

Was auch immer die Mengeles von Nordkorea mit Otto Warmbier gemacht haben: Es war Unrecht. Es war böse. Es war teuflisch.

Jetzt kann die Welt noch weitere Jahre oder Jahrzehnte wegschauen und sich von diesem Regime erpressen lassen. Oder die Welt könnte handeln.

Das Problem ist nur, dass US-Präsident Donald Trump nicht kann, wie er gerne möchte. Der Grund liegt in der seit Monaten anhaltenden Hexenjagd gegen Trump.

Das macht ihn faktisch handlungsunfähig. Denn wie in jedem Land, so gibt es auch in den USA eine Justiz, die natürlich politisch missbraucht Existenzen vernichten kann. Selbst die, eines US-Präsidenten.

Deshalb: Würde Donald Trump Nordkorea bombardieren lassen und würde er siegen, fein.

Würde er Nordkorea bombardieren lassen und der Dicke von Nordkorea würde eine Atombombe zünden, wären die Konsequenzen für die Trump-Regierung unabsehbar.

Es wäre Wasser auf die Mühlen der Trump-Gegner. Selbst die Republikaner könnten das benutzen, um in einer Art Staatsstreich Trump los zu werden und einen anderen Republikaner auf den Posten zu setzen.

Zudem könnte die US-Justiz einen Bürger Trump obendrein anklagen – wegen angeblicher Kriegsverbrechen. Und seine Familie gleich mit. Das hätte man zwar auch mit Franklin D. Roosevelt, dem US-Präsidenten, der 1945 zwei Atombomben über Japan abwerfen ließ, machen können.

Doch man tat es nicht. Und tut es bis heute nicht. Man nannte den Abwurf der ersten apokalyptischen Bombe einen Dienst an der Menschheit. Denn Geschichte ist immer auch die Geschichte der Sieger.

Deshalb wird Trump still halten und einen der schlimmsten Verbrecher weiter an den Hebeln staatlicher Macht spielen lassen. Die Welt wird sich weiter vorführen lassen. Und die Bürger von Nordkorea sind weiter Opfer eines Regimes, das an teuflischer Durchdringung kaum zu überbieten ist.

Deshalb ist ebenso die Familie von Otto Warmbier letztlich Opfer. Sie ist aber nicht nur Opfer von Nordkorea, sondern auch von politischen Intrigen in Washington und vielen anderer in den Nordkoreakonflikt involvierter Staaten.

Für zahlreiche westliche Massenmedien und Politiker ist es derzeit wichtiger, alles was Trump macht, in den Dreck und das Zweifelhafte zu ziehen. Das macht ein Handeln in Nordkorea so schwierig.

Das Irre an dem ganzen Szenarium ist: Nordkorea hat dem Westen längst den Krieg erklärt.

Aber der Westen hat Angst. Angst davor, die Kriegsfalle, in welcher man längst ist, zu verlassen.

Das Problem Nordkorea manifestiert sich zu einem, welches über Jahrhunderte währen könnte.

Die Geschichte hat aber auch immer gelehrt, dass feiges Wegducken nicht belohnt wird.

Aufgeschoben ist in historischen Dimensionen zu oft nicht aufgehoben gewesen. Das heißt: Irgendwann wird Nordkorea tatsächlich über Atomwaffen-Raketen verfügen, welche die USA oder Europa treffen können. Wollen wir wirklich so lange warten?

Trotz der Differenzen zwischen Donald Trump und seinem Ewig-Gegner Senator John McCain, erklärte nun selbst McCain:

„Laßt uns diese Fakten schmerzhaft festhalten: Otto Warmbier, ein amerikanischer Bürger, ist von Kim Jong-un ermordet worden.“

Weiter mahnte McCain, Nordkorea bedrohe seine Nachbarn und destabilisiere die Asia-Pazifik-Region. Zudem baue das Terror-Regime in einem hohen Tempo seine Fähigkeit aus, die USA mit Atomwaffen zu bombardieren. Deshalb sei es Zeit zu handeln.

Ähnlich äußern sich Politiker der oppositionellen Demokraten – allerdings wesentlich zurückhaltender.

So erklärte beispielsweise Steny Hoyer aus dem US-Bundesstaat Maryland:

Die Diktatur von Nordkorea sei verantwortlich für den Mord an Otto Warmbier. Deshalb müssten die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Verbündeten den Druck auf das Kim-Regime weiter erhöhen.

Man müsse deutlich machen, so der Politiker, dass solche Aktionen nicht akzeptabel seien.

Doch klar ist: Das alleine wird Nordkorea furchtbar wenig beeindrucken. Das Morden geht also weiter. Und die Welt schaut weiter zu. Das Programm lautet deshalb weiterhin: „Abwarten bis zur Apokalypse“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.