Escorts in Südafrika: Klauen und die Polizei tut nichts

Volkssport im Südafrika: Im Internet auf Flirt-Portalen Kontakt mit Europäern aufnehmen und sie dann in Südafrika bestehlen.

Wer in Südafrika bestohlen wird, darf sich keine Hoffnung machen, dass die Polizei in Südafrika ernsthaft ermittelt. Selbst dann nicht, wenn man von dem Täter oder der Täterin Fotos und die Handynummer hat.

Besonders dreist und schlimm sei es am Kap mit Escort-Services, erzählt uns ein Deutscher: Sowohl weibliche Escorts wie männliche Escorts sähen Kunden als willkommene Diebstahls-Opfer an. Mal würden Uhren geklaut, dann das Portmonee, Handy, Notebook, Smartphone, die Fotokamera, oder teure Markenkleidung.

Dabei gibt es zahlreiche Escort-Services, über welche Prostituierte auf Kundenfang gehen. Meist sind die Opfer Touristen oder Geschäftsleute, die sich in Kapstadt oder anderen südafrikanischen Städten aufhalten. Die Kontaktanbahnung findet häufig Monate im Voraus auf den entsprechenden Kontaktportalen und Chatrooms im Internet statt.

Sie heißen beispielsweise esa.co.za, southafrica.backpage.com, redvelvet.co.za/escorts/, escortnetwork.co.za/, oder planetromeo.com (für Bisexuelle oder Homosexuelle). Aber auch ganz normale bekannte Kontaktportale sind Tummelplätze für versteckte Escorts. Sie geben an, sie suchten einen Freund, eine Freundin aus Europa, sind aber auf der Suche nach Opfern.

Das Schema, erklärt uns der Deutsche, sei dabei immer das gleiche: In den Internet-Chats auf den einschlägigen Hetero- oder Schwulen-Kontaktportalen würde teils über Wochen mit den künftigen Touristen in Südafrika angebändelt und geflirtet.

Komme es dann in Südafrika, beispielsweise in Kapstadt, Johannesburg oder irgendeiner anderen südafrikanischen Stadt, zu einem Treffen, fange der Touristen-Nepp meist damit an, dass der Tourist dem weiblichen oder männlichen Escort das Taxi bezahlen solle.

Häufig versuchen die Escorts dann den Touristen schon 100 Euro für eine angeblich besonders weite Taxifahrt aus den Rippen zu leiern. Natürlich Hin- und zurück, so dass leicht 200 Euro zusammenkommen. Doch dieses Schema muss nicht immer so ablaufen. Einige setzen für Taxifahrten auch niedrige Preise an oder machen einen auf, „ich komm gerne mit dem Bus oder zu Fuß“.

Besonders gefährlich ist es, wenn die Treffen in einem Guesthouse, Hotelzimmer, oder einem einschlägigen Etablissement, wie einer vom Escort angemieteten Wohnung, stattfinden. Eine Sekunde den Blick abgewendet, ins Bad gegangen, und schon gehen die Profi-Langfinger ans Werk.

Nichts ist dann mehr sicher – nicht einmal eine kleine silberne Dose, in der man möglicherweise Schmuck oder auch nur seine Ohrstöpsel aufbewahrt. Geklaut wird ebenso im Bad oder Schlafzimmer alles, was nicht versteckt und verschlossen ist.

Da die gutgläubigen Touristen oftmals erst um Stunden zeitverzögert merken, dass etwas geklaut wurde, ist das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange:

Dann wurde zwischenzeitlich natürlich noch für Sex Geld verlangt – mal 30 Euro, dann 50 oder 100 Euro. Zudem lassen sich Escorts gerne teuer zum Essen einladen. Der Flirt ist letztlich nichts als Showtime während der Arbeitszeit – denn das ist ein Treffen mit Touristen für solche Leute in der Regel.

Treffen mit Touristen ist für Escorts Arbeitszeit und Showtime

Der Schreck beim Touristen kommt meist erst Tags darauf: Dann, wenn man in dem Guesthouse oder Hotel sein Portmonee sucht, seinen Rasierapparat, das Smartphone, Notebook, oder seine Gucci-Tasche.

„Ich bin von einem männlichen Escort, einem Schwarzen, den ich in planetromeo.com im normalen Nicht-Escort-Bereich kennengelernt hatte, in einem Guesthouse in Camps Bay bei Kapstadt bestohlen worden“, schildert uns der Deutsche.

Daraufhin habe er mit dem jungen Mann Kontakt aufgenommen und diesen aufgefordert, er solle den Gegenstand – eine teure Uhr – wieder zurückgeben. Er habe damit gedroht, sonst zur Polizei zu gehen.

Doch nichts sei geschehen. Auch die Polizeiandrohung habe den jungen Mann, der ursprünglich behauptet hatte, er wolle dem Deutschen gerne Kapstadt zeigen, in keinster Weise beeindruckt.

Die Polizei in Camps Bay habe dann auf besonders aufmerksam gemacht: In zwei Stunden habe sie am Sonntag die Anzeige des Touristen entgegengenommen. Notierte sich die Handynummer des Diebes. Sogar Bilder des Täters konnte der Deutsche Dank des planetromeo-Profils (das früher gayromeo.com hieß) der Polizei vorlegen.

Zudem habe der Polizeichef von Camps Bay sich zwei Mal telefonisch hinterher noch bei dem Deutschen gemeldet und ihm versichert, er werde den Dieb vor Gericht bringen.

Nun, zwei Jahre später, ist immer noch nichts passiert: Trotz Ermittlungsakte und sämtlicher der Polizei bekannten Kontaktdaten ist der Täter immer noch auf einschlägigen Kontaktportalen darauf aus, Europäer, die nach Kapstadt kommen, zu kontaktieren und dann wahrscheinlich wieder in Südafrika zu bestehlen.

In zwei Jahren angeblicher Ermittlungsarbeit lieferte die Polizei von Camps Bay Null Ergebnis ab

Ähnlich wie der männliche Profi-Escort, der behauptete, er studiere, gingen Hunderte weibliche Escorts vor. Auch sie seien aber oftmals nicht als Escorts zu erkennen, bestätigt uns ein Insider, der Escorts vermittelt:

„Diebstahl an Touristen ist leider ein Volkssport hierzulande bei Escorts“. Doch damit nicht genug: HIV ist in Südafrika besonders weit verbreitet, weshalb die Regel generell lautet: Nur safe sex, niemals ohne. Und auch davon sollte man in Südafrika die Finger lassen: Von Drogen.

Grund: Zum einen sind Drogen auch in Südafrika verboten. Zum anderen weiß man nie, ob sich da nicht zufällig K.O.-Drogen darunter befinden. Deshalb niemals sein Glas Wein oder Wasser während eines Dates oder gemeinsamen Essens mit einer Unbekannten oder einem Unbekannten unbeaufsichtigt lassen.

Wenn man sich an diese und noch einige andere Regeln hält, kann Südafrika ein wunderbarer Urlaub sein, um in Sommertemperaturen und bei gutem bezahlbaren Essen dem kalten Winter in Europa zu entgehen.

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