ZDF sollte Dunja Hayali für ‚Emre du endgeiler Ficker‘ abmahnen

So kennt man sie seit Jahren: Dunja Hayali in Aktion fürs ZDF.

Kommentar – Dass Menschen, die im Öffentlichen Leben stehen, beleidigt werden, ist nicht neu. Es ist seit Jahrtausenden Bestandteil des Öffentlichen Lebens. Das heißt: Es ist keine Erfindung des Internets. Früher gab es dafür beispielsweise normale Leserbriefe, die Medien tonnenweise Tag für Tag erhalten haben.

Und noch früher, in der Antike, gab es die Manege, wie das Kolosseum in Rom. Auch hier wurden Kaiser so manches Mal übelst beleidigt. Und das war gut so. Denn Beleidigungen sind oft die einzige Waffe, welche einfache Menschen, die Plebs, haben, um ihre Meinung über Herrschende, unter denen sie oft zu leiden haben, kundzutun.

Dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, Beleidigungen aushalten müssen, passiert nicht nur ZDF-Moderatoren wie Dunja Hayali. Beleidigungen aushalten müssen täglich Politiker, Geschäftsführer, oder Konzernsprecher, beziehungsweise Pressesprecher, die an etwas exponierterer Stelle stehen.

„Nutte“ oder „Schwuler“ oder „Du gehörst vergast“, beziehungsweise „eliminiert“ – all das ist leider Tages-Repertoire oft auch einfacherer Menschen im Umgang mit Menschen, die mehr oder weniger regelmäßig in der Öffentlichkeit stehen und damit in der einen oder anderen Hinsicht das Leben von Millionen anderer Menschen beeinflussen.

Wer beleidigt, hat subjektiv gesehen einen Grund.

Beleidigungen sind oft nichts anderes als ein markantes Zeichen von Menschen, die das Gefühl haben, dass ihnen Unrecht getan wurde durch die eine oder andere Entscheidung von Institution oder deren Repräsentanzen.

Es sind markante Zeichen von Menschen, die einfach das Gefühl haben, sie könnten sich mit ihrer Sicht der Dinge nicht durchsetzen. Dass Beleidigen nicht rechtens ist und nicht in Ordnung, steht dabei zweifelsfrei fest. Doch es ist ein bisschen so, als wolle man Hunden das Bellen verbieten und sagen: Sprich doch bitte lieber in einem ruhigeren Ton bei Tisch.

Gerade für Moderatoren im ZDF oder der ARD gilt: Diese haben sich erstens ganz bewusst ein Leben in der Öffentlichkeit gesucht, denn sonst geht man nicht ins Fernsehen.

Und sie werden dort mit den GEZ-Zwangsgebühren von den Bürgern zwangsfinanziert. Auch von denen, die keine Fans von der ZDF-Prominenz oder ARD-Prominenz sind, wovon es sicherlich Millionen Bürger geben dürfte.

Beim Zwangsfinanzieren, das kann gar nicht oft genug erwähnt werden, reden wir nicht nur über Petitessen.

Wir reden über gigantische Zwangsgebühren, die alleine das deutsche Rentenproblem zu einem nicht kleinen Teil helfen könnte, in den Griff zu bekommen. Denn Hunderttausende Rentner erhalten in Deutschland so wenig Rente, dass sie über die Grundsicherung, also letztlich HartzIV, zusätzlich Gelder beantragen müssen.

Alleine in den vergangenen 15 Jahren erhielten ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle, Phoenix oder 3Sat über 115 Milliarden Euro Rundfunkgebühr, die früher als GEZ-Gebühr bekannt war. Grund: Sie wurde von der staatlichen Repressionsbehörde GEZ (Gebühreneinzugszentrale) für den öffentlich-rechtlichen Zwangsrundfunk erhoben und mit Türdrückern eingetrieben.

Von diesem Geld werden nicht nur gute Dokumentationen oder Kultursendungen finanziert, auch nicht nur Porträts von Oma Müller aus Bamberg oder der zu kurz gekommenen arbeitslosen Verkäuferin aus dem Ruhrpott.

Nein, es werden auch Hunderte Millionen Euro für die bei ARD oder ZDF beschäftigen Moderatoren ausgegeben. Jahr für Jahr. Dabei steigt mit der Prominenz das Gehalt. Es soll sowohl beim ZDF wie der ARD Moderatoren geben, die jährlich Millionen einstreichen. Millionen, finanziert aus den Zwangsgebühren.

Ob ZDF-Frontfrau Dunja Hayali Millionen Euro jährlich verdient, oder ein paar Hunderttausend im Jahr, ist bislang nicht bekannt.

Doch Fakt ist: Das ZDF machte sie zu einem der prominentesten Gesichert im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

An eine solche Person dürfen wir zu Recht höchste Maßstäbe legen im Umgang mit der Öffentlichkeit. Dazu gehört Zurückhaltung bei Beleidigungen.

Gerade bei Facebook gibt es für Beleidigungen ja die simple und sehr praktische Möglichkeit, Beleidigungen an Facebook zu melden oder selber zu löschen. Dazu muss man in Facebook nur rechts auf drei Punkte gehen und den beleidigenden Kommentar löschen.

Sich nun hinzustellen, wie es Dunja Hayali macht, und so zu tun, als sei es die einzig Option gewesen, eine derbe Beleidigung gegenüber ihr („Du Nutte“) mit einer anderen zu begegnen („Emre … du endgeiler Ficker“), ist nicht nur geschmacklos. Es zeigt eine Unreife im Umgang mit der Öffentlichkeit, die sich das ZDF nicht leisten kann. Hinzu kommt: Hayali ist mit 43 Jahren nicht mehr im Teenager-Alter, der man so etwas einfach mal kurz durchgehen lassen könnte.

Doch damit nicht genug: Es war nicht nur ein Ausrutscher von Hayali, die bereits vor Jahren bekannt gab, sie sei eher Frauen zugeneigt, da lesbisch. [1] Nein: Hayali hat vorsätzlich beleidigt und den Kommentarschreiber ihrerseits versucht vorzuführen und das von einer Position der Arroganz aus.

So baute sie in ihren Facebook-Sätzen gegen den ominösen Emre extra Fehler ein und wollte damit dem unflätigen Kommentator seine Unfähigkeit im Umgang mit der deutschen Sprache vor Augen führen.

Das kann man machen, sollte es aber lieber nicht. Dunja Hayali postet auf Facebook nicht als private Lesbe, die Männern mal kräftig in die Eier treten will, sondern als ZDF-Frau, die über Zwangsgebühren zwangsfinanziert wird.

Das heißt: Auf Facebook hat ihre Privatheit aufgehört, sonst hätte sie ja ihr Profil für die Öffentlichkeit geschlossen und würde sich dort nur mit Freunden austauschen.

Das bedeutet: Sie will die Konfrontation mit den Plebs. Sie will die Manege. Dabei wussten schon römische Kaiser, dass die Manege nicht zu zügeln ist, dass der Volkszorn keine Schranken kennt und oft überkocht. Beleidigungen gegen die herrschende Kaste gab es auch damals schon. Und das war gut so.

Das bedeutet: Das Geschrei der herrschenden Kaste über Plebs, das Volk, das im Internet derb beleidigt, ist oft albern und überzogen. Das Volk macht auf Facebook nichts anderes, als das, was es seit Jahrtausenden gemacht hat: Pöbeln, beleidigen, seinen Unmut überspitzt und oft beleidigend kundtun. Das war schon immer die oft einzige Waffe der Plebs, des Volks, gegen die Reichen, Mächtigen, Berühmten.

Nun kann man sich darüber aufregen. Man kann Facebook mit 250 Millionen Euro Strafe bedrohen. Man kann Menschen dafür ins Gefängnis bringen. Oder man kann auch Facebook & Co endlich als das ansehen, was es ist: Eine moderne Manege, angelehnt an das Alte Rom, als im Kolosseum die Plebs am Vorstellungsende tobten und ihren Unmut derb äußerten.

Wenn Menschen das dort nicht wollen, sollen sie entweder offline bleiben oder ihren Facebook-Account für die Öffentlichkeit schließen.

Jeder Konzernsprecher oder Geschäftsführer, der eine solche Show abgezogen hätte, wie es Dunja Hayali auf Facebook mit ihrer Beleidigung abgezogen hat, wäre hochkant rausgeflogen. Das kann sich in der freien Wirtschaft niemand leisten.

Dass Hayali, die gerne so tut, als könne sie kein Wässerchen trüben, damit durchkommt, ist ein Skandal und wird einmal mehr den Zorn der Menschen auf die Herrschenden zu Recht anfachen. Auch so ein Verhalten treibt Wähler in die Radikalität.

Dass sich Facebook dann auch noch dafür entschuldigen musste, dass es nicht nur den Kommentar von Hayali gelöscht hat, sondern auch den von Emre, ist ein weiterer Skandal oberster Güte.

Man fragt sich: Wo leben wir eigentlich? In einer Bananenrepublik? Entweder es gibt Richtlinien, eine Etikette, was wann in Facebook zu löschen ist, oder nicht.

Hier wird also offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. Auch das schafft Radikalisierung bei den Menschen, die nicht im Internet beleidigen dürfen und deren Postings sofort gelöscht werden, oder die sich gar Strafverfahren ausgesetzt sehen.

Ein ZDF-Moderator oder ein ARD-Moderator ist quasi auf Grund des öffentlich-rechtlichen Jobs ein Vorbild und zwar auch für Kinder oder Jugendliche.

Es war schon unerträglich, welchen Dreck ARD-Moderator Jan Böhmermann öffentlich-rechtlich über einen nicht weniger üblen Kerl abgelassen hat, also den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan.

Aber dass jetzt auch Hayali dafür in Medien gefeiert wird, einen solchen Dreck zu posten, wie sie es auf Facebook leider getan hat, macht sprachlos. Es macht viele zu Recht wütend und fassungslos.

Wenn schon nicht das ZDF den Mumm hat, Dunja Hayali abzumahnen oder von ihren Aufgaben für ihre üblen Entgleisungen zu entbinden, sollte Hayali selbst den Mumm haben – schon in ihrem eigenen Interesse – und klar machen:

Es war falsch, was ich getan habe. Es war nicht richtig. Und es ist nicht nachahmenswert. Und ich werde es nicht mehr tun.

Aber selbst wenn sie das täte: Beschädigt hat sie sich letztlich selber. Und das ZDF gleich mit. Und damit auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn sie hat einmal mehr gezeigt:

Wir brauchen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner bisherigen Form so nicht mehr, auch da einige dort meinen, das Gebührensystem sei ein Freifahrtschein für alles.

Das Niveau einiger Leute dort, die hier als Aushängeschilder mit Gebühren zwangsfinanziert werden, ist leider nicht so, dass es irgendeinen Grund gäbe, dafür alle Bürger zur Refinanzierung heranzuziehen.

Zu Gute halten muss man Dunja Hayali, dass sie bislang durch Ausfälle, wie jener auf Facebook, nicht aufgefallen ist und auch ansonsten eher eine Frau der leiseren zurückhaltenderen Töne ist.

Einzelnachweise

[1] „ZDF-Moderatorin Dunja Hayali liebt eine Frau„, in: bild.de vom 19.10.2008. Abgerufen am 10.08.2017.

2 „536.000 Deutsche brauchen Hartz-IV Grundsicherung im Alter zusätzlich zur Rente„, von Elke Fuhr in: steuerratschlag.eu vom 20.04.2016. Abgerufen am 10.08.2017.

Fotonachweis

wikimedia.org/wikipedia/commons

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