Terroranschläge Spanien +++ 15 Araber sollen in Terrorzellen alles geplant haben +++ Imam von Ripoll gilt als ein Drahtzieher

Mit diesem Fahndungsaufruf geht die Polizei von Barcelona an die Öffentlichkeit. Diese Grafik stammt von El Pais, der führenden spanischen Tageszeitung. (4) Die Grafik erklärt: „Detendidos„, bedeutet „verhaftet„. „Muertos in Camrils“ bedeutet „(von der Polizei) getötet in Cambrils„. „Muertos en Alicanar“ bedeutet „(bei Gasexplosionen) getötet in Alicanar". „Desaparecidos„, bedeutet „Flüchtlige„.

Kommentar – Dass ein Staat sich bei Terroranschlägen wehrt, um seine Bürger zu schützen, ist zweifelsfrei richtig. Dass aber ein Staat, wie es derzeit Spanien macht, verdächtige Jugendliche oder junge Männer, allesamt aus arabischen Staaten, wie die Fliegen ohne rechtsstaatliches Verfahren abknallt und öffentlich hinrichtet, scheint zu weit zu gehen.

Zumindest muss man die Frage stellen: Hat man wirklich alles versucht, die des Terrors Verdächtigen zu verhaften, ehe eine Erschießung als letzte Option in Betracht gezogen wurde?

Insgesamt hat die spanische Polizei mittlerweile fünf der Terroranschläge bezichtigter junge arabische Männer öffentlich in Cambrils erschossen.

Allerdings hat es sich die spanische Polizei dabei nicht leicht gemacht. Unsere Videos, welche wir auf Youtube recherchiert haben, zeigen beispielsweise, wie einer der vermeintlichen Täter auf ein Polizeiauto immer wieder zugeht und die Sorge bestand, dass dieser einen Sprengstoffgürtel tragen könnte. Erst als er nicht bereit war, stehen zu bleiben und sich festnehmen zu lassen, war er erschossen worden.

Vier der fünf jungen Männer wurden von der katalanischen Polizei in Cambrils getötet, als diese mit einem Audi A3 in eine Menschenmenge gefahren waren. Dabei war ein Passant auf einer Promenade in dem beliebten Urlaubstort tödlich von dem Terror-Fahrzeug getroffen worden. (1)

Auf Anordnung des katalanischen Richters Fernando Andreu wird vier weiteren Personen, die bereits verhaftet wurden, eine Mitgliedschaft in einer Dschihad-Zelle vorgeworfen.

Die spanische Polizei benennt als bisherige Bilanz der „Terrorzelle Ripoll“ (Girona): Die Polizei habe fünf Personen erschossen, drei seien bei einem Explosions-Unfall in einem Haus gestorben, vier seien festgenommen worden und drei angeblich geflohen.

Die fünf Personen, die in dem Audi A3 Jagd auf Touristen machen wollten, sollen nach Angaben der Polizei alle angeblich Messer bei sich getragen haben.

Damit hätten die Männer angeblich abends auf der Promenade von Cambrils (Tarragona) so viele Touristen wie möglich abstechen wollen. Allerdings ist ein Messer bei einem der erschossenen Männer, die angeblich in dem Audi gesessen haben sollen, zumindest auf den von uns eingeblendeten Videos nicht zu erkennen.

Dennoch gilt als sicher: Dass es in dem spanischen beliebten Touristenort Cambrils nicht noch mehr Tote gab, bis auf jenen Passant, der von dem Audi tödlich angefahren worden war, liegt an dem drastischen Eingriff der Guardia Civil und der Nationalpolizei.

Vier der fünf getöteten Marokkaner und Insassen des Terror-Audis soll alleine ein Polizist erschossen haben, heißt es.

Bekannt ist bislang ferner:

  • So habe ein Haus in Alcanar (Tarragona) als Keimzelle der überwiegend aus Marokko kommenden jungen Killer gedient.
  • Ein weiteres Haus wird als konspirativer Treffpunkt in Morata de Tajuña genannt. Hier sollen die jungen Männer und des Terrors Verdächtigen angeblich für einen Anschlag in Madrid trainiert haben. Insgesamt sollen sich die Araber über einen Zeitraum von fünf Monaten getroffen haben – angeblich auch um zu beten, aber eben auch, um den durchgeführten Terroranschlag auf Touristen in der schönen Stadt Barcelona zu planen.
  • 120 Flaschen mit einem explosiven Gebräu, angeblich Gas, detonierten nicht dort, wo sie sollten, also unter Passanten. Warum die Flaschen explodierten, ist nicht ganz klar. Zwei Optionen können angenommen werden: a) Sie sind auf Grund mangelnder chemischer Kenntnisse explodiert und zwar eben direkt im Haus von Mitgliedern der Zelle Ripoll, zu der 12 Araber gezählt werden.  b) Sie sind vorsätzlich gezündet worden, um Spuren zu verwischen oder sich selbst das Leben zu nehmen.

Die Explosionen waren so drastisch, dass sie das Haus in Schutt und Asche legten. Drei der Araber und des Terrorismus Verdächtiger kamen dabei ums Leben. Einer der Überlebenden in dem Haus ist Mohamed Houli, 21. Er soll den mörderischer Van gemietet haben, mit welchem auf der berühmten Las Ramblas-Promenade im Stadtzentrum von Barcelona 13 Menschen umgebracht wurden und über 100 verletzt worden, darunter mindestens 10 sehr schwer.

Neben Driss Oukabir, 28, der Bruder des von der spanischen Polizei erschossenen Moussa Oukabir, 17, sind namentlich als Mitglieder der Terrorzellen von Spanien unter anderem bislang bekannt:

  • Mohammed Aallaa, der Besitzer des Audi 3 und Bruder eines anderen des Terrorismus Bezichtigten, der ebenfalls von der spanischen Polizei in Cambrils erschossen worden ist.
  • Salh El Kari ist Besitzer eines Call-Centers in Ripoll. Er wird zur Befragung durch Richter Fernando Andreu und Staatsanwältin Dolores Delgado nach Madrid überstellt. Ihm wird Unterstützung des Dschihad-Terrorismus KRS vorgeworfen. Die Aussage von Salh El Kari gilt als wichtig und wertvoll, da er angeblich über zahlreiche Informationen verfügen soll.
  • Weitere drei des Terrorismus Bezichtigter sind auf der Flucht: Younes Abouyaaqoub, wird ebenfalls als Rädelsführer angesehen. Er soll die Miete für den Lkw bezahlt haben und die Miete für Häuser bezahlt haben, welche die Terrozellen nutzen.
  • Der Iman Abdelbaki Es Satty soll in Belgien Arbeit gesucht haben. Das Foto haben wir uns erlaubt von El Pais zu übernehmen.

    Gesucht wird zudem der Fahrer des Lkws von Las Ramblas. Als möglicher Fahrer genannt wird Abdelbaki Es Satty, der Imam von Ripoll, 45 (Foto). Ihm wird ebenso eine mögliche Drahtzieher-Rolle zugeschrieben für die Verbrechen von Barcelona und Cambrils. Er soll der Anführer mindestens einer Zelle mit drei Minderjährigen sein.

+++Update+++ Am Sonntagabend (20.08.2017) berichtet El Pais, wonach der Iman Abdelbaki Es Satty im Jahr 2016 für zwei Monate in Belgien auf Arbeitsplatzsuche gewesen sei und zwar in dem Örtchen Vilvoorde, was angeblich eine ehemalige „Hochburg der Dschihadisten“ sei. (2)

In Vilvoorde habe Es Satty sich angeblich bemüht, dort Iman zu werden. Allerdings wusste das wohl der Ort, nicht aber die offiziellen belgischen Stellen, da die Jobsuche alleine auch in Belgien nicht anmeldepflichtig ist. Der belgische Einwanderungsminister, Theo Francken erklärte: „Der Imam Abdelbaki Es Satty ist nicht von der Einwanderungsbehörde unter diesem Namen bekannt“. (2f)

+++ Update 20.08.2017, 21:51 Uhr:  +++ Es gibt aber Gerüchte, wonach der Iman eines der Todesopfer in dem Haus sein könnte, welches auf Grund von Explosionen zerlegt worden ist. Zudem sollen in der Moschee, wo der Iman predigte, nur zwei der 15 des Terrorismus Verdächtigen gelistet gewesen sein. Keinesfalls, sagt ein anderer Iman im ZDF, sei diese Moschee ein Sammelplatz für Prediger von Hass gewesen. (3)

Doch bislang, so die Polizei von Spanien, sei es zu früh, Personen ihre Rolle zuzuschreiben. Vieles sei bis zum jetzigen Zeitpunkt eine Vermutung.

Einzelnachweise

(1) „Los yihadistas de Ripoll intentaron una masacre a cuchilladas en Cambrils„, (Übersetzt: „Ripoll Dschihadisten versuchten, ein Messer-Gemetzel in Cambrils anzurichten“, von: JOSÉ ANTONIO HERNÁNDEZ, in elpais.com vom 20.08.2017. Abgerufen am 20.08.2017 um 16:56 Uhr.

(2) (2f) „El imán de Ripoll viajó a Bélgica para buscar trabajo“ (übersetzt: „Der Iman von Ripoll war in Belgien um Arbeit zu suchen“, von ÁLVARO SÁNCHEZ, in: elpais.com vom 20.08.2017. Abgerufen am 20.08.2017 um 20:24 Uhr.

(3) ZDF heute journal vom 20.08.2017, circa 21:50 Uhr.

Weitere Videos zum Terroranschlag von Cabrils:

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