Afghanistan: 3.000 ausländische Soldaten getötet, darunter 52 deutsche Soldaten

Seitdem der Westen in Afghanistan im Jahr 2001 einmarschiert ist, sind dort schon 3000 NATO-Soldaten, darunter 52 Bundeswehr-Soldaten aus Deutschland, von terroristischen Taliban umgebracht worden oder bei Gefechten oder Unfällen tödlich umgekommen.

Diese traurige Bilanz wurde am Samstag veröffentlicht. Da die westlichen Staaten Zahlen von toten Soldaten fast gar nicht veröffentlichen – es könnte ja die Kriegspropaganda in der Öffentlichkeit negativ beeinflussen – muss in der Regel auf Zahlen unabhängiger Organisationen zurückgegriffen werden. Die Zahl 3000 errechnete jedenfalls nun der unabhängige Internetdienst iCasualties.org aus.

Rund 2000 der gefallenen 3000 Soldaten waren US-Amerikaner. Die meisten der Getöteten waren zwischen 20 und 30 Jahre alt – also junge Männer. Alleine am zweiten Maiwochenende 2012 sind wieder vier Soldaten der Schutztruppe ISAF getötet worden – zwei wurden von Taliban-Terroristen erschossen, einer wurde mit einer Bombe in die Luft gesprengt, ein anderer starb tragisch bei einem Unfall.

Alleine 2011 starben 566 NATO-Soldaten

Summiert man alleine im erste Halbjahr 2012 die in Afghanistan getöteten NATO-Soldaten zusammen, so kann man nur zu einer Aussage kommen: Das Morden durch die Taliban geht auch in diesem Jahr weiter und weiter. Nach Angaben von Casualties.org starben alleine bis Mai 2012 bereits 150 NATO-Soldaten. Im Gesamtjahr 2011 waren es schockierende 566 junge Männer und Frauen der NATO, die während ihres Soldatendienstes in Afghanistan ums Leben kamen.

Besonders gefährlich ist es für die NATO-Soldaten in der südafghanischen Provinz Helmand. Sie ist die unangefochtene Hochburg des Mohnanbaus sowie der Opiumproduktion. Nirgends starben in den vergangenen Jahren so viele westliche Soldaten wie dort – nämlich 851. Das heißt aber auch: Nicht immer dürften die Taliban die Mörder sein, sondern häufig auch einfache Bauern, die ihre Mohnfelder gegen die NATO verteidigen um überleben zu können.

Nach den USA hat Britannien in Afghanistan die meisten getöteten Soldaten zu beklagen – und zwar 412. Auf dem dritten Platz liegt Deutschland: 52 Soldaten der Bundeswehr sind bereits in Afghanistan ums Leben gekommen – die meisten bei Anschlägen oder Gefechten. In der deutschen Öffentlichkeit werden solche Zahlen kaum kommuniziert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.