Eltern von Otto Warmbier werfen Nordkorea systematische Folter an ihrem Sohn vor

Die Eltern des vestorbenen US-Studenten Otto Warmbier gehen davon aus, dass das nordkoreanische Verbrecher-Regime um Kim Jong-un, 33, ihren Sohn „systematisch gefoltert“ habe. (1)

Wir erinnern uns: Wir sehen Bilder, in denen der weinende und gebückt laufende junge Student Otto Warmbier, 22, von koreanischen KZ-Wächtern im Jahr 2016 in Pyongyang begleitet wird in eine Gefängnis, in einen der unzähligen Regime-Gerichtssäle. (2)

Im Gericht bricht Otto Warmbier zusammen, fleht um Freiheit.

Der absurde Vorwurf von Nordkorea lautete: Warmbiers Verhalten in einem nordkoreanischen Hotel sei angeblich staatsgefährdend gewesen.

Doch in Wirklichkeit hatte Warmbier nur als Gag in einem Hotelflur ein Propaganda-Plakat der regierenden Jong-un-Partei abgerissen. Er hatte es als lustig gemeintes Souvenir mit nach Haus nehmen und verschenken wollen.

Nach der Verurteilung in Nordkorea verschwand Warmbier monatelang in einem Gefängnis oder KZ. Konzentrationslager gibt es in Nordkorea ganz ähnlich, wie es sie auch im Dritten Reich in Deutschland gab.

Konzentrationslager in Nordkorea, die Welt schaut weg

Tausende Menschen, wenn nicht zehntausende, sollen in Nordkoreas Konzentrationslagern umgekommen sein und dort immer noch Tag für Tag sterben und gefoltert werden.

Doch die Welt schaut immer noch mehr oder weniger weg. Sie konzentriert sich lieber auf Diskussionen rund um nordkoreanische Raketen, die über dem Pazifik abgefeuert werden.

Als Warmbier vor wenigen Monaten freigelassen wurde, sah die Welt nur noch eine halbe Leiche, die auf einer Krankenbahre den Amerikanern übergeben wurde. Warmbier hauchte auf dieser Krankenbahre seine letzten Lebenszüge aus. Zuvor muss er wohl viele Wochen, wenn nicht Monate, im Koma gelegen und unendlich gelitten haben.

Jetzt sagten die Eltern von Otto Warmbier über den schrecklichen Zustand ihres Sohnes, als dieser aus Nordkorea heim in die USA gebracht wurde gegenüber Fox:

Aus ihrer Sicht sei das nordkoreanische Regime eine Ansammlung von „Terroristen“, so Fred und Cindy Warmbier. Sie seien sich sicher, dass ihr Sohn von nordkoreanischen Regime-Mitarbeitern „systematisch gefoltert“ worden sei.

 

Nordkorea selber bestreitet einmal mehr, man habe Warmbier gefoltert. Vielmehr sei er auf Grund einer Lebensmittelvergiftung angeblich ins Koma gefallen.

„Das ist die absurdeste Lüge, die ich jemals gehört habe“, kommentiert diese Behauptung eine Berliner Ärztin. „So etwas habe ich in meinem ganzen Berufsleben weder selber erlebt, noch von einem Kollegen gehört“, meint sie und ergänzt:

„Es ist doch ganz klar, dass hier höchstwahrscheinlich eine Folter Ursache für das Koma und den Tod ist.“

In ihrem ersten Interview seit dem Tod ihres Sohnes, sagten die Eltern von Otto Warmbier gegenüber den Fox Nachrichten zudem, dass sie „fühlten, dass es Zeit war, die Wahrheit über die Bedingung zu sagen“, die ihr Sohn Otto in dem Schurkenstaat erlebt hatte.

US-Präsident Donald Trump twitterte zum Interview:

„Great interview on @foxandfriends with the parents of Otto Warmbier: 1994 – 2017. Otto was tortured beyond belief by North Korea.“

Übersetzt heißt dies: „Großes Interview bei @foxandfriends mit den Eltern von Otto Warmbier: 1994 – 2017. Otto wurde mit großer Sicherheit von Nordkorea gefoltert.“

Die Eltern erklärten auf Fox News weiter, wonach ihr Sohn, als sie ihn in den USA in Empfang hätten nehmen können, auf der Krankenbahre heftig gezittert habe. Zudem habe er unmenschliche gespenstisch klingende Töne von sich gegeben.

Sein Kopf sei rasiert gewesen, er sei blind und taub, seine Arme und Beine seien „total deformiert“ gewesen. Zudem habe er eine riesige Narbe auf seinem Fuß gehabt.

Die Eltern sagten: Es „sah aus, als hätte jemand eine Zange genommen und seine unteren Zehen neu arrangiert“.

„Otto wurde von Kim und seinem Regime systematisch gefoltert und absichtlich verletzt. Das war kein Zufall“, sagte Vater Warmbier.

Zudem beklagten die Eltern, dass sie sich von der US-Regierung und der Welt systematisch „verlassen gefühlt“ hätten.

Eltern werfen Barack Obama-Regierung vor, sich nicht genug gekümmert zu haben

So hätten sie keinerlei Informationen erhalten von der US-Regierung rund um Barack Obama was überhaupt mit ihrem Sohn in Nordkorea geschehe oder geschehen sei. Nicht einmal zum Tod ihres Sohnes habe sich die aktuelle US-Regierung bislang geäußert.

Gut möglich, dass dieses Schweigen der Deal der US-Regierung mit den Kriminellen um Diktator Kim Jong-un war. Also Übersendung der Leiche gegen Schweigen.

Die Mutter von Otto Warmbier erklärte, Nordkorea habe ihren Sohn nach Hause geschickt, weil „sie nicht wollten, dass er auf ihrem Boden stirbt“.

Die Familie wollte, auch das wird jetzt klar, keine Post-mortem-Untersuchung, da man den Sohn nicht habe weiter leiden lassen wollen.

Die US-Regierung erließ nach der Katastrophe um Otto Warmbier eine Verbot für US-Bürger, weiterhin nach Nordkorea zu reisen.

Der Student Otto hatte seine Nordkoreareise spontan über einen britischen Reiseanbieter in China gebucht.

Der amerikanischen Lokalzeitung „The Cincinnati Enquirer“, welche zur nationalen Tageszeitung USA Today gehört, wurde wiederum ein Papier des Krankenhauses, in dem Otto Warmbier zuletzt in den USA behandelt wurde, zugespielt.

Die perfekte Folter sieht man nicht

Aus dem angeblichen Papier des Krankenhauses, des „Hamilton County coroner“, soll angeblich hervorgehen, dass Otto Warmbier angeblich nicht gefoltert worden sei und dass er „lediglich“ durch Sauerstoffmangel gestorben sei und nur leichte Verletzungen aufgewiesen habe:

„Die Hamilton County Coroner untersuchte Otto Warmbier und stellte fest, dass er eine Sammlung von kleinen Narben auf seinem Körper hatte, aber keine schien ernst genug zu sein, dass es ein Beweis wäre, er wäre gefoltert worden während er in Nordkorea gefangen gehalten wurde.“ (3)

Weiter führt der The Cincinnati Enquirer aus:

„Der Bericht des Coroners (Krankenhauses), den der The Enquirer am Dienstag erhielt, vertiefte nur das Geheimnis dessen, was mit dem 22-jährigen Studenten der University of Virginia passierte, der sechs Tage nach der Rückkehr am 13. Juni nach Cincinnati nach mehr als einem Jahr in nordkoreanischer Obhut verstarb.“ (3f)

Doch wird die Echtheit der Papiere, aus welchen die Zeitung zitiert, angezweifelt. Grund: Es ist nicht untypisch, dass Regierungen, erst recht Verbrecher-Staaten, bewusst falsche Berichte über andere Menschen in Umlauf bringen.

Das war selbst bei den Nürnberger Prozessen so, wo heute klar ist, dass einige angebliche Beweis-Dokumente unter anderem von den amerikanischen Chefanklägern gefälscht worden sind. Grund: In Fällen mangelnder Beweislage wollte man so für die Richter Gründe für Hinrichtungen oder lange Haftstrafen finden.

Zudem ist bekannt: Wer jemals in Folter-Gefängnissen war, wie beispielsweise in der Gedenkstätte Hohenschönhausen (4) in Berlin, der weiß:

Es wurde auch dort, mitten in Ostdeutschland, in der Nachkriegszeit lautlos gefoltert und zwar so, dass es möglichst keine Spuren am Körper gibt.

Im Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin kamen über 1000 Menschen durch Folter oder Mord um

Diese Praxis wendeten die russischen Besatzer von Ostdeutschland in dem Folter-Gefängnis Berlin Hohenschönhausen ab 1945 an.

Die DDR-Oberen, an welche 1954 das Gefängnis Hohenschönhausen von den Russen übergeben worden war, verstanden nach Zeitzeugen-Aussagen es ebenfalls, zu foltern, ohne Spuren zu hinterlassen, die ja Beweise für Folter gewesen wären.

Das Berliner DDR-Gefängnis Hohenschönhausen wurde immerhin bis 1990 betrieben und kann heute noch mit Führungen besichtigt werden.

Über 1000 Menschen sollen in den Folterzellen von Hohenschönhausen nach 1945 umgekommen sein und in Hohenschönhausen verscharrt worden sein.

Einzelnachweise

(1) „Otto Warmbier ’systematically tortured‘ by N Korea say parents„, in BBC vom 27.09.2017. Abgerufen am 27.09.2017.
(2) „Otto Warmbier„, in: Wikipedia.
(3, 3f) „What killed Otto Warmbier? Coroner’s report only deepens mystery„, von: Anne Saker, in: cincinnati.com (Part of the USU Today Network) vom 26.09.2017. Abgerufen am 26.09.2017.
(4) „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen„, in: www.stiftung-hsh.de.

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