Syrien-Krieg: Deutsche Medien manipulieren in Kriegsberichterstattung und Frankreich will Krieg

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Obwohl der UNO-Sicherheitsrat eindeutig in seiner scharfen Syrien-Rüge vom Wochenende klar machte, dass man das Syrien-Massaker in Houla in der Nähe der Rebellen-Hochburg Homs gegen 108 Menschen und 32 Kinder massiv verurteile, ohne dass man jedoch genau wisse, wer verantwortlich für das Massaker sei, träumt nun der neue französische Präsident François Hollande von einem erneuten Massenkrieg. In Libyen halfen die Franzosen bereits im Jahr 2011 innerhalb des westlichen Kriegsbündnisses NATO 50.000 Menschen durch Dauerfeuer aus der Luft umzubringen.

Frankreich ist in all seinen ehemaligen Kolonien, dazu gehören auch zahlreiche Länder in Afrika, bis heute eine kriegerische Nation geblieben. Zu viele Franzosen, besonders auf der politischen Seite, nehmen sich immer noch Herrschaftsrechte wie zu Kolonialzeiten heraus. In Algerien brachte die französische Regierung in einem Genozid in den 1950er Jahren rund 350.000 Menschen im großen Algerienkrieg vorsätzlich um – nur um die eigene Macht zu schützen.

Und nun also wieder Syrien. Frankreich, genauer der neue sozialistische Präsident François Hollande, durchspielt schon wieder Planspiele nach dem Libyen-Massaker des Westens im nächsten Land militärisch-gewaltsam einzumarschieren, um mit NATO-Gewalt für einen Regierungswechsel in Syrien zu sorgen. Frankreich kann eine blutige Nation seine, häufig ist sie, wie Britannien oder die USA, gefährlich missionarisch. Im Gegensatz zu Deutschland hat Frankreich aus der eigenen blutigen Kolonialgeschichte nicht viel gelernt. Das zeigt sich fast bei jedem neuen Konflikt in Krisengebieten, die einst zum französischen Hoheitsgebiet gehörten.

Die Forderung aus Frankreich in Syrien einzumarschieren befremdet aus vielerlei Gründen. Der wichtigste ist aber: Es gilt keinesfalls als gesichert, dass tatsächlich die syrische Regierung und ihre Militärs in das Massaker vom Wochenende in Houla mit über 100 Hingemetzelten als treibende Kraft involviert ist. Im Gegenteil: Welches Motiv sollte die syrische Regierung haben? Jeder noch so ärmlich gebildete Polit-Stratege dürfte sich an dem kleinen Zeh ausrechnen können, dass jegliche weitere militärische Aktion in Syrien mit zivilen Opfern weltweit, besonders im Westen, für einen Aufschrei sorgen würde, verbunden mit dem Ruf nach militärischer NATO-Vergeltung und einer Syrien-Intervention. Eben ganz so, wie es jetzt Frankreich offen fordert.

Der einzige Gewinner des jetzigen Massakers von Houla ist die syrische Opposition in Zusammenarbeit mit der seit Monaten terroristisch agierenden Freien Syrischen Armee, die auch Obdach ist für gewalttätige Söldner. Sie werden von der Türkei offensiv unterstützt, auch territorial. Immerhin räumt Frankreichs Präsident François Hollande ein, dass einer syrischen Gewalt-Intervention des Westens durch die NATO ein Mandat der UNO sowie des UN-Sicherheitsrats vorausgehen müsse.

Auf wenig Verständnis stoßen die neuerlichen Kriegsgelüste Frankreichs in Deutschland. So wird der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mit den Worten in der Tageszeitung DIE WELT zitiert: „Für Spekulationen über militärische Optionen besteht aus Sicht der Bundesregierung kein Anlass.“

Außerdem warnte Westerwelle vor einem „Flächenbrand“, wie er sich seit Monaten andeutet – Stichwort Libanon-Krise, Iran-Krise, Israel-Krise, Ägypten-Krise, Libyen-Krise, Afghanistan-Krise, Pakistan-Krise, Jemen-Krise, Irak-Krise. Überall ist der Westen mitten drin und doch nicht Herr der Lage – um es milde auszudrücken. Auch Tausende mit Drohnen, also Drones, umgebrachten vermeintlichen oder tatsächlichen Unruhestiftern und Terroristen zum Trotz ist keine Stabilität in diesen Ländern erreicht worden.

50.000 Tote der NATO im Libyen-Krieg

Das NATO-Massaker in Libyen im Jahr 2011 mit geschätzten 50.000 Toten noch vor Augen, verweigern besonders Russland und China dem Westen ein weiteres Mal freie Kriegs-Fahrt. Und das ist gut so. Das ist wichtig. Die beiden Länder stimmen primär auf Grund des maßlosen größenwahnsinnigen Libyen-Krieges der NATO einer erneuten Gewalt-Intervention des Westens jetzt dieses Mal in Syrien nicht zu und auch später nicht. Frankreich müsste also einmal mehr in seiner Geschichte das Völkerrecht mit Füßen treten, wollte es tatsächlich in seiner ehemaligen Kolonie mal wieder Kriegsherr und Kolonialherr spielen.

China erklärte sehr eindeutig, ebenso Russland, dass man gegen einen „gewaltsamen Regime-Wechsel“ in Syrien sei – zumal dem Sechs-Punkte-Friedensplan des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan eine Chance gegeben werden müsse. Doch gerade die Terroristen aus der syrischen Opposition haben im Verbund mit den Söldnern die das Land destabilisieren sowie der Freien Syrischen Armee überhaupt kein Interesse am Gelingen des Sechs-Punkte-Plans gezeigt. Mehrmals sagten sie Annan direkt ins Gesicht: Dieser solle gemeinsam mit den UNO-Blauhelmen verschwinden und Platz machen für die NATO-Massenbomber.

Immerhin lehnen die USA – so kurz vor der nächsten Präsidentenwahl – eine weitere Kriegsaktion des Westens, der NATO, gegen Syrien ab. Grund: Gerät der Krieg außer Rand und Band und folgt ein Flächenbrand, wäre die Abwahl vom kriegerischen US-Präsidenten Barack Obama (Demokraten) so sicher wie das Amen in der Kirche. Das heißt: Bis nach der nächsten Präsidenten-Wahl ist eine Militärintervention unter Zutun der USA ausgeschlossen. Die USA lassen sich derzeit mit den Worten zitieren, ein Krieg der NATO gegen die syrische Regierung würde „zu größerem Chaos und größerem Gemetzel führen“. Nach wie vor setze man auf diplomatischen Druck auf Syriens Präsidenten Baschar al-Assad.

Beobachtet man die Medien in ihrer Berichterstattung fällt derzeit eines markant auf: Während zumindest die großen anglikanischen Print-Medien durchaus neutral und fair berichten, treiben deutsche Medien von Klassik Radio über den Saarländischen Rundfunk/Hörfunk bis hin zu nationalen Tageszeitungen oder der ARD Tagesschau und dem ZDF heute Journal häufig die Politik der einseitigen westlichen Kriegspropaganda:

Es werden Nachrichten durch Weglassung von wichtigen Fakten verzerrt. Es wird sogar wider besseren Wissens Falsches gesendet oder publiziert. Beispiel: Während der UN-Sicherheitsrat klarstellte, dass es keinesfalls erwiesen sei, dass das Massaker vom Wochenende in Houla mit über 100 Toten von syrischen staatlichen Militärs verübt worden sei, erwecken die genannten deutschen Medien häufig doch genau eben den Eindruck, als sei das syrischer Regime maßgeblich Schuld am schrecklichen Massaker und deshalb müsse der Wesen einmal mehr mit Gewalt intervenieren.

Es gibt auch seriöse Kriegsberichterstattung – aber nicht oft

Ohne dass wir hier nun jede kleine Falschmeldung in deutschen Medien zitieren möchten, verweisen wir doch lieber umfangreicher auf guten seriösen Journalismus, der um Objektivität bemüht ist und dem Leser genug Platz lässt, um sich selbst ein Bild von der Lage in Syrien zu machen.

Ein vorbildliches Beispiel ist in der Syrien-Kriegsberichterstattung zum Beispiel die englische internationale Ausgabe der Financial Times (FT). Sie schrieb am 28. Mai 2012 auf Seite 1: „…. The UN Security Council called an emergency meeting last night after Russia rejected a French and British proposal for a statement condemning the massacre… The carnage raised fears of a cycle of sectarian killings if the mostly Sunni Muslim rebels take revenge on villages near Houla inhabited by Alawites, the minority sect to which the Assad regime belongs. The Syrian government denied responsibility for the massacre, insisting it was carried out by heavily armed ‚terrorist‘ forces. Jihad Makdissi, foreign minister spokesman, said Syria was being subjected to a ‚tsunami‘ of lies and an investigation was under way. But a statement from the head of the UN observer force, who visited the area at the weekend, said the monitors had found tank shells and spent artillery ammunition in Houla…. but that, could not be independently confirmed.“

Auch die International Herald Tribune, ein Ableger der New York Times, schrieb unter der Schlagzeile „Syria denies carrying out massacre of villagers“ in seiner Ausgabe vom 28. Mai 2012 wesentlich differenzierter als viele deutsche Medien. Textauszug: „(The government spokesman) Mr. Makdissi said the army did not send tanks into Houla, that security farces die not leave their positions but had remained in a defensive posture. Instead, he said, hundreds of gunmen armed with machine guns, mortars and tank missiles began attacking government positions and a skirmish that lasted much of the day and well into the night. Tree soldiers were killed and 16 wounded… After monitors visited the village on Saturday, counting at least 92 bodies, which the cited as evidence that the Syrian military had violated its part of a truce in firing heavy artillery at civilians.“

Und die deutschen Medien? Sie verzerren die Realität allzu oft, manipulieren den Leser. So schreibt der Kölner Stadtanzeiger am 30.5.2012: „Nie wieder? Nun blickt eben dieses Europa mit Entsetzen auf eine kleine Stadt in Syrien. In Al-Hula wurden mehr als 108 Menschen, darunter mehr als 30 Kinder, Opfer einer Massenhinrichtung durch Schergen des syrischen Präsidenten Al-Assad.“

Auch spiegel-online ist sich sicher und schreibt am 29.5.2012: „Das syrische Regime trage für die schrecklichen Vorkommnisse in Hula die Verantwortung“. An anderer Stelle heißt es wieder bei spiegel-online, die Wahrheit durch Weglassung ebenfalls verzerrend: „Die UNO spricht von Hinrichtungen: Für das Massaker im syrischen Hula machen die Vereinten Nationen das Assad-Regime verantwortlich. Die meisten Menschen sollen gezielt getötet worden sein.“

Informieren – national und international – anders geht es nicht in der Kriegsberichterstattung

All das zeigt: Die Kriegsberichterstattung der deutschen Medien, das gilt aber auch für CNN und BBC, ist leider allzu oft keinen Pfifferling wert. Sie nutzen dem Rezipienten, dem Staatsbürger, der zu oft nicht, da zu stark in der Berichterstattung manipuliert wird. Besonders deutlich wird das auch daran, dass beispielsweise die ARD Tagesschau oder das ZDF heute Journal häufig noch nicht einmal Bilder des Sprechers der syrischen Regierung zeigen. Dafür werden dem Zuschauer aber permanent Bilder eingeblendet, die die ausschließliche Schuld an Massakern der syrischen Regierung in die Schuhe schieben möchten. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus.

Was hilft? Bürger, die sich ein objektiveres Bild vom Krieg in Syrien machen möchten, kommen nicht umher als die Kriegsberichterstattung mehrere nationaler wie internationaler Medien heranzuziehen, auch unabhängige Onlinemagazine mit einem pazifistischen Ansatz, wie kriegsberichterstattung.com, können hilfreich sein.

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3 comments

  1. Bei aller Fruiedensliebe: ich kann dieses typisch deutsche und zeitweise auch russische FRIEDENSgerede nicht mehr ertragen ( und unfairerweise auch nicht mehr nach einigen Zeilen in Ruhe alles durchlesen) :
    Bur soviel — und
    abgesehen davon, das die Losung vom FRIEDEN deutscher und russischerseit wiederholt ein strategischer Teil der Offensiv- & Täuschungspolitik war und ist:

    Statt wie im Text abgelehntem "gewaltvollem REGIME-WECHSEL", was ich mündlich auch schon betr. IRAK und LYBIEN, wie zum Deutschland-Problem unterstützt habe, haben wir nun seit Jahren einen GEWALTVOLLEN VOLKS-WECHSEL; – wovon neben drei Nachbarn ausgerechnet Europa und v.a. seine HAUPTFRIEDENSMACHT einen großen Teilaufnimm oder dazu gezwungen wird . . .
    – Was erstmal zur HILFE für Verfolgte und für durch vorrangig nicht durch den IS, sondern durch ASSADs FLÄCHENBOMBARDIERUNG Vertriebene o.k. wäre, wenn
    ja wenn es von Anfang an eine scharfe Prüfung und Kontrolle geben würde, um die djihadistisch gestimmten Moslems herauszufischen, die auch schon vor Jahren zT. in Form ASYLsuchender oder -Berechtigter die terroristische Hauptgefahr waren.
    Aber
    schlimmer noch: Nicht nur daß man die in Europa zunehmende vor-terroristische Alltagsgewalt von Moslems gerade auch nicht in letzter Zeit hereingekommender MOSLEMS ignoriert hat:
    Wie seit Jahrzehnten
    stehen die tolerierten und zT. politisch geförderten und massenmedial verharmlosten VERFASSUNGSFEINDLICHEN Islam-Organisationen viel weniger auffällig und jenseits der Salafisten zur Organisierung und Ausrichtung bereit, die auch früher schon säkulare Gastarbeiter oder Stipendiaten re-islamisiert und fanatisiert haben.
    Und
    das heißt schon lange: DER UN-HEILIGE KRIEG DER MOSLEMS UNTEREINANDER und vor allem GEGEN DIE "UNGLÄUBIGEN", speziell gegen die JUDEN und das republik-demokratische Regierungssystem, wird verstärkt nach hier übertragen, – so
    wie es allerdings schon — wenn man nicht vergesslich ist – offen auf die Straßen getragen wurde im September/Oktober 2000, und in France wiederholt mit Brandschatzungs-Wellen und Mord. Nicht von Neonazis, sondern von Moslems, – etwa gegen drei SYNAGOGEN auch hier seit 2000.

    Das alles ( und seine moslemisch-sowjetischen bis deutschen Quellen) ist seit langem von den MASSENMEDIEN, speziell den Sendern flachgebügelt, verheimlich und verfälscht worden, – unter großem Zutun der pazifistischen, sozialdemokratischen, grünen und extremistischen Linken, die zT. direkt, zT. indirekt über ihre sogenannten "antirassistischen" Netzwerke miteinander kooperieren. Als
    2014 auch auf deutschen Straßen die hasserfüllten antisemitischen Ausfälle von Moslems unüberhörbar wurden, — wegen der Massivität oder aus Gründen, wie ich nicht ganz verstanden habe oder durch die Aktivität von interNETZwerkern – griff man das beim WDR, sicher auch ähnlich beim NDR, SZ und anderen Kooperierenden über Monate immer wieder erinnernd und erschröcklich auf. Und
    tat so aus dem gewohnten Kontext und Redekunst, als kämen diese "Juden-ins-Gas"- und "Judenschwein"-Angriffe von Neonazis bzw. von nicht-islamischen Antisemiten.
    — Allein das reicht schon um das Wort LÜGENPRESSE zu gebrauchen. Ob
    allerdings aus der nun zunehmend drohenden Islamisierung per islamischer Masseneinwanderung nicht aus einem spontanen Beschluss aus wohlmeinender Humanität, sondern bewußt Schlimmeres betrieben wird — wie seit Jahren zu hören aus manchen Politikeräußerungen auch auf EU-Ebene – ist die Frage: Es ginge erneut um die Vernichtung der nationalen Identitäten und der Nationen samt ihrer jüdisch-christlichen kulturellen Wurzeln, die Bsis der Zivilisation, die ja marxistisch und national-sozialistisch nicht "gelungen" war.

  2. Was wirklich in Syrien passierte:
    „al-Hula: eine Rekonstruktion

    Unser Team von ANNA-News war in der Gegend Al-Hula und Taldo unterwegs und hat auch das Militärlazarett in Homs besucht. Auch in Homs selbst ist es uns gelungen, mit Bewohnern von Al-Hula und Taldou zu sprechen, die vor den Banden, die ihre Siedlungen besetzt haben, geflohen sind.

    In der Nachbereitung dieser Fahrt stellen wir Ihnen das Material vor, das wir im Zuge unserer eigenen Recherchen der Vorkommnisse zusammengestellt haben.

    Am 25. Mai 2012 gegen 14 Uhr haben bewaffnete Einheiten unter Einsatz starker Kräfte die Kleinstadt Al-Hula in der Provinz Homs angegriffen und erobert. Al-Hula besteht aus drei Bezirken, den Dörfern Taldou, Quarlahiya und Taldahab, in jedem von welchen um die 25-30 Tausend Einwohner leben.

    Die Kleinstadt wurde von Nordosten her von Einheiten bewaffneter Kämpfer und Söldner angegriffen, insgesamt um die 700 Leute. Die Kämpfer kamen aus Ar-Rastan (speziell die ca. 250 Mann starke Al-Farouk-Brigade der Freien Syrischen Armee unter dem Kommando des Terroristen Abdul Razak Tlas), aus dem Dorf Akraba (unter dem Kommando des Terroristen Yakha Al-Yusef) sowie aus dem Dorf Farlaha, dazu kamen in Al-Hula ansässige Banditen. Ar-Rastan ist seit geraumer Zeit schon von praktisch allen friedlichen Zivilisten verlassen worden. Dort haben jetzt wahhabitische Kämpfer das Sagen …“

    Der ganze Beitrag der Journalisten findet sich hier:
    http://apxwn.blogspot.de/2012/05/al-hula-eine-rekonstruktion.html

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