Syrien: UN am Ort des grauenvollen Massakers – UNO-Beobachter geschockt

Vor wenigen Stunden ist die UN-Friedenstruppe am Ort des schrecklichen Massakers mit 80 Toten in Syrien in den Dörfern Al Kubeir und Mazraat al-Qubair (auch geschrieben als ‚Maarsaf‘) in der syrischen Provinz Hama eingetroffen . Dort erwartete sie ein Schauplatz des Grauens: Leichen, Blut, Terror. Wer die Täter waren, steht noch nicht fest. Die syrische Regierung sagte zu, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um solche Massaker möglichst zu verhindern und an der Aufklärung mitzuarbeiten.

Während die syrische Opposition behauptet, die 78 Menschen, darunter Frauen und Kinder, seien in den Dörfern von der regierungsnahen militanten „shabiha“-Miliz erschossen, zerhackt und zu Tode verbrannt worden, weist die Regierung das zurück.

Die syrische Nachrichtenagentur SANA sagte, „an armed terrorist group“, eine bewaffnete Terrorgruppe der Opposition, habe das Massaker durchgeführt. Es heißt, „Hama authorities“ seien während des Überfalls auf das Dorf benachrichtig worden und wären den überlebenden Dorfbewohnern zu Hilfe geeilt. Deshalb weist die syrische Regierung um Präsident Bashar Assad jegliche Schuld von sich.

Als die Regierungstruppen in dem Ort des Massakers eingetroffen sei, habe man die „attackers“ angeblich stellen können und umgebracht. Ob das zuzutrifft, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Allerdings dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass man tatsächlich die schwer bewaffneten Banden komplett erwischt hat.
Syriens UN-Botschafter („Permanent Representative to the United Nations“), Dr. Bashar al-Jaafari, sagte in New York, die syrische Regierung sei bereit, alles in ihrer Macht liegende zu tun, um der UN-Mission von Kofi Annan zu einem Erfolg in Syrien zu verhelfen und besonders die Massaker zu stoppen.

Al-Jaafari sagte weiter, dass die erneuten Massaker in al-Qubeir in Syrien äußerst schrecklich seien, dass aber die derzeit im Umlauf befindlichen TV-Bilder der im Westen gerne zitierten arabischen Fernsehsender, al-Jazeera and al-Arabia, falsch seien. Die TV-Sender behaupteten, sie hätten von den aktuellen Massakern oder den Hintergründen Aufnahmen.

Der syrische UNO-Botschafter al-Jaafari sagte zu, das syrischen Fernsehen werde sich bemühen, Bilder der Weltöffentlichkeit sowie dem UN-Sicherheitsrat präsentieren zu können, die die Realität der Massaker wahrheitsgemäßer darstellten: „‚The Syrian TV will air the true images of the massacre…The instigative media channels have taken to airing such fabrications before the UN Security Council meetings.“

Als Täter der neuen Massenmorde würden örtliche Bürger gegenüber der Regierung gesagt haben, so al-Jaafari, es habe sich um bewaffnete Gruppen gehandelt, die aus einem anderen Dorf angerückt seien. Die syrische Nachrichtenagentur SANA schrieb: „He said that the locals affirmed that the gunmen who committed the crime came from another village called ‚Jreijes‘.“

Nicht einfach an den Ort des Massenmordes zu kommen

Für die UN-Beobachter war es nicht einfach an den Ort des Grauens, besonders zu dem Dorf Mazraat al-Qubair in Hama vorzustoßen. Sowohl Bürger, wie Militärs, hatten sie zunächst an einem Zutritt gehindert. Gerade für zivile Islamisten sind Leichen eine hoch sakrale Angelegenheit. In dem Ort Mazraat al-Qubair in der Provinz Hama lebten einst rund 160 Bürger.

Es ist nach dem Massaker in Al-Houla, das nach Zeugenberichten höchst wahrscheinlich eine Aktion von Todesschwadronen der syrischen Opposition war und 108 Menschenleben forderte, der zweite Massenmord an unschuldigen Zivilisten innerhalb von zwei Wochen.

Ein BBC-Kriegsreporter und Kriegsberichterstatter, Paul Danahar, der mit der UN am Ort des Massenmordes eingetroffen ist, sagte, er habe überall Körperteile von Leichen gesehen und an den Häuserwenden und am Boden wäre überall noch Blut zu sehen („There are pieces of human flesh lying around the room, there is a big pile of congealed blood in the corner, there’s a tablecloth that still has the pieces of someone’s brain attached to the side of it.“).

Die UN-Beobachter teilte mit, die Täter und Mörder hätten an vielen Stellen Feuer gelegt, um ihre Spuren möglichst weit zu verwischen. Neben Maschinengewehren und Granaten waren wohl auch Raketen eingesetzt worden, die von Jeeps oder anderen Militärfahrzeugen abgefeuert worden sind. Auch die „Freie Syrische Armee“ verfügt mittlerweile über umfangreiches hartes Kriegsgerät, wird sie doch von einigen westlichen Staaten nach Gerüchten – wie Frankreich, Britannien oder dem US-Geheimdienst CIA, aber auch aus der Arabischen Liga (Saudi Arabien, Katar), aufgerüstet.

Derzeit ist die UNO dabei, die Namenslisten in den beiden vom Massaker betroffenen syrischen Dörfern abzugleichen, um festzustellen, wer tatsächlich umgebracht worden ist.

Derweil geht der brutale furchtbare Bürgerkrieg in Syrien weiter. Zum wiederholten Male sei es am Freitag wieder zu Gefechten in Syriens Hauptstadt Damaskus zwischen Regierungstruppen und terroristischen Truppen der Opposition gekommen, berichten Augenzeugen. Die Wahrheit des Krieges in Syrien ist derzeit sehr schwer zu ergründen. Mit einfachen Schuldzuweisungen ist es jedenfalls offensichtlich nicht getan.

Weitere Informationen

Syrische Nachrichtenagentur Sana: http://www.sana.sy/index_eng.html

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