Gerüchte um Querschnittslähmung: Hells Angels Rocker André S. könnte überleben, aber eventuell nicht gesund

Die Berliner Zeitung ‚Berliner Kurier‘ berichtet, eines der circa sechs auf den Berliner Hells Angels Boss André S. von einem Mörder abgeschossenen Projektile habe seine Wirbelsäule getroffen. Er sei mit den Schüssen regelrecht von seiner Harley Davidson geschossen worden. Das könnte bedeuten, spekuliert der Berliner Kurier: Sollte André S. wieder aufwachen, dass er eventuell querschnisstgelähmt wäre. Ein Motorrad zu fahren, wäre dann nicht mehr möglich. Für einen Hells Angels wäre das eine der schlimmsten Tragödien überhaupt. Das Attentat geschah wohl vor dem Germanenhof, einem Restaurant in Berlin-Hohenschönhausen.

Nach diesem erneuten Gewaltakt innerhalb der Reihen der Hells Angels in Berlin wird es nun für zahlreiche Rockerclubs der Hells Angels und Bandidos eng. Es heißt, die Staatsanwaltschaften hätten eine „Task Force“ gegen Rockerkriminalität gebildet. Zehn Staatsanwaltschaften würden ab sofort gemeinsam gegen Organisierte Kriminalität in der Rockerszene vorgehen.

Kommentar:
Auch wenn durch die derzeitigen polizeilichen Aktionen gegen kriminelle Personen in der Rockerszene – alleine in die Razzien waren rund 3000 Polizisten involviert – Hunderte unschuldige Motorradfahrer der Rockerszene in Verdacht geraten in kriminelle Machenschaften eines harten Kerns an Unverbesserlichen verstrickt zu sein: Die Task Force der Staatsanwälte ist nicht das schlechteste. Sie hilft, die Spreu vom Weizen, also die Masse an Tausenden Motorradfahrern, die die friedliche Gemeinschaft lieben und in Kutten und auf Bikes auszufahren, von jenen zu trennen, die in kriminelle Aktionen verstrickt sind.

Die Hells Angels und Bandidos sollten derzeit den Staat nicht primär als Gegner oder gar Feind wahrnehmen, sondern auch als Helfer: Der Staat hilft die Masse der Friedlichen zu schützen, also jene, die sich an Recht und Gesetz halten. Offensichtlich waren einige Ortsverbände der Hells Angels und Bandidos bislang nicht ausreichend genug dazu in der Lage, sich gegenseitig selbst zu schützen – ohne Gewaltaktionen. Dieser Tatsache müssen sich die Rockerclubs nun selbst bewusst werden.

Das was in Berlin passiert ist, hat der Öffentlichkeit in der Tat klar gemacht: Der Staat muss eingreifen, damit sich so ein schreckliches Attentat, wie nun in Berlin geschehen, möglichst nicht mehr wiederholt. Im eigenen Interesse sollten die Hells Angels und Bandidos die auch nur den Anflug eines Verdachts haben, wer der Täter oder die Täter sein könnten, spätestens jetzt eine Zeugenaussage machen.

Gleichzeitig gilt jedoch für die Medien, die Polizei, die Politik als auch Staatsanwaltschaften: Grundrechte gelten für jeden. Hierzu gehört auch die Unversehrtheit einer Wohnung sowie der Person. Berichte von überzogenen Polizeirazzien gegen die Rocker sind ein Alarmzeichen, ebenso, wenn grundlos Wohnungen von Verdächtigen von Polizeibeamten verwüstet werden (Berichte hierzu weiter unten). Es darf hier keine Verfolgung von Motorradfahrern stattfinden wie in Zeiten der Hexenverfolgung. Der Staat muss in seinen Aktionen Maß halten.

Das gilt auch für alberne überzogene generelle Verbotsrufe gegenüber Motorrad-Rockerclubs. Wir leben nicht in einem willkürlichen Polizeistaat, sondern einer freiheitlichen Gesellschaft. Verbote ganzer Gruppierungen als härtestes Mittel staatlicher Aktionen müssen stets die allerletzte Option sein und sind sehr genau vorab in ihrer Effektivität zu überprüfen. Unser Rechtssystem ist auch bislang sehr gut damit gefahren, keine Kollektivstrafen zu erheben. Dabei sollte es bleiben!

Dennoch: Für die Motorradfans selbst ist der Petitionsaufruf der Rockerunion, in dem sich über Tausend Rocker eindeutig von gewalttätigen Motorradfahrern und Kriminellen absetzen, ein wichtiger Schritt. Das ist das richtige Signal an die Öffentlichkeit. Letztlich ist es tragisch, dass die Motorradszene in der Öffentlichkeit so einen dramatischen Imagefall erlebt hat, wie es derzeit der Fall ist. Ganz unschuldig ist die Szene dabei aber nicht. Man hat selbst zu lange weggeschaut. Das jetzige furchtbare Attentat sollte eigentlich allen die Augen öffnen. Weiter:

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