Hells Angels Chef Berlin nicht querschnittsgelähmt, Ortsgruppe Potsdam aufgelöst

Neue Gerüchten um den Hells-Angels-Boss der Nomads Gruppe von Berlin: Angeblich könne André S. nun doch wieder laufen, sei also einer Querschnittslähmung entgangenen. Dennoch sei das Projektil, das ihn am vergangenen Sonntagnacht in Berlin bei einem Mordanschlag im Rücken traf, nur haarscharf am Rückenmark vorbeigegangen. Das ist aus dem Vierow-Krankenhaus, welches zur Charité gehört, in Berlin zu hören.

Ein Mitglied der Hells Angels teilte mit, mittlerweile sei André S. auch wieder ansprechbar. Dennoch wird der Mordanschlag eines bislang nicht gefassten Täters weitere Folgen nach sich ziehen. So spricht der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) im Zusammenhang mit einzelnen kriminellen Mitgliedern der Rockergruppe Hells von einem „brutalen und gefährlichen Phänomen“. Erst am Freitag hatte der Innenausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus zum Thema Kriminalität in Rockerclubs noch einmal getagt. Die Sitzung fand außerhalb der Reihe statt und wurde von Berliner Abgeordneten der Grünen, Linken sowie den Piraten anberaumt.

Derweil dementieren Hells Angels, wonach der Mordanschlag auf André S. wegen eines Machtkampes innerhalb der Hells Angels geschehen sei. So einen Machtkampf gebe es nicht. Ratlos ist die Polizei immer noch in der Frage, wer der Täter, der den Mordanschlag auf André S. verübt haben könnte, ist.

Erst Ende Mai hatte der Berliner Innensenator Henkel eine Ortsgruppe der Hells Angels verboten. Allerdings liefen deutschlandweit sämtliche Razzien gegen die Hells Angels oder Bandidos bislang mehr oder weniger ins Leere. Rund 3000 Polizisten hatten in mehreren Razzien in Berlin, Hamburg, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein nach Beweismaterial für Organisierte Kriminalität gefahndet. Doch die Ergebnisse waren jedes Mal eher mau. Umso größer ist mittlerweile der Druck auf die Staatsanwaltschaften endlich auch Beweise für ihre These der Organisierten Kriminalität in Rockerclubs vorzulegen.

Unklar ist derweil, ob die Polizei, wie sie gerne den Medien und der Öffentlichkeit mitteilt, einen „Maulwurf“ in den eigenen Reihen hat – oder gar mehrere. So behauptet sie, mehrere Razzien gegen Hells Angels oder Bandidos seien vorab verraten worden. Deshalb seien die Ermittlungsergebnisse so mau. Doch es gibt mittlerweile auch die Version, wonach diese Behauptungen der Polizei mehr oder weniger ausgedacht sein könnten, um über mangelnde Ergebnisse hinwegtäuschen zu können und die Millionen Euro an Steuergeldern, die umfangreiche Razzien verschlingen, besser der Öffentlichkeit verkaufen zu können.

Derweil teilte am Freitag die Berliner Polizeipräsidentin Margarete Koppers vor dem Berliner Abgeordnetenhaus mit, auch sie wisse nicht, ob es einen Maulwurf gebe und wer es sein könne. Der Kreis der in Razzien involvierten Personen sei einfach zu groß. Alleine in Berlin und Brandenburg seien vor den Razzien beispielsweise neben den Polizei, auch die Polizeipressestelle, Mitarbeiter von Bundesinnen- und Justizministerium, als auch der Innenbehörde in Brandenburg, involviert gewesen.

Derweil ist die Potsdamer Ortsgruppe der Hells Angels einem Verbotsantrag des Brandenburger Innenministeriums zuvorgekommen und hat sich nun kurzfristig selber formal „aufgelöst“. So heißt es auf der Webseite: „Das Charter HAMC Potsdam ist aufgelöst und die dazugehörigen Support Clubs.“ Unklar sei bislang, was aus dem traditionellen und früher gut besuchten Clubhaus in der Potsdamer Charlottenstraße passiere. Lesen:

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