Kongo: Lubanga wegen Kindersoldaten bis 2020 hinter Gittern

Der Den Haager Internationale Strafgerichtshof hat nun den ehemaligen Chef der Rekrutierungseinheit für Kindersoldaten im Kongo, Thomas Lubanga Dyilo, zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Allerdings: Sechs Jahre saß der Militärchef bereits ein. Deshalb kommt der offiziell als Kriegsverbrecher verurteilte bereits im Jahr 2020 wieder frei. Seine Taten gehen in die Jahre 2002 und 2003 zurück. Damals soll er in der ostkongolesischen Provinz Ituri während des Bürgerkriegs mit rund 60.000 Toten tausende Kinder in der Armee zwangsrekrutiert haben.

In der Demokratischen Republik Kongo nahmen viele das Urteil mit Genugtuung auf. Grund: Die Kindersoldaten, die häufig auch mit Drogen gefügig gemacht wurden, waren wegen ihrer gnadenlosen Brutalität berüchtigt und hatten jahrelang Angst und Schrecken im Kongo verbreitet.

Wo der 51-jährige Lubanga, Gründer der „Patriotischen Kräfte für die Befreiung des Kongo“ tatsächlich seine Haft absitzen wird, ist noch nicht klar. Insgesamt sollen sich bislang sechs Länder dazu bereit erklärt haben – Mali und Serbien, Belgien und Österreich, Großbritannien sowie Finnland.

Allerdings ist Lubanga nicht der einzige aus dem Kongo, der als Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt oder verurteilt wurde. Erst Mitte Juni hatte es ein ähnliches Urteil gegen einen Kongolesen gegeben.

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