Syrien: Tausende fliehen aus antiker Kurden- und Araberstadt Aleppo

Krieg im Mittleren Osten und in Arabien.
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Das Chaos in Syrien wächst. Nun spitzt sich der Krieg in Syrien weiter zu. Entweder läutet es den Beginn vom Ende des syrischen Regimes um Baschar Hafiz al-Assad ein oder das Ende der terroristisch agierenden islamischen „Freien Syrischen Armee“ zu. Tausende Bürger, die UNO spricht gar von bis zu 200.000 Menschen, sind auf der Flucht. Im Zentrum der Kämpfe steht die antike Stadt Aleppo in der auch deutsche Historiker seit Jahren an Grabungen nach antiken Fundstücken beteiligt sind. Viele fürchten nun um uralte Kulturgüter der Menschheit.

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Im Jahr 2006 wurde Aleppo der Titel der Kulturhauptstadt des Islam verliehen. Aleppo ist die zweitgrößte syrische Stadt mit 1,7 Mio. Einwohnern. Hier wohnen überwiegend Kurden, die von einem eigenen nordsyrischen Staat träumen, sowie Araber. Circa 15 Prozent der Einwohner sind syrische orthodoxe Christen.

Derzeit ist die syrische Armee mit Hubschraubern, Panzern und Kampfjets daran, die terroristisch agierende „Freie Syrische Armee“ (FSA) in Aleppo zu bekämpfen. Die Freie Syrische Armee ist derzeit dabei tausende Christen aus Homs und Aleppo zu vertreiben und soll auch bereits hunderte umgebracht haben. Viele sprechen von einer islamisch motivierten Christenverfolgung. Die syrische Regierung spricht von einer „Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen“.

Wie viele Tote der Krieg in der antiken Stadt Aleppo bislang gekostet hat, ist nicht klar. Die Rede ist von circa 160. Während die UNO stärkeren Zugang für Nothilfs-Organisationen fordert, so agiert auch in Aleppo bereits die dem Roten Kreuz ähnliche Organisation „Ärzte roter Halbmond“. Der Libyen-Krieg des westlichen Kriegsbündnisses NATO hatte rund 50.000 Tote gefordert.

Besonders wichtig ist die Versorgung der Menschen in Syrien mit Nahrung, Wasser, Decken – auf Grund von Stromausfällen – sowie Medizin. Viele befürchten eine humanitäre Katastrophe.

Syrien beschuldigt Israel, die Türkei, Katar und Saudi-Arabien, die bewaffneten terroristischen Einheiten der „Freien Syrischen Armee“ über die türkische Grenze massenhaft mit Waffen und militärischer Ausrüstung auszustatten sowie wie Milliarden Euro zu unterstützen. So erhält beispielsweise jeder gefallene Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“ 2.700 Dollar für seine Familie.

Der Monatslohn liegt bei bescheidenen 100 Dollar je Krieger. Derweil hat die US-Regierung Sorge, dass die „Freie Syrische Armee“ nach einem Sieg sämtliche staatliche Institutionen zerschlagen könnte. Neben Aleppo gibt es auch in der Nachbar-Region Salahhedine Kämpfe. Hier soll die syrische Armee bereits einige Gebiete eingenommen haben.

Kritik an Assad kommt vom US-Verteidigungsminister, U.S. Defense Secretary Leon Panetta. Er sagte: „If they continue this kind of tragic attack on their own people … I think it ultimately will be a nail in Assad’s coffin.“ Übersetzt: Wenn Assad weiterhin mit scharfen Waffen gegen die eigenen Leute vorgehe, sei das der erste Nagel auf seinen eigenen Sarg.

Das Problem: Nicht Assad hat mit den bewaffneten Kämpfen in Syrien begonnen, sondern die „Freie Syrische Armee“, die die syrische Bevölkerung terrorisiert und auch in mehrere Massaker, auch an Christen oder nicht sunnitisch Gläubigen, beteiligt sein soll. Die anfängliche Demokratiebewegung in Syrien ist also längst einer primär religiös motivierten Schlacht zwischen den in Jahrzehnten unterdrückten Sunniten in Syrien und den regierenden Alawiten, die als religiös gemäßigt gelten aber in der Minderheit sind, gewichen. Dabei hatte im Frühjahr 2012 Präsident Assad bereits demokratische Reformen durchgeführt, die aber immer wieder von der „Freien Syrischen Armee“ durch Terroraktionen behindert werden. Sie möchte den totalen Krieg.

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Syrische Nachrichtenagentur Sana: http://www.sana.sy/index_eng.html

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