Ägypten: Nach Terroranschlag zu Israels Grenze verstärkt Ägypten Militär

07.08.2012 , Autor Peter Patzow , mehr zum Thema Militärs

kriegsberichterstattung.com / kriegsberichterstatter
Arabische Kinder.

Die ägyptische Regierung verstärkt nach einem Terroranschlag an der ägyptisch-israelischen Grenze nun die Militärpräsenz an den Grenzkontrollposten. Am Wochenende hatten mehrere dutzend ägyptischer Islamisten einen ägyptischen Grenzposten nach Israel überrannt und ein Massaker angerichtet: 15 ägyptische Soldaten starben, zwei Panzer wurden gestohlen und weiteres Militärgerät. Doch geht es nicht nur um Terror in Ägypten.

Es geht immer noch um einen schwelenden historischen Konflikt zwischen Israel und den Ägyptern seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967, den Israel mit militärischen Angriffen gegen Ägypten begonnen hatte. Israel selbst spricht von einem damals notwendigen Präventivschlag, da man den Einmarsch Ägyptens befürchtet habe.

Die Aggression vieler Ägypter gegen die Israelis ist auch in 40 Jahren Mubarak-Diktatur, die für Israel eine Zeit des Friedens war, nicht weniger geworden, sondern eher mehr. Das beruht vor allem auf dem für Ägypten schmachvollen verlorenen Sechstageskrieg im Jahr 1967. Damals ging Israel auf Kosten seiner Nachbarstaaten wie Ägypten oder Syrien als Sieger hervorging - auch dank der Unterstützung der Europäer und Amerikaner – und besetzte zahlreiche arabische Gebiete. Doch vergessen hat diese Schmach kein Araber.

Seitdem der langjährige Staatschef Husni Mubarak vor bald eineinhalb Jahren im Zuge der arabischen Revolution gestürzt wurde, wird zudem immer deutlicher: Ägypten steht als Verbündeter des Westens und damit als Friedensgarant für Israel auf Messers Schneider.

Sollte auch Syrien - auch als Schutzmacht für die arabischen Christen - fallen, droht der Region der totale Höllenritt. US-Präsident Barack Obama (Demokraten) gilt als eine zentrale Figur in diesen Umwälzungen: Er setzt häufig auf äußerst gefährliche Parteien - nicht selten auf islamische Extremisten. In Syrien fördert er beispielsweise die terroristisch agierende islamische "Freie Syrische Armee" (FSA), obwohl niemand weiß, was nach einem Umsturz in Syrien kommt und obwohl die FSA offensichtlich in mehrere grausame Massaker – wie in Al Hula – verwickelt ist.

Seit dem Ende des Sechstagekrieges im Jahr 1967 ist Israel fast keinen Deut von seiner illegalen Besetzungspolitik in der Region abgerückt. Statt dessen setzt Israel seine Knechtungspolitik gegenüber den Palästinensern, welche zur großen Volksgruppe der Araber gehören, fort.

Tausende Palästinenser werden von Israel völkerrechtlich illegal gefangen gehalten, Tausende wurden von Israel - angeblich "nur" im Kampf gegen den Terror, der von den Palästinenser ausgehe - umgebracht.

Dass es Terror der Palästinenser gegen Israel gibt, rechtfertigen viele Palästinenser damit, dass es auch Terror der Israelis gegen die Palästinenser gebe: Israel benehme sich häufig in den palästinensischen Autonomiegebieten wie eine Willkürsmacht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit rückten israelische Soldaten ein und verhafteten willkürlich Palästinenser, kritisierte unlängst einmal mehr die palästinensische Autonomiebehörde, die sich selbst als palästinensische Regierung sieht, obgleich sie seit Jahren vergeblich auf eine UNO-Anerkennung hofft. Viele Palästinenser säßen in Israel wie in einem Unrechtsstaat jahrelang ohne Chance auf einen fairen Gerichtsprozess ein. Manche seit über 20 Jahren oder noch länger, wird kritisiert.

Wenn sich Israel deshalb auch auf Grund der aktuellen Vorkommnisse an der Grenze zwischen Ägypten und Israel nun Sorgen um seine eigene Sicherheit macht, so hat Israel diese Sorgen auch selbst verschuldet.

Weiterlesen: Ohne einen Staat der Palästinenser gibt es keinen Frieden

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