Weißes Haus und Israel: US-Präsident Obama hat keine Zeit für Premier Netanyahu

12.09.2012 , Autor . Maximus , mehr zum Thema Medienschau

Iran: Die USA wollen derzeit nicht in einen unberechenbaren Krieg von Israel hineingezogen werden. Hier ein US-Panzer im verlorenen Vietnam-Krieg.

Wenn Israel ruft, sind die USA fast immer zur Stelle. So kennt man das seit Jahrzehnten. Für Wirbel sorgt deshalb, wenn es so einmal nicht läuft. Wie aktuell: Israels ultrarechter Betonkopf-Premier Benjamin Netanyahu wollte sich vor der US-Präsidentschaftswahl am 6. November noch einmal so richtig ins Rampenlicht der Welt setzen. Hand in Hand mit Brack Obama (Demokraten), dem weltberühmten US-Präsidenten. Doch daraus wird nun nichts.

Offiziell teilte das Weiße Haus nun aber mit, man habe Terminprobleme derzeit, könne Israels Netanyahu, der sich seit Jahren mit großer Radikalität einer Zwei-Staaten-Lösung mit den 9,6 Mio. Palästinensern versperrt, deshalb leider nicht empfangen. Vor allem der Wahlkampf zum Präsidentschaftsamt der USA ließen keine großen Empfänge in Washington mehr zu, verlautbart.

Inoffiziell tuscheln nun viele im Politbetrieb in Washington, das könne der Beginn einer Eiszeit zwischen den USA und dem ungezogenen Dauerkind Israel ankündigen. Hunderte von Journalisten diskutieren gerade diese Möglichkeit. Besonders stößt vielen im Westen mittlerweile bitter auf, wie penetrant Israel das Existenzrecht der Palästinenser immer wieder in Frage stellt und sich gegenüber den Palästinensern aufführt, wie eine übelste willkürliche Besatzungsmacht. Tausende Palästinenser kerkert Israel ohne Rechtsprozesse teils jahrelang ein. Hunderte Palästinenser hat Israel mit Bombenangriffen überwiegend aus der Luft umgebracht im Laufe der vergangenen Jahre.

Der TV-Sender des Medienmoguls Rupert Murdoch, Fox News, zitiert derweil den Sprecher des Weißen Hauses, Tommy Vietor, mit den Worten: "They're simply not in the city at the same time." Heißt: Wenn Premier Netanyahu in Washington oder New York ist, ist der US-Präsident selbst auf einem anderen Termin – zufällig.

Heikel ist die Terminproblematik aus Sicht einiger Beobachter, da es immer noch den Streit in Bezug auf das iranische Atomprogramm gibt. Es gibt Gerüchte, wonach Israel bei einem persönlichen Besuch in Washington sich einen Bombardierungs-Freischein vom US-Präsidenten gegen den Iran abholen haben wolle. Dass aber Obama genau solch eine Diskussion nun kurz vor seiner möglichen Abwahl oder Wiederwahl unter allen Umständen verhindern wolle.

Zudem wird kolportiert, dass Obama und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu "are not warm and fuzzy" seien und dass es "a lot of tension" zwischen der US-Regierung und der Regierung Israels gebe.

Dass Israel lieber heute als Morgen den Iran bombardieren würde, lässt sich auch daran ablesen, dass Premier Netanyahu auf einer Webseite mit den Worten zitiert wird: "The world tells Israel 'wait, there's still time.... And I say, 'Wait for what? Wait until when?' Those in the international community who refuse to put red lines before Iran don't have a moral right to place a red light before Israel."

US-Präsident Obama hat sich bislang gegen kriegerische Maßnahmen gegen den Iran gewehrt. Ein Feuertopf Syrien und unbefriedigte Länder wie Afghanistan, Irak, Libyen, scheinen ihm derzeit mehr als ausreichende Krisengebiete zu sein. Ein Angriffskrieg gegen ein so großes unabhängiges Land wie den Iran könnte die ganze Region in Flammen setzen. Obama scheint sich hier nicht kurz vor der Wahl die Finger verbrennen zu wollen.

Zudem: Während Israel dem wesentlich größeren Land Iran die Atombombe verbieten möchte, verfügt Israel selbst über ein Atombombenarsenal. Viele Araber fragen sich deshalb: Mit welchem Recht verbietet der Westen, verbietet Israel, einer so großen Nation wie dem Iran, die Atombombe zu besitzen, wenn er selbst nicht mit gutem Beispiel voranschreitet?

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Ein Kommentar

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  1. Nicht nur Araber stellen sich diese Frage°