Seitdem die Muslimbruderschaft vor einigen Monaten die Macht in Ägypten übernommen hat, kommt es zunehmend nicht nur zu Gewaltaktionen an der israelisch-ägyptischen Grenze, sondern auch zunehmend zu politischen Verwicklungen. Nachdem am Freitag an der ägyptischen Grenze zu Israel ein israelischer Soldat umgebracht worden war, bemüht sich die islamische Regierung in Kairo um Schadensbegrenzung. An dem im Jahr 1979, also vor über 30 Jahren, abgeschlossenen Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten werde festgehalten, heißt es.
Doch trotz dieser politischen Friedensbeteuerungen besonders vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi und seiner Muslim Brotherhood wird die Sinai-Halbinsel auch künftig eine hoch explosive Region bleiben.
Bedenklich stimmt, wann immer es zu gewaltsamen Übergriffen entweder gegen ägyptische Soldaten oder israelische Soldaten kommt, dass dann viele Politiker schnell dabei sind, davon zu sprechen, die islamische Terrororganisation Al-Qaida habe ihre Finger im Spiel. Als weitere Tätergruppe wird zum Beispiel die Al-Salafiya al-Jihadiya genannt sowie weitere militärisch aufgerüstete islamische Terrorgruppen. Sie agierten vorwiegend im nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel.
Doch ist das keinesfalls immer ausgemacht, dass sie auch die Täter sind. Möglich ist es auch, dass islamische militante Gruppen, die einen Grundhass auf Israel seit Jahrzehnten schieben, bewusst versuchen den Frieden zu Israel zu gefährden und deshalb regelmäßig brutale Anschläge verüben.
Möglich ist auch, dass alte Verbündete des gestürzten langjährigen Machthabers Hosni Mubarak versuchen, die demokratischen Tendenzen zu torpedieren. Ähnliches ist derzeit in Libyen oder Tunesien zu beobachten.
Es gibt eine große Abneigung gegen Israel unter Arabern - bis heute. Israel arbeitet aber auch hart, damit sich daran nichts ändern.
Doch egal wie sehr das Festhalten am Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel auf höchster politischer Ebene gerne beteuert wird: Die meisten Araber, also auch die Mehrheit der Ägypter, pflegt eine große Abneigung gegen Israel. Das liegt durchaus auch an dem Verhalten der Israelis selber. Sie gelten in der Region als rechthaberisch, wenig bereit sich in die regionalen Gegebenheiten zu integrieren und obendrein durchaus auch als mindestens so brutal wie einige islamische Gruppen.
So werden Tausende arabische Palästinenser entgegen völkerrechtlicher Regelungen ohne Gerichtsprozesse teils Jahre oder Jahrzehnte in israelischen Gefängnissen festgehalten. Letztlich benimmt sich Israel auch in palästinensischen Autonomiegebieten häufig wie eine Willkürs-Macht: Arabische Palästinenser werden in Nacht- und Nebelaktionen von israelischen Militärs festgenommen und auf Nimmerwiedersehen nach Israel verschleppt oder auch gleich erschossen.
Wehrt sich ein Palästinenser mit Gegengewalt, heißt es, er wäre Terrorist. Im worst case schickt das israelische Militär Kampf-Drohnen und lässt Palästinenser mit Raketenangriffe umbringen oder ganze Häuser von palästinensischen Familien zerstören.




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