Ägyptens Christen in Furcht wegen neuer Verfassung

Nachdem eine Mehrheit der Araber in Ägypten die neue Verfassung in einem Referendum bestätigt hat, fürchten immer mehr Christen um ihre Sicherheit in Ägypten. Seit gut 2000 Jahren leben Christen und Moslems beispielsweise in Kairo zusammen. Die Christen haben eine lange Tradition in dem Land – suchten doch einst nach der Legende Maria und Josef mit ihrem Christuskind Zuflucht in Ägypten und Kairo. Noch heute gibt es im Koptischen Viertel eine Gruft, die der Legende nach einige Tage Maria und Josef als Heimat gedient haben soll.

In immer mehr arabischen islamischen Ländern kommt es zunehmend zu Übergriffen von radikalen Gruppierungen gegen Christen – Stichwort Christenverfolgung. Dabei darf aber nicht von der Masse der Araber auf einzelne Gruppen geschlossen werden. Die Masse der arabischen Moslems hat überhaupt kein Problem mit Christen. Dennoch gab es beispielsweise im Koptischen Viertel in Kairo vor gut einem Jahr einen Anschlag mit fast 20 Toten. Seither wird das Viertel von den ägyptischen Militärs und der ägyptischen Polizei beschützt, steht aber Touristen und Reisenden offen.

Besonders in den südlichen Provinzen von Ägypten heißt es dass sich Christen zunehmend nicht mehr wohl fühlten. Berichten folgend, hätten sich einige Christen sogar gefürchtet am Verfassungs-Referendum am vergangenen Wochenende teilzunehmen. Zuvor waren rund 50.000 Anhänger des Islam durch die Provinz-Hauptstadt Assiut marschiert und hatten laut eine ägyptische Republik gefordert, in der nur Moslems akzeptiert werden sollten und nicht Christen.

Radikale sind Sonderlinge – auch in Ägypten

Besonders radikale arabische Moslems hätten, behaupten zumindest anglikanische Medien, in einer traditionellen Kriegertracht aus dem 7. Jahrhundert, lautstark die Verfolgung von Christen gefordert – ganz so, wie es vor Jahrhunderten immer wieder vorgekommen war. Allerdings gelten solche Radikale auch in Ägypten als Sonderlinge und Außenseiter. Die Provinz Assiut gilt als eine der christlichen Hochburgen – rund 35 Prozent der rund 4,5 Mio. Einwohner seien Christen. Der Schnitt in Ägypten liegt bei rund 8 bis 10 Prozent.

Aber: Wie die deutsche Übersetzung der Ägyptischen Verfassung durch kriegsberichterstattung.com belegt, werden auch die Rechte von Christen und Juden in Ägypten künftig in der Verfassung gewahrt und geschätzt – auch wenn sich Ägypten nun offiziell als ein Land bezeichnet, dessen Gesetzgebung sich der Sharia verpflichtet sieht.

Es heißt, es hätten sich nur sieben Prozent der Christen in einigen Gebieten Ägyptens getraut, am Referendum zur neuen ägyptischen Verfassung teilzunehmen. Unter dem fast 30 Jahre regierenden ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak galt die Sicherheit von Christen und Juden als gewährleistet.

Die am vergangenen Wochenende durchgeführte Abstimmung zur ägyptischen Verfassung ist lediglich eine von mehreren, welche in den zehn ägyptischen Provinzen durchgeführt wird. Nach den bisherigen Auszählungen hätten rund 77 Prozent in Assiut für die Verfassung gestimmt, während der Schnitt in Ägypten bei rund 56 Prozent lag.

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