Syrien: Assad – es geht um Leben oder Tod / Schon vor 2000 Jahren westliche Kolonie

In Syrien (Syrian Arab Republic) spitzt sich der Bürgerkrieg zwischen der seit bald zwei Jahren terroristisch agierenden Freien Syrischen Armee – einer Ansammlung von Islamisten, Al Quaida Kämpfern und wahrscheinlich vom Westen sowie Katar und Saudi Arabien finanzierten Söldnern – immer weiter zu. Nun hat Syriens Staatschef Baschar al-Assad in einem dramatischen Appell während einer Fernsehansprache – der ersten seit sieben Monaten – seine Landsleute aufgerufen in den Kampf zu ziehen. Es gehe um Leben oder Tod.

Derweil scheinen entweder westliche Geheimdienste oder die internationale Hackergruppe Anonymous fast alle zentralen staatlichen syrischen Homepages, aber auch die wichtige Webseite der syrischen Nachrichten-Agentur SANA, lahmgelegt gelegt zu haben. Sie ist bereits seit Wochen nicht mehr erreichbar. Das ist für die Kriegsberichterstatter letztlich eine Katastrophe, da so kaum mehr offizielle Statements der Regierung von Syrien abrufbar sind. Noch vor Monaten war das über sana.sy möglich.

Dass der Westen gerade in Syrien massiven Einfluss ausüben möchte, liegt auch an der wichtigen strategischen Lage des Landes. So ist Syrien zwischen Bosporus (Türkei) und dem Iran ein Bindeglied. Gleichzeitig ist Syrien das letzte Land, das sich dem Einfluss der USA in der Region widersetzt. Wenn Syrien fällt, verfügen die USA vom Irak über Afghanistan, Ägypten, Saudi-Arabien, Katar, Israel und Syrien über eine einzige zusammenhängende geografische Karte des politischen Einflusses. Damit hätten die USA auch Russland in der Region Schachmatt gelegt. Syrien gilt seit über 200 Jahren als enger Verbündeter Russlands, auch der christlichen russischen Kirche (Stichwort: Christenverfolgung durch islamische Freie Syrische Armee).

Dann wäre der Iran endgültig umzingelt. Bereits im Jahr 64 vor Christus war Syrien – damals als Syria bekannt – eine Provinz des damaligen Römischen Weltreiches. Fast 700 Jahre währte die Besetzung Syriens durch den Westen – also Roms – bis ins Jahr 630. Dann kamen die Araber und unterwarfen Syrien. Die Araber sind bis heute die dominierende – aber sehr zersplitterte – Volksgruppe in Syrien.

Schwer zu sagen, wer in Syrien die Macht hat derzeit

Derzeit ist es fast nicht möglich, objektiv sagen zu können, wer in Syrien die Macht hat: Die Terroristen oder das Regierungs-Regime. Einige sagen, die Terroristen hätten lediglich die historische und antike Region Aleppo unterjocht. Andere sagen, die Macht der islamischen Freien Syrischen Armee erstrecke sich auch auf andere Gebiete. Unbekannt ist bislang auch, wie viele Flüchtlinge der Bürgerkrieg in Syrien erforderte. Die Zahlen gehen bis hin zu 100.000 Personen. Sie halten sich in der Türkei, Jordanien oder Ägypten auf. Um die Armut der syrischen Flüchtlinge etwas zu mildern, hat nun ein ägyptischer Geschäftsmann der Management-Gesellschaft „Cleopatra“ bekannt gegeben, er wolle in Ägypten 500 bis 1.000 syrischen Flüchtlingen eine Arbeit anbieten.

Dessen ungeachtet scheint dennoch der Krieg in Syrien in eine neue Runde zu gehen. Bereits am Samstag war in diversen syrischen Medien spekuliert worden, dass Syriens Staatschef Bashar al-Assad eine wichtige Rede an die Nation halten wolle. Das hat er nun am Sonntag gemacht. Er sagte, es gehe nun in der letzten großen Schlacht um die Frage des Kampfes des syrischen Vaterlandes gegen seine Feinde.

Das was bislang aus der Visions-Rede bekannt ist, ist aber eher dürftig. So heißt es, Assad habe die vom Westen mit über 300 Mio. Euro finanzierte islamische Freie Syrische Armee als eine Ansammlung von Killern und Al-Kaida-Terroristen bezeichnet. Auch wenn in den westlichen Massenmedien – auch in deutschen – gerne so getan wird, als würde ganz Syrien gegen Assad sein, so ist das in der Realität doch nicht so. Nach wie vor genießt er auch unter Millionen Syrern hohen Respekt – nicht nur unter seinen Religionsgenossen, den Alawiten. Große Gegner hat er vor allem unter den Millionen Sunniten, die seit über 40 Jahren nicht mehr Bestandteil einer Regierung sind. Während seiner jetzigen Rede an die Nation, wird berichtet, sei Assad mit den Worten „Gott schütze Dich“ und tosendem Applaus empfangen worden.

Allerdings räumte Assad ein, dass es keine Sicherheit und Stabilität mehr auf den syrischen Straßen gebe, was eine Katastrophe sei. Dabei sagte er, dass Syrien allen Bürgern gehöre und deshalb auch von allen Syrern geschützt werden müsse – nicht nur von der syrischen Armee.

Nach Schätzungen hat der syrische Krieg bislang rund 60.000 Menschen das Leben gekostet. Im Krieg in Libyen – der maßgeblich vom westlichen Kriegsbündnis NATO geführt worden war – gehen die Schätzungen von 50.000 durch die Kriegsmaßnahmen ermordeten Menschen.

Zu empfehlende Nachrichtenseite aus Syrien: sama-syria.com (im Internet-Browser auf automatische Übersetzung klicken).

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