Qatar finanziert Krieg in Syrien mit Mrd. Euro / Über Türkei 70 Kriegs-Flugzeuge geschickt

In einem umfangreichen Seite Eins Artikel berichtet die angesehene Wirtschaftszeitung, die FINANCIAL TIMES (englische globale Ausgabe v. 17. Mai 2013), wonach Katar (auch: Qatar) zwischen einer und drei Mrd. US-Dollar den syrischen Rebellen, der Opposition, aber wohl auch den Terror-Brigaden überwiesen habe um den syrischen Bürgerkrieg weiter anzuheizen und einen Regierungs-Umsturz in Syrien herbeizuführen. Doch nicht nur das: In dem Artikel steht auch, wonach Katar bislang rund 70 Flugzeuge beladen mit Waffen in die Türkei geschickt habe. Dort wurden sie wohl von den syrischen Rebellen, Terrorbanden und der Opposition mit Unterstützung der Türkei entladen.

Die FINANCIAL TIMES (FT) schreibt: „Qatar’s support for the rebels had splintered Syria’s opposition and weakend nascent institutions“. In einem Interview mit der Zeitung lässt sich zudem Katars Außenminister, Khalid al-Attiyad, mit den Worten zitieren, wonach kein Schritt Katars ohne „the Friends of Syria Group of Arab and western nations“ geschehen sei. Übersetzt: Kein Schritt Katars sei bislang nicht in Rücksprache mit anderen arabischen Nationen sowie vor allem dem Westen geschehen.

Es ist also Schauspieler-Theater wenn US-Präsident Barack Obama (Partei: Demokraten) so tut, als zitierten sich die USA in den vom Westen mit initiiertem syrischem Bürgerkrieg einzugreifen. Als besonders umstritten gilt die „Freie Syrische Armee“ (Free Syrian Armee). Sie soll in zahlreiche Terroraktionen verwickelt sein, darunter auch in mehrere Bombenattentate in Syriens Hauptstadt Damaskus. Erst vor wenigen Wochen kamen dabei auf dem Campus der Universität Damaskus zahlreiche Studenten ums Leben.

Dass die syrische Oppositionsbewegung zu einem erheblichen Anteil von Terrorbanden besteht, zeigen zahlreiche im Internet aufgetauchte Videos, aber auch der bisherige Verlauf des Bürgerkrieges. Eines der widerlichsten Zeitdokumente ist dabei das aktuelle Video eines syrischen oppositionellen Brigadeführers (Khaled al-Hamad), welcher vor laufender Kamera eine Leiche eines syrischen Soldaten schändet indem er den Oberkörper mit einem Messer komplett aufschlitzt, der Leiche die Nieren und das Herz herausreist und so tut, als würde er in das Herz hineinbeißen.

Kämpfer der Syrischen Opposition begeht Leichenschändung und Kriegsverbrechen: „Esse Eure Herzen und Eure Leben“

Dabei sagte er auf Arabisch: „Ich schwöre zu Gott, wie werden Eure Herzen und Eure Leben essen, Ihr Soldaten von Bashar dem Hund“. Zwar gibt es immer noch Diskussionen, ob das Video authentisch ist, doch Syrien-Beobachter gehen davon aus. Dieses umso mehr, als dass die syrische Opposition bislang des Öfteren mit Schauspieler-Videos aufgefallen war, in denen so getan wurde, als würden Assad-Soldaten Massaker anrichten. Hinterher stellte sich heraus, dass engagierte Schauspieler der Opposition solche Szenen gedreht hatten. Da das nun aufgetauche Video mit der Leichenschändung aber ausschließlich negative Charaktereigenschaften der Opposition und Hassaussagen gegen Assad kundtut und das in einem Ausmaß, wie man es bislang nicht kannte, gilt das Video als mit hoher Wahrscheinlichkeit authentisch.

Da hilft auch nicht, dass Führer der teils terroristisch agierenden „Free Syrian Armee“, also der „Freien Syrischen Armee“, das Video offiziell verdammen. Die nachträglich geäußerte Kritik der syrischen Oppositionsbewegung dürfte eher deshalb geäußert worden sein, da der syrischen Opposition dämmert, je stärker die Weltöffentlichkeit erfährt, wie brutal, menschenverachtend, kriegsverbrecherisch sie agiert, dass es umso weniger Unterstützung dafür im Westen, aber auch der sonstigen Weltöffentlichkeit gibt.

Wenig glaubhaft ist auch die Aussage des Sprechers der syrischen Opposition („Rebel spokesman“), Tariq al Sayed, welcher sagte, der Leichenschänder hätte zuvor zwei seiner Brüder angeblich verloren. Erstens gibt es dafür bislang keinen Beweis und zweitens wäre auch das keine Rechtfertigung für Kriegsverbrechen wie einer Leichenschändung an feindlich gefallenen Soldaten.

Ebenfalls wenig glaubhaft gilt die Äußerung des oppositionellen Maj. Ge. Salim Adriss, welcher sich als „Chief of staff for the Supreme Military Council of the opposition“ bezeichnet, wonach „no soldier under the council’s command would be allowed to get away with it“ (Zitat aus TIME). Denn bislang ist nicht bekannt, dass der Kriegsverbrecher einem Gerichtsverfahren unterzogen worden ware.

Syrische Opposition begeht Schauprozess auf Marktplatz / Mit Terror soll Bevölkerung eingeschüchtert werden

Zudem: kriegsberichterstattung.com liegt ein Video vor, in dem Terrorbrigaden der syrischen Opposition vor tausenden Stadtbewohnern eine öffentliche Hinrichtung dreier junger Männer in einem Schauprozess vollziehen. Alle drei Männer wurden standrechtlich auf dem Marktplatz erschossen, nachdem ein verhüllter Mann irgendeine dubiose Anklage verlesen hatte. Die Terror-Geste der Henker der syrischen Opposition an die Bewohner der Stadt: „Jeder, der Assad unterstützt wird von uns ermordet“. Auch eine solche Hinrichtung ist nach den Statuten der UNO ein Kriegsverbrechen.

Bislang forderte der syrische Bürgerkrieg geschätzte rund 80.000 Tote. Zum Vergleich: Der NATO-Bombenterror in Libyen forderte nach Angaben von Menschenrechtlern rund 50.000 Tote vor zwei Jahren.

Immerhin scheinen mittlerweile auch die USA die von Westmedien gerne als „Rebellen“ verharmlosend dargestellten bewaffneten kriegerischen Gruppen in Syrien differenziert zu sehen. So setzten die USA endlich die islamische Gruppe der „Jabhat al-Nusra“ offiziell auf die Terrorliste. Doch die „Jabhat al-Nusra“ gelten als zentraler Bestandteil der syrischen Oppositionsbewegung.

Das Problem: Niemand kann mehr erkennen, wer eigentlich gegen wen in Syrien kämpft und was die Motive sind. Auch der Westen verstrickt sich dabei immer mehr. Einerseits möchte der Westen den Syrern zu einem demokratischen System verhelfen (welches von Präsident Assad aber auch bereits zugesagt wurde), andererseits droht der Westen in einem Netz aus Terror, Bombenanschlägen und unterschiedlichsten islamischen – auch radikalen – Motiven in der Region zu versinken. Beispiele gibt es genügend. Doch die schlimmsten sind der Irak und Afghanistan. In beiden Ländern wollte der Westen durch militärische Intervention dem Guten, also offenen und demokratischen Gesellschaften, auch dem Frieden, zum Durchbruch verhelfen. Doch in beiden Ländern herrscht seit über 10 Jahren Terror, Korruption, Angst. Erst am Freitag kamen im Irak 43 Betende in einer Moschee nach einem Terroranschlag ums Leben.

Der Westen wollte Gutes doch sähte und erntete Gewalt und geriet in islamische Hexenkessel

Dabei kann man über Iraks schlimmen Diktator Saddam Hussein sagen was man möchte: Aber unter ihm gab es keine zehntausenden Toten durch Terroraktionen und Bombenanschläge. Zwar regierte auch er durch Terror, aber es war ein Terror der die Zivilbevölkerung einigermaßen verschonte. Das schlimme: Es hört ja nicht auf. Zudem zeigt der Terror im Irak, dass Terror immer relativ ist: Im Irak sterben täglich Dutzende Menschen durch Bombenanschläge. In Boston starben drei Menschen durch einen Bombenanschlag. Was hat der Westen im Irak erreicht? Bislang überwiegend Terror. Was nutzt eine Demokratie wenn sie den Bürgern nicht Sicherheit bieten kann?

Dubios ist eben auch die Rolle Katars im syrischen Bürgerkrieg. Einerseits generiert sich der Herrscher von Katar, ein Sprössling der mit diktatorischen Vollmachten ausgestatteten Erb-Dynastie, als Freund des Westens. Gleichzeitig gibt es unzählige Berichte, dass sein Motiv, schon im Libyen-Krieg im Jahr 2011 die Rebellen militärisch und finanziell zu unterstützen, nicht primär auf Grund von demokratischen Überzeugungen erfolgt sei, sondern auf Grund von islamischen Überlegungen. So berichtet die FINANCIAL TIMES wonach Katar eine Rolle mit „growing controversy“ spiele.

Ein Grund hierfür ist, dass Katar ganz offensichtlich eine Rebellion in Syrien versucht zu erkaufen. So erhält jede Familie, die sich der „Freien Syrischen Armee“ angeschlossen hat, die für syrische Verhältnisse sehr hohe Summe von 50.000 US-Dollar in dem Falle, dass einer ihrer Kämpfer stirbt. Der Geldgeber: Katar. Zudem bekommt jeder Kämpfer der syrischen Opposition von Katar wohl ein monatliches Grundeinkommen von 150 Euro. Das klingt nicht viel, ist aber für Syrien nicht zu verachten.

So schreibt die FT: „In September, many rebels in Syria’s Aleppo province received a one-off monthly salary of 150 US-Dollar courtesy of Qatar.“ Weiter führt die globale Ausgabe der FINANCIAL TIMES, welche gerade in ehemaligen britischen Kolonien in der Regel über sehr gute Informationsquellen verfügt: „People close to the Qatari government say total spending (of Katar) has reached as much als 3 Mrd. US-Dollar, while rebel and diplomatic contacts put the figure at 1 Mrd. US-Dollar at most.“

Die FINFANCIAL TIMES ist sicher, wonach die politischen, militärischen und finanziellen Mittel, welche Katar nach Libyen nun auch in Syrien einsetzt, Bestandteil eines „aggressiven Plans sei…. sich selbst als eine in der Region tonangebende mächtige Nation zu initiieren“. Dabei scheint Katar jedes Mittel Recht zu sein und ignoriert auch – unter Zusammenarbeit mit der Türkei und den USA – jegliches Völkerrecht, das nämlich die Einmischung anderer Staaten in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates ausdrücklich untersagt.

Katar schickt 70 Flugzeuge mit Kriegsgerät in die Türkei für die syrischen Rebellen – und verstößt damit gegen Völkerrecht

Doch zeugen die massiven Waffenlieferung Katars (im Nachbarstaat Dubai findet regemäßig die internationale Waffenmesse statt), davon, dass Katar letztlich macht, was es will. So schreibt die FT: „According to the Stockholm International Peace Research Institute, which tracks arms transfers, Qatar has sent the most weapons deliveries to Syria, with more than 70 military cargo flights into neighboring Turkey between April 2012 und March this year.“

Zwar sagen nicht wenige, wonach man eine Rebellion nicht kaufen könne, doch immer mehr fragen sich: Ist das wirklich so? Syrien deutet darauf hin, dass man mit genug fanatisch agierenden Männern (von denen es in armen Ländern immer zu Hauf gibt), eben doch eine Rebellion kaufen kann. Dabei kommt in Syrien erleichternd hinzu, dass Syrien schon immer nicht nur vom Assad-Clan regiert wurde, sondern von zahlreichen Clans, die sich die Regionen mit Hilfe von privaten Terror-Geheimdiensten aufgeteilt hatten.

Syrien wird primär seit über 40 Jahren nach außen vom Assad-Clan regiert, die Macht nach innen war schon immer relativ und wurde und wird von zahlreichen Clans untergraben. Teils waren das Widerstandsgruppen, teils mafiöse Clans. Das wird im Westen gerne vergessen. Denn: Jeder Syrer weiß, dass es nicht nur Terror-Gefängnisse der Assad-Regierung gibt, sondern auch zahlreiche Terror-Gefängnisse der anderen Clans, die feindlich gegenüber Assad stehen. Deshalb ist die syrische Rebellion weniger eine Rebellion von Freiheitskämpfern sondern unterschiedlichster Motive und Machtgruppen.

Die Pest sind die sich gegenseitig bekämpfenden Mafia-Clans in Syrien. Da bedurfte es nur noch einiger Initiativen von außen um die Pestbeulen zum Öffnen zu bringen. Dass Assad das Land nicht früher demokratisch umbaute, fällt ihm heute drakonisch auf die Füße.

Neben Katar, der Türkei und den USA, gilt Israel als eines jener Länder, die ein Interesse an chaotischen Machtverhältnissen in Syrien haben. Grund: Je zerstrittener und chaotischer das Land, die Region ist, desto mächtiger ist Israel, desto radikaler kann es seine Ziele, die Region militärisch zu dominieren und die Palästinenser zu unterdrücken, weiter durchsetzen. Je stärker aber Nachbarstaaten sind, desto schwächer wäre Israel.

Hamad bin Khalifa al-Thani, Regierungschef von Qatar, träumt von einer islamisch-arabischen Großmacht

Insofern ist aber auch die Rolle Katars durchaus als strategisch zu sehen. So unterstützt und finanziert Katar palästinensische Gruppen mit dem Ziel, dass es endlich einen eigenen palästinensischen Staat gibt. Gelingt nun der Umsturz in Syrien, hätte Katar – neben Libyen – ein weiteres Land, auf das es Einfluss ausüben könnte.

Dabei, schreibt die FINANCIAL TIMES, dürfte gelten: „Qatars ruling emir, Hamad bin Khalifa al-Thani, `want´s to be the Arab world´s islamist (Gamal) Abdelnasser`, said an Arab politician, referring to Egypt´s former president and pan-Arab leader.“ Heißt: Katar möchte die Speerspitze des Islam in der arabischen Welt sein.

Doch Katar dürfte trotz allem für einige andere nur Mittel zum Zweck sein: Für den Westen, um in möglichst vielen arabischen Staaten demokratische Strukturen einzuführen – was aber offensichtlich bislang fast in keinem arabisch-islamischen Land, in dem es durch eine Militärintervention des Westens zu einem Umsturz kam, nachhaltig geglückt ist. Auch für Saudi-Arabien dürfte gelten, dass Katar letztlich nur das vollzieht, was man in Saudi-Arabien für wünschenswert hält: Eine von der arabischen Halbinsel dominierte arabische Welt.

Das Geld gibt es bekanntlich. So verfügt alleine Katar über das drittgrößte Gasvorkommen weltweit. Die anderen Länder auf der arabischen Halbinsel schwimmen in Petrodollars. Zwar verschweigen sie den Umfang des Reichtums der Ruling Families – und tauchen entsprechend kaum oder mit eher kaum glaubhaften Zahlen in der jährlichen FORBES-Richest-List auf. Doch gilt als sicher: Die letztlich diktatorisch herrschenden Familien auf der arabischen Halbinsel können es mit einem Bill Gates aufnehmen. Dass das politische System auf der arabischen Halbinsel bislang funktionierte, liegt daran, dass kaum eine Regierungen tyrannische Züge angenommen hat und den Bürgern es recht gut geht.

Verzocken sich die Araber?

Das Geld der Ruling Families auf der Arabischen Halbinsel fordert jetzt aber zunehmend und aggressiv die Macht in der ganzen arabischen Welt – eine islamisch dominierte Macht. Der Westen dürfte deshalb erheblich irren, wenn er glaubt, in diesem Ränkespiel um Intrigen, Macht, Geld und Totschlag in irgendeiner Weise langfristig mitspielen zu können. Denn die Zeiten des blutigen Terror-Kolonialismus wie ihn Britannien über Jahrhunderte ausübte, sind bekanntlich vorbei.

Dennoch sollten sich weder Saudi-Arabien, noch Katar, noch die Vereinigten Arabischen Emirate, zu sicher fühlen: Es gibt genug politische Schakale im Westen, die auch in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten versuchen werden, Länder, die reich sind, politisch und militärisch zu dominieren. Es ist beileibe nicht ausgemacht, dass die Ruling Families bis in alle Ewigkeit vom Westen unterstützt an der Macht bleiben können. Deshalb steht die vermeintliche Freundschaft zwischen dem Westen und ihnen auf äußerst wackligen Füßen. Katar spielt insofern ein gefährliches Spiel. Denn mit jeder Revolte geraten die anderen nicht-demokratisch geführten Länder der arabischen Welt verstärkt in den Fokus der westlichen Machthaber. Letztlich also auch Katar und Saudi-Arabien selber. Der Nutznießer aus diesem Fakt ist wiederum Israel und langfristig möglicherweise der Westen.

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