20. Friedenspolitischer Ratschlag an Uni Kassel am Wochenende mit vielen Diskussionen

Zum 20. Mal veranstaltet die AG Friedensforschung am Wochenende (7. und 8. Dezember 2013) den zweitägigen „Friedenspolitischen Ratschlag“-Kongress in Kassel und zwar an der Universität Kassel.

Die Themen dieses Mal: „100 Jahre Weltkriege – 100 Jahre Friedensbewegung: Umbrüche und Kontinuität – Niederlagen und Erfolge“. Der Kongress beginnt am Samstag den 7. Dezember um 12:00 Uhr und endet am Sonntag den 8. Dezember um 13:45 Uhr. Am Vorabend, also am Freitag, gibt es ein Unterhaltungsprogramm.

Die AG Friedensforschung führt den Kongress „Friedenspolitischer Ratschlag“ jedes Jahr an der Uni Kassel durch und zwar gemeinsam mit dem Bundesausschuss Friedensratschlag. Dabei handelt es sich nach eigenem Verständnis um „einen losen Zusammenschluss von Basisinitiativen der Friedensbewegung“. Der „Friedenspolitische Ratschlag“-Kongress wird außerdem vom lokalen Kasseler Friedensforum getragen. Tagungsort des Friedenskongresses ist die Universität Kassel (Wilhelmshöher Allee 73, 34121 Kassel; Haltestelle der Linien 1 und 3, Murhardstr./Uni).

Die „Friedenspolitischen Ratschläge“ gelten nach eigenen Angaben als „wichtigstes Forum in Deutschland, auf dem Friedenswissenschaft, Politik und Bewegung“ zusammenkommen. Das Ziel: Den unfriedlichen Zustand der Welt zu diskutieren und Wege und Strategien zu einer friedlicheren Welt zu beraten.

Das Motto des diesjährigen Kongresses spannt den Bogen von den beiden Weltkriegen über den „Kalten Krieg“ bis zu dem nicht enden wollenden „Krieg gegen den Terror“. Das Programm bleibe aber, so die Veranstalter, nicht in der Aufarbeitung des kriegerischen „Zeitalters der Extreme“ sowie der „Niederlagen der Zivilisation“ stecken, sondern widme sich zudem den Erfolgen der Friedensbewegung.

In vier Plenarveranstaltungen und 26 thematischen Workshops und Diskussionsforen wird die aktuelle Agenda der Friedenswissenschaft und -bewegung ausgebreitet: Behandelt werden Themen wie: Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien und Afrika (vom israelisch-palästinensischen Konflikt bis zu Syrien, Iran, der Türkei und Afghanistan bis nach Mali). Ebenfalls auf der Themenagenda sind die drohenden Konflikte in Asien und im pazifischen Raum (China-Japan-USA) sowie um die rohstoffreiche Arktis.

Doch auch die wirtschaftlichen Aspekte von Kriegen sollen in Kassel diskutiert werden. Die Rede ist von der „Hardware des Krieges“. Hier sehe man auch Deutschland in vielfacher Weise verantwortlich – beispielsweise durch die Rüstungsproduktion sowie den Waffenexport, die Ausbreitung von Drohnen, beziehungsweise „Killerdrohnen“ sowie die Automatisierung des Krieges. Ebenfalls in Foren diskutiert werden die neuen NATO-Kriegsführungskonzepte oder die Militarisierung des Weltraums.

Hinzu kommen Vorträge über die „Software“ des Krieges. Damit meine man beispielsweise ideologische und psychologische Kriegsvorbereitungen und die weltumspannenden Spionage- und Abhöraktivitäten der Geheimdienste der großen Nationen. In einem Workshop solle zudem die Rolle der Medien untersucht werden („Meinungsmacht für Kriegseinsätze“).

In weiteren Workshops soll zudem über die „Militarisierung der Hochschulen“ gesprochen werden oder über die „Geheimdienste in der Neuen Welt(kriegs)ordnung“ informiert werden. Kritisch begutachtet werden sollen auch Versuche von Historikern, die deutsche Kriegsschuld im Ersten Weltkrieg in Frage zu stellen.

Die Workshops werden ergänzt durch Plenarvorträge. Auch hier reicht das Spektrum weit: von grundsätzlichen Fragen der Geschichte des Imperialismus (Dr. David Salomon, Uni Siegen), des deutschen Militarismus (Dr. Detlef Bald, München), des israelisch-palästinensischen Dauerkonflikts (Dr. Margret Johannsen, Uni Hamburg) bis hin zu den Ursachen gegenwärtiger Fluchtbewegungen (Prof. Dr. Arian Schiffe-Nasserie, Ev. Fachhochschule RWL, Bochum).

Weitere Aspekte der Plenarvorträge beschäftigen sich mit den deutschen Koalitionsverhandlungen und den nun festgezurrten außen- und sicherheitspolitischen Eckpunkten der neuen deutschen Bundesregierung aus CDU/CSU & SPD.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion werden Prof. Dr. Norman Paech (Hamburg), Thomas Wagner (Berlin), Bruno Kern (Mainz) und Dr. Sabine Schiffer (Erlangen/Berlin) über Kontinuitäten und Umbrüche in der deutschen Geschichte der letzten 100 Jahre diskutieren (Moderation: Anne Rieger, Graz).

Auf Grund des 20. Jubiläums des „Friedenspolitischen Ratschlags“ wird es bereits am Freitag, also den 6. Dezember, eine literarisch-musikalische Revue mit Liedern, Gedichten und Prosa von Brecht, Tucholsky, Karl Kraus und anderen kritischen Köpfen geben. Folgende Künstler sollen dabei für Unterhaltung sorgen: Sabine Wackernagel, Carlo Ghirardelli gemeinsam mit Udo Krüger am Piano. Die Abendveranstaltung beginnt am Freitag um 20 Uhr im Café Buch-Oase (Germaniastr. 14). Das Motto des Abends ist bei Bert Brecht entlehnt („Die Ballade vom Wasserrad“).

Anmeldungen zum Friedenspolitischen Ratschlag am 7./8. Dezember sind noch möglich unter der E-Mail-Adresse: bundesausschuss.friedensratschlag@gmx.de sowie der Telefonnummer 0561 93717974. Verantwortlich für die AG Friedensforschung und den Bundesausschuss Friedensratschlag ist Dr. Peter Strutynski. Rückfragen oder Interviewanfragen gehen an Telefon: 0160 976 28 972.

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