1934 ermordet im KZ Oranienburg : Antifaschist Erich Mühsam

Quelle: stiftung-bg.de/kz-oranienburg/

Der Literaturwissenschaftler Prof. Dieter Schiller erinnert in der linksalternativen Tageszeitung Neues Deutschland daran, dass 1932, vor 80 Jahren, der „Literat, Anarchist und Antifaschist“ Erich Mühsam im KZ Oranienburg bei Berlin ermordet worden sei. Mühsam wurde 1878 in Berlin.

Demnach habe sich Erich Mühsam am 28. Februar 1933 auf den Weg gemacht, um mit der Bahn nach Prag zu fahren. Dort habe er, so die Zeitung, als Antifaschist den Kampf gegen die Machtergreifung Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten („Nazis“) fortführen wollen. Doch es sei alles anders gekommen:

In Berlin habe er sich wenige Tage vor seiner geplanten Abreise nach Prag noch in der „Berliner Ortsgruppe des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller“ engagiert und sich in der deutschen Hauptstadt am bekannten Halleschen Tor getroffen.

Dort habe er sich – unter anderem mit Ludwig Renn, Carl von Ossietzky, Karl Wittfogel und auch F. C. Weiskopf – zum Meinungs- und Aktions-Austausch über die Nationalsozialisten getroffen. Die Zeitung Neues Deutschland schreibt unter Bezugnahme auf ein Schriftstück von F. C. Weiskopf:

„Hemdsärmelig, die Krawatte verrutscht, die roten Haare in Unordnung … sprach, gestikulierte, schrie er seine Empörung, seinen Hass gegen den Krieg, in den Saal hinein. Er wetterte gegen Rechts. Er wetterte aber auch gegen Links. Gegen die ›verbohrten Marxisten‹, gegen die ›Verachtung der direkten Aktion‹ …“ Diese Rede sei seine letzte große gewesen.

So habe er bereits 1933, also wenige Monate nach Hitlers totaler Machtergreifung gesagt, wonach er sich sicher sei, dass „die wir hier versammelt sind, uns alle nicht wiedersehen“ werden. Am nächsten Morgen sei er morgens um 5 Uhr von zwei Kriminalbeamten aus dem Schlaf geklingelt worden – in jener schrecklich düsteren Nacht, als der Deutsche Reichstag in Berlin brannte.

Er war einer von Tausenden, die in Verhaftungswellen der Nazis in Berlin und vielen hundert anderen deutschen Ortschaften wie Viech eingesammelt wurden. Es war der Anfang der Konzentrationslager, in welchen Millionen Menschen von den Nationalsozialisten in den Folgejahren ermordet wurden: Jüdische Mitbürger, Schwule, Linke, Alternative, Behinderte oder sonstige beim Terror-Regime in Ungnade gefallene Bürger:

Wenige Monate später, am 10. Juli 1934, wurde Erich Mühsam von Schergen der berüchtigten brutalen SS im KZ Oranienburg erschlagen. Die Zeitung Neues Deutschland schreibt hierzu, wonach die nationalsozialistische Presse („NS-Presse“) in der darauffolgenden Berichterstattung gelogen habe. So habe diese geschrieben: „Der Jude Erich Mühsam hat sich in der Schutzhaft erhängt“. Daraufhin sei „ein Sturm der Entrüstung“ im Ausland losgebrochen:

Der Autor des Erinnerungsstückes an Erich Mühsam in der Zeitung Neues Deutschland, Prof. Dieter Schiller, wurde 1933 in Eisenach geboren. Er arbeitete unter anderem am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Sie wurde später in die Akademie der Wissenschaften der DDR umbenannt. Dort war er unter anderem Abteilungsleiter für deutsche Literatur im 20. Jahrhundert (Quelle: Wikipedia).

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