10 Satire-Journalisten des Magazins Charlie Hebdo in Paris ermordet

10 Journalisten des französischen Magazins Charlie Hebdo sind am Mittwoch in Paris möglicherweise von radikalen arabischen Personen in einem Mordanschlag mit Maschinengewehren überfallen und erschossen worden.

Neben den 10 Journalisten sind zwei französische Polizisten von den Tätern – die Rede ist von zwei bis drei schwarz vermummten Männern – umgebracht worden. Vor allem westliche Staatsführer, darunter die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU), verurteilten den Massenmord an insgesamt 12 Personen als Angriff auf die Pressefreiheit freiheitlicher Gesellschaften:

Gleichzeitig sagten viele Staatsführer, sie sähen die Ermordungen der Journalisten in Paris als Terroraktionen gegen Demokratien.

Auf der CNN Sendung Christiane Amanpour erklärte Natalie Nougayrède, die ehemalige Chefredakteurin der französischen Tageszeitung Le Monde, wonach das französische Satiremagazin Charlie Hebdo bereits vor acht Jahren durch höchst kritische und auch umstrittene Islam-Karikaturen weltweit aufgefallen sei und auch von islamischen Führern entsprechend kritisiert worden sei.

So hatten mehrere islamische Führer gesagt, das was das französische Magazin Charlie Hebdo mache, sei nicht mehr Satire, sondern gegenüber islamischen Menschen verachtend. Dem hatte die Chefredaktion von Charlie Hebdo entgegengehalten, sie versuche lediglich überspitzt radikale Verhaltensweise auch von Islamisten satirisch darzustellen.

Die Erklärung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel lautete: „Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs. Sie stellt auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist.“

Ähnlich äußerte sich US-Präsident Barack Obama (Demokraten): „Frankreich ist der älteste Verbündete Amerikas und es steht Schulter an Schulter mit den Vereinigten Staaten im Kampf gegen Terroristen, die unsere gemeinsame Sicherheit in der Welt gefährden“ sowie der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow: „Moskau verurteilt jede Form von Terrorismus scharf. Nichts rechtfertigt Terror.“

Bernhard-Henri Lévy, ein französischer Intellektueller, sagte, es handele sich bei den Mordanschlägen gegen 10 französische Journalisten und 2 Polizisten nicht um Terroranschläge, sondern um eine Form des nach Paris getragenen Krieges.

Umgekehrt klagen seit Jahrzehnten Araber Frankreich an, immer wieder gegen islamische Gesellschaften Krieg zu führen oder sich dort unverhältnismäßig nach alter Kolonialart einzumischen.

Auf Kritik stieß beispielsweise die Rolle Frankreichs im Luftkrieg der NATO gegen Libyen im Jahr 2011. Damals kamen nach Schätzungen auf Grund des Nato-Krieges gegen Libyen über 50.000 Libyer um. Auch wurde mit Hilfe des westlichen Kriegsbündnisses Nato damals der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi ermordet. Heute ist Libyen ein gefallener Staat, wird nicht einmal mehr vom internationalen Flugverkehr angeflogen. Einstmals agierte Frankreich als gewaltsame Kolonialmacht im ölreichen Staat Libyen:

Frankreich ist seit über 100 Jahren in vielen islamischen Ländern bis heute umstritten. Der Hauptgrund ist, dass Frankreich in über 200 Jahren gewaltsam Länder als Kolonialmacht besetzte – beispielsweise in Afrika, aber auch dem Orient, Asien oder Amerika.

Noch in den 1950er Jahren brachte das französische Militär in seiner Rolle als Kolonialmacht im Algerienkrieg – einem Befreiungskrieg der Algerier gegen die französischen Besatzer – nach Schätzungen bis zu 350.000 Algerier um. Auch in Syrien war Frankreich einst Besatzungsmacht.

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