Massaker im Hotel Riu Imperial Marhaba Tunesien: 39 Tote bei Terroranschlägen?

Bild: Screenshot CNN

Das Urlaubs-Resort Hotel Riu Imperial Marhaba Sousse in Tunesien gehört zu den beliebtesten Strand-Hotels unter europäischen Touristen – auch aus Deutschland.

Nun forderte ein Terroranschlag am Freitagmorgen in dem Beachfront-Hotel Riu Imperial Marhaban in Tunesien bis zu 39 Tote, berichtet CNN unter Berufung auf Aussagen des tunesischen Außenministeriums. Riu ist eine Hotelkette mit 110 Hotels, welche zur spanischen Gründerfamilie Riu gehört als auch zum deutschen Touristikkonzern TUI.

Auf CNN hieß es, viele Gäste hätten sich in den Badezimmern eingeschlossen. Schießereien habe man am beliebten Strand gehört. Wer unter den Toten ist, ist bislang nicht klar. Neben Hotelpersonal dürften aber vor allem internationale Touristen – möglicherweise auch aus Deutschland – betroffen sein.

Unklar ist bislang, ob alle 39 Toten – die meisten dürften europäische Touristen sein, möglicherweise zahlreiche Deutsche, da Riu gerne von Deutschen gebucht wird – dem Hotel Riu Imperial Marhaba angehören, oder auch aus benachbarten Hotels stammen.

Derzeit ist die chronisch überforderte tunesische Polizei dabei, zu versuchen, die Sicherheit in allen anderen dem Hotel Riu Imperial Marhaba in Nachbarschaft liegenden Hotels zu gewährleisten, teilte ein Sprecher des tunesischen Innenministeriums mit. Das heißt: Das Gebiet ist weiträumig abgesichert worden, sofern das in den auslaufenden Urlaubsresorts in Tunesien, welche sich am betroffenen Strand wie Perlen aneinanderreihen, überhaupt möglich ist.

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Auf CNN sagte eine Zeugin, sie habe ungefähr drei Minuten Schießereien am Strand gehört. Man habe einen Polizist auf einem Pferd gesehen, welcher einen Attentäter erschossen habe. Doch sei ein weiterer Angreifer derzeit (15.46 Uhr, Berlin-Zei) auf der Flucht.

Sally Groome, ein britischer Hotelgast, rief gegen 16 Uhr Freitagnachmittag bei CNN an und sagte via TV zudem, die Touristen wüssten bis heute nicht genau, was überhaupt am Strand des Riu-Hotels losgewesen war. Derzeit sei sie in ihrem Hotelzimmer und schaue TV, was „next door“ in ihrem Hotel passiert sei. Sie sei sehr sehr verängstigt, zumal es erst im März 2015 auf ein touristisches Highlight in Tunesien schon einmal einen Terroranschlag gegeben hatte. Seither sei aber wohl, das sei ihr Eindruck, nicht viel zur Steigerung der Sicherheit der Touristen auch in den Hotelketten in Tunesien geschehen. Sie selbst würde Tunesien nie wieder betreten wollen, nach dieser schrecklichen Erfahrung.

Derweil wird auch Kritik an Riu geäußert: So heißt es, wonach der oder die Attentäter recht unbehelligt durch die Hotel-Lobby spaziert seien und hinunter zum Strand gelaufen seien. Dort hätten sie dann das Feuer eröffnen und seien auf wenig Gegenwehr durch die Sicherheits-Mitarbeiter des Hotels gestoßen.

Kritik an RIU, aber auch dem westlichen Kriegsbündnis NATO wegen desaströser Außenpolitik

Kritik gibt es außerdem am Westen. Denn der Nachbarstaat von Tunesien ist der gefallene Staat Libyen. Hier hatte das westliche Kriegsbündnis NATO, welches unter anderem von Deutschland finanziert und militärisch ausgestattet wird, den langjährigen Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 völkerrechtlich illegal ermorden lassen. Zudem brachte die NATO den libyschen Staat 2011 durch rund 50.000 abgeworfene NATO-Massenbomben kompletten zum Einsturz. Seither herrscht in Libyen Terror – auch durch Isis, kurz IS.

Die Hotelmarke Riu gehört mittlerweile zum Standardprogramm des deutschen Touristikkonzerns TUI, welcher sich nach Angaben von Wikipedia bereits 1977 an Riu als Gesellschafter beteiligt habe. 1953 als kleines Familienunternehmen in Platja de Palma (Mallorca) entstanden, gibt es mittlerweile RIU in zahlreichen Touristen-Hochburgen. Die Hotels der internationale Hotelkette, wird von TUI als „erstklassig“ umschrieben, obgleich Touristen sich auf entsprechenden Hotelbewertungsportalen immer wieder darüber beschweren, dass der erstklassige Anspruch oftmals nicht immer erfüllt werde.

Zur Gesellschafter-Struktur der Riu Hotels benennt die Hotelkette die folgenden Eigner: Riu Hotels S.A. Gegründet 1976, Gesellschaft für Immobilieninvestitionen (49% des Kapitals TUI, 51% des Kapital Familie Riu). RIUSA II S.A. Gründung 1993, Gesellschaft, die alle Hotels der Marke RIU betreibt (Kapital TUI und RIU je 50%), Anteilseigner der TUI AG seit 2005. Zur TUI schreibt die Hotelkette: „Seit der Fusion mit TUI Travel PLC und der TUI AG besitzt RIU 3,4 % der Aktien der TUI Group.“

Die Hotelgruppe Riu (GRUPO RIU), deren Hauptsitz in Mallorca ist, setzt 1,6 Milliarden Euro um. 48% der Hotels sind 4-Sterne, 6% 3 Sterne und 46% 5 Sterne Hotels. Insgesamt vertreibt das Unternehmen der Gründerfamilie Riu und des deutschen Touristkkonzerns TUI 90.001 Betten, welche sich auf 45.390 Zimmer verteilen in 105 Hotels in 19 Ländern. 27.813 Mitarbeiter stehen bei Riu unter Vertrag. 4 Millionen Gäste besuchen jährlich Rio Hotels.

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