Washington Post: Flüchtlingskrise könnte Deutschland helfen, nicht grau und überaltert zu werden

Wer mit dem Finger auf Flüchtlinge zeigt, sollte nicht vergessen: Diese Menschen haben es sich nicht einfach gemacht. Sie sind durch die Hölle gegangen, mit Kindern, Eltern, Freunden, Partnern, sind gerannt, haben geweint, geweint um ihr Leben, das Terrorbanden und Kriegstreiber ihnen genommen haben. Die Washington Post schreibt jetzt in einem Artikel: Die Flüchtlingskrise könne aber auch für Deutschland eine große Chance sein.

Eine Chance, schreibt Anthony Faiola, der Berliner Bürochef der weltweit bekannten Zeitung Washington Post – einer Zeitung, die seit gut einem Jahr zum E-Commerce Weltkonzern Amazon gehört – da Deutschland mit den rückgehenden Geburtenraten seit Jahren auf einer tickenden Zeitbombe sitze.

Auch wenn in Deutschland bereits rund 8 Millionen Deutsche von HartzIV leben, Arbeitslosengeld oder frühberentet sind, so ist doch die Mehrheit der Deutschen derzeit dafür, dass man Asylanten und Flüchtlingen Schutz hierzulande bieten solle.

So zitiert die Washington Post ein Transparent, das Deutsche als Willkommensgruß Flüchtlingen entgegen gehalten haben. Auf diesem steht: „Sagen Sie es laut, sagen sie es klar. Flüchtlinge sind willkommen hier“. Das Transparent wurde während eines Fußballspiels zwischen dem Zweitligisten FC St. Pauli und dem Erstligisten Borussia Dortmund in Hamburg am 8. September hochgehalten.

Die Washington Post rechnet nüchtern vor: Deutschland sei auf dem besten Weg überaltert zu werden, grau: „Diese schnelle Vergrauung einer Nation von 81 Millionen steht vor einer demographischen Zeitbombe. Mit einer krankhaft niedrigen Geburtenrate und einer Flachbild-Futter- Bevölkerung sind bereits Hunderte von Schulen geschlossen worden. Einige Stadtteile, vor allem im immer vakanten Osten, sind zu Geisterstädten geworden. Wer wird die Mercedes und Volkswagen von morgen bauen?“ Für die Deutschen, so Anthony Faiola, sei das längst eine ernste Frage.

Deutschlands Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD unter Führung der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) sagte, sie sei bereit, bis zu 800.000 zusätzliche Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen – vor allem aus Syrien, dem Irak, Libyen oder Pakistan. Diesem Beispiel schließen sich immer mehr Länder an. So erklärte auch die australische Regierung, sie wolle nun zusätzlich 12.000 Flüchtlinge, vor allem Syrer, aufnehmen. Auch die US-Regierung gab am Donnerstag bekannt, sie wolle 5000 Menschen, den meisten aus Syrien, die Grenzen öffnen.

Geradezu peinlich verhält sich Großbritannien, ein Land, das stets an vorderster Front militärisch dabei ist, wenn es darum geht, missliebige Regierungen mit Militärangriffen zu stürzen und Länder damit zum Einsturz zu bringen – wie den Irak, Libyen oder Syrien. So sagte Britanniens Premierminister David Cameron, Großbritannien wolle gerade einmal 25.000 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen. Diese Zahl gelte aber nur für die nächsten zehn Jahre.

Obendrein sei man nicht bereit, so UK, Flüchtlinge, die bereits in der Europäischen Union (EU) seien – also vor allem in Deutschland – aufzunehmen. Vielmehr wolle Großbritannien nur Flüchtlinge aus Flüchtlingslagern beispielsweise im Libanon aufnehmen. Der Libanon gibt derzeit nach eigenen Angaben rund einer Millionen Flüchtlinge, die meisten aus Syrien, Zuflucht. Auch die Türkei sagte, man habe rund zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

Auf 3Sat in der Sendung „Kulturzeit“ führte am Donnerstagvormittag György Dalos, ein ungarischer Schriftsteller, aus, es sei Fakt, dass nicht alle Flüchtlinge hoch gebildet seien. Doch müsse man dennoch allen eine Chance geben und versuchen diese zu integrieren. Am wichtigsten sei, dass man den Flüchtlingen jetzt Wärme anbiete (da es nachts kalt ist), Essen und Schutz. Das stehe im Vordergrund.

2 Replies to “Washington Post: Flüchtlingskrise könnte Deutschland helfen, nicht grau und überaltert zu werden”

  1. …weil nichtmal 5% der Deutschen –geschweige andere Weltbevölkerung- weiß, was immens perfiden Blödsinn der gestörte „Anthony“ da kritzelt, lieber Otto Kreuz

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