Polizeipräsident Wolfgang Albers‘ lächerliches SEK Köln Skandälchen und wie schmierige NRW-Politiker sich verhalten

Kommentar – Wer nicht in Köln im SPD-Bundesland Nordrhein-Westfahlen (NRW) wohnt, der schüttelt angesichts von Kölns angeblichem Polizeiskandälchen rund um die SEK Köln nur den Kopf: Weil die Kölner SEK-Einheit – konkret das Spezialeinsatzkommando 3 – etwas seltsame an Studenten-Verbindungen erinnernde „Aufnahmerituale“ hat, wird sie jetzt von Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers (59) aufgelöst und fallengelassen.

Eine Kölner Schmierenkomödie der üblen Sorte. Denn: Passiert ist eigentlich nichts, außer ein Sturm im Wasserglas, den aber die Kölner Zeitungen der DuMont Mediengruppe aufbauschten, als hätten die SEK-Mitarbeiter Kleinstkinder vergewaltigt. Dabei wurde die unfaire Berichterstattung regelmäßig mit deftigen Politiker-Zitaten garniert.

Was konkret passiert ist? Nichts, was nicht in vielen Männer-Verbünden weltweit bei der Polizei, den Militärs oder unter Studenten-Verbindungen seit Jahrhunderten gemacht wird. Man versucht spielerisch sich Männlichkeit zu beweisen – oft mit Dingen, die später auch im Job gefragt sind: Wagemut, Verbundenheit, Unterordnung, Einordnung, Gemeinsamkeit und auch Gehorsam im Rahmen der Gruppe. Früher nannte man das preussische Disziplin. Heute stricken Flachköpfe in Politik und Medien einen Mobbing-Skandal daraus.

Aufgebauschtes Thema, das Lokalpolitiker nutzen, um in die Medien zu kommen

Das die SEK Köln ausgerechnet eine Übung aus dem Ernstfall als inoffizielle „Aufnahmeprüfung“ hatte (fesseln und sich den Kollegen „ergeben“), mag den einen oder anderen irritieren. Schaut man aber genauer hin, ist das Kölner SEK-Skandälchen nichts als ein aufgebauschtes Thema. Ein Thema, welches profilneurotige Lokalpolitiker als Surfbrett nutzen, um mal wieder in die Medien zu kommen – auf Kosten der Polizei NRW. Schmieriger und kleinlicher, auch kleinbürgerlicher, geht es kaum.

Dass die sicherlich ungewöhnlichen „Aufnahmerituale“ der SEK Köln gleich als Mobbing umschrieben worden sind, ist zudem arg überzogen und auch fachlich falsch. Dass zudem geschrieben und fabuliert wurde, es könnte sich möglicherweise gar um einen „Straftatbestand“ handeln, setzt dem ganzen Kölner Polizei-Skandälchen, der keiner ist, die Krone auf. Selbst die zuständige Staatsanwaltschaft Aachen konnte in dem, was bislang bekannt war und wozu sich die SEK-Elitepolizisten geäußert hatten, keine Gesetzesverletzungen sehen.

Trinkspiele sind in vielen Firmen auf Firmenfeiern üblich. Fesselspiele im Sinne von Entführungs-Opfern gehören im Falle der SEK-Ausbildung sowieso zum täglich geübten Alltag. Wo also ist das Problem, wenn Polizisten, die uns schützen sollen und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen und jenes Leben von Entführungsopfern retten sollen, solche Dinge spielerisch als Aufnahmeritual haben? Eliteverbände haben immer auch ihre eigenen Regeln. Das weiß jeder, da da hinzustoßen möchte. Sich hinterher aufzuregen ist kindisch.

Aufnahmerituale sind üblich und harmlos

Solange im kollegialen Umgang Grenzen eingehalten werden und niemand zu so einem Ritual gezwungen wird, bleibt es im Bereich der Groß-Jungen-Spiele. Die Öffentlichkeit hat sich da raus zu halten. Ganz abgesehen davon: Wenn SEK-Beamte solch relativ harmlose Aufnahmerituale nicht aushalten, sind sie in so einer Truppe eh falsch am Platz. Sich Gegenseitig dann aber noch zu verpfeifen und der Truppe ingesamt zu schaden, zeugt von charakterlicher Schwäche, die ebenfalls bedenklich ist.

Geradezu albern wird es, wenn beispielsweise die GRÜNEN-Politikerin Monika Düker (52) – die sich selbst „Innenexpertin“ schimpfen lässt – im Kölner Express mitteilt:,„Solche Rambos haben in der Polizei nichts zu suchen. Wenn man sie nicht aus dem Dienst entlassen kann, sollten sie irgendwohin versetzt werden, wo sie keinen Schaden anrichten können.“

Welchen Schaden Frau Düker? Ihre Äußerungen sind reine Phantastereien, völlig überzogen. Sie deuten nur auf eines hin: Ihr persönliches Problem mit dem, was Männer nun mal ab und an tun: überziehen. Es ist niemand zu schaden gekommen, weder öffentlich noch nicht-öffentlich. Deshalb könnte man auch sagen: Wie kann man als Politiker der Polizei und auch der SEK öffentlich nur so in den Rücken fallen? Wer hält denn seinen Kopf hin, wenn es mal wieder Terrorwarnungen gibt – die Polizei und SEK oder Politiker oder gar Sie selber?

Ähnlich dumpf wirken Äußerungen von Gregor Golland (40; CDU), der im Kölner Express sinnierte, ob man denn auf Grund des SEK-Skandälchens nicht „die kleinen Beamten hart bestraft und die Führungskräfte laufen lässt“ (was ihn aber nicht davon abhält, ebenfalls den Eindruck zu erwecken, als habe es ein Polizei-Skandälchen gegeben).

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers fällt seiner Polizei in den Rücken

Am Mittwochnachmittag teilte jedenfalls Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers entnervt der Presse mit, dass es auch – entgegen anderslautender Berichte – keine Randalierereien des SEK-Spezialeinsatzkommandos 3 gegeben habe. Zuvor hatte man ein Fahren in einem Stockwerk mit einem Motorrad im Aufenthaltsbereich der SEK als „randalieren“ diffamiert. Also das, was zur Übung von SEK-Beamten gehört: Auch Stunts beispielsweise auf einem Motorrad.

Man kann nicht das eine haben wollen – beispielsweise Polizei- beziehungsweise SEK-Schutz für den gut genährten Politikerarsch (womit keine Person konkret gemeint ist) – und gleichzeitig jammern, wenn SEK-Jungs mit Motorrädern in einem Flur oder auf einem Tisch herumfahren aus Frust über falsche, ungerechte und auch verlogene Entscheidungen einer schwachen Polizeiführung in Kölns Polizeipräsidium.

Mit dem Motorrad in einem Flur herumfahren ist weder randalieren, noch überzogen, sondern ebenfalls mehr oder weniger normaler Alltag von SEK-Beamten in der Ausbildung und auch später im Job. Vom Wattebäuschchen-Werfen wird niemand in Terror-Momenten gerettet, sondern auch durch Einsätze in welchen Stunt-Qualitäten gefragt sind. Wer so etwas als „Rambo“ bezeichnet, wie die Grünen-Politikern Monika Düker, mutet in der Analyse dümmlich, kleinlich und unpassend an.

Zwei Macken an der Wand – was für ein Skandal!

Zwei Macken an der Wand, das sei alles, was man entdeckt habe nach den Stunts. Also das, was es in den maroden Polizeistuben Deutschlands so ziemlich in jedem Zimmer gibt, da kein Geld für ordentliche Polizeiausrüstungen und Polizeiunterkünfte vorhanden ist. Wie auch: Man benötigt das Geld ja, um beispielsweise Deutschlands Politiker oder jene in der EU auf Geschäftsführer-Niveau zu bezahlen:

Deutsche Bundestagsabgeordnete kassieren jährlich um die 160.000 Euro „Aufwandsentschädigung“, im EU-Parlament sind es um die 230.000 Euro im Jahr. Der Skandal: Das wird von Rumänien, Griechenland, Deutschland bis Lettland gleich flächendeckend für alle rund 700 EU-Parlamentarier ausbezahlt, egal wie viel die normalen Bürger verdienen.

Dies führt zu der Groteske, dass ein bulgarischer EU-Parlamanetarier im Straßburger Europaparlament um die 2000% mehr verdient, als sein bulgarischer ziviler Landsmann. Doch auch im lokalen, wissen sich Politiker zu versorgen: Der sächsische Landtag aus CDU und SPD wollte sich doch allen ernstes Anfang 2015 per Abstimmung gesetzlich eine Rentenberechtigung bei vollen Bezügen ab dem 60. Lebensjahr genehmigen. Normale zivile Deutsche sollen aber bis zum 67. Lebensjahr schuften, einige in der SPD fordern gar eine Arbeitszeit bis zum 70. Lebensjahr – also kurz bevor man eh in die Kiste springt. Über solche Skandale regt sich seltsamerweise kaum ein Politiker oder klassisches Medium auf.

Vermeintliche SEK-Skandälchen kommen einigen ganz Recht

Da kommen natürlich kleine SEK-Skandälchen, die keine sind, ganz Recht. Da kann man sich wieder als vermeintlicher moralischer Saubermann oder Sauberfrau initiieren. Nach dem Motto: Die tun was. Nur was?

Um die dumpfe schäumende Masse in Kölns Lokalmedien zu besänftigen, wurde zudem bekannt gegeben, dass der Leiter von drei Kölner Polizei-Spezialeinheiten, Uwe Marquard, „von seinen Aufgaben entbunden“ werde. Künftig solle er womöglich als Chef der Mobilen und Technischen Einsatzgruppe (MEK/TEG) eingesetzt werden.

Marquard soll auch einer von vier SEK-Polizisten sein, die – oh Schreck lass nach – sich von einem Polizeihubschrauber im Rahmen eines Abschiedsfotos fotografieren hatten lassen. Auch dieser banale und firmenübliche Vorgang – dass man Abschiedsfotos in seinem beruflichen Umfeld macht – war 2014 von diversen Medien künstlich zu einem Skandal hochstilisiert worden. Was daran, wie der Kölner Stadt-Anzeiger nachdenkt, gar „strafrechtlich relevant“ sein könnte, ist ebenfalls eines von vielen albernen und überzogenen Ungereimtheiten von Köln.

Das SPD-Bundesland NRW gehört zu den kriminellsten Regionen Deutschlands

Angeblich würden jedenfalls die „strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Aachen zu diesem Vorgang“ „noch laufen“, schreibt das Kölner Lokalblatt. Ganz so, als gäbe es in NRW keine anderen Aufgaben. In einem Bundesland, in welchem die Städte und Kommunen rauf und runter in Kriminalitätsstatistiken stets ganz vorne dabei sind: Ob Autodiebstähle, Wohnungseinbrüche oder selbst Fahrraddiebstähle – NRW gehört zu den unsichersten und kriminellsten Bundesländern in Deutschland.

Banden, häufig organisierte Kriminalität aus Ost- und Südosteuropa, überziehen das Land seit Jahren. Bürger-Schutz gibt es schon lange nur noch als Randnotiz der Innenpolitik, Kriminalitäts-Aufklärung gibt es in dem SPD-Bundesland ebenso kaum, da es zu wenig Polizei gibt. Und je mehr die Politik der Polizei in den Rücken fällt, desto weniger gute Leute werden sich entscheiden in so einem Bundesland auch noch Dienst zu schieben, sein Leben für andere zu riskieren.

Besonders übel an dem ganzen Kölner Polizei-Skandälchen-Zirkus ist: Die Polizisten werden in NRW miserabel bezahlt. Man erwartet von morgens bis abends Einsätze des eigenen Lebens, um die Welt sicherer zu machen, fällt ihnen aber in den Rücken, wenn sie einmal über die Strenge schlagen. Die jetzt von ihren Aufgaben entbundenen SEK-Polizisten haben mehr verdient als Spielball des Polizeipräsidenten, der lokalen Politik und lokalen Medien zu sein. Sie sollten entsprechend ihrer Ausbildung wieder eingesetzt werden. Mahnende Worte reichen da aus. Das Verhalten von Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers ist feige und einer etablierten staatlichen Einheit – wozu die SEK-Kommando 3 nun einmal gehört – unwürdig.

3 Replies to “Polizeipräsident Wolfgang Albers‘ lächerliches SEK Köln Skandälchen und wie schmierige NRW-Politiker sich verhalten”

  1. @ Lala: Nein, wir gehören nicht „dazu“, kennen auch kein SEK-Mitglied. Wir sehen keinen Gesetzesverstoß und bleiben dabei: Das Verhalten von Kölns Polizeipräsident ist peinlich. Das der Politiker ebenso. Man fällt seiner Truppe nicht so in den Rücken. Wir bleiben bei dem Thema dran.

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