Polizei Karlsruhe: Mordanschlag auf Asylbewerber aus Eritrea oder Unfall? Flüchtling liegt schwer verletzt im Krankenhaus

Bild: pixabay.com

In Karlsruhe ist ein 24-jähriger Asylbewerber aus Eritrea schwer verletzt auf der Straße liegend gefunden worden. Noch ist nicht klar, ob es sich um einen Unfall, versuchten Totschlag oder einen möglichen Mordanschlag handelt.

Bekannt ist lediglich, dass die Verletzungen so schwer sind, dass er scheinbar bis heute nicht befragt werden konnte. Der Flüchtling soll aus dem Karlsruher Flüchtlingsheim LEA stammen, welches sich in Karlsruhe auf zwei Standorte verteilt – einmal auf ein Gebäude an der Durlacher Allee (1.300 Flüchtlinge) sowie die Feldstraße (800 Flüchtlinge). Beide Unterkünftige gehören zu den größten für Asylsuchende in Karlsruhe.

Derzeit wird behauptet, dass der Karlsruher Asylbewerber zuvor angeblich wegen aggressiven Verhaltens im Karlsruher Asylantenheim LEA aufgefallen sei, währenddessen es mit dem Sicherheitspersonal zu Auseinandersetzungen gekommen sein soll. In einem Bericht von ka-news.de heißt es, wonach der junge Flüchtling nach dem Streit angeblich aus dem Asylantenheim verwiesen worden sei, wobei es angeblich zu Handgreiflichkeiten zwischen ihm und einem Security-Mitarbeiter gekommen sei, wobei wohl nicht klar ist, wer zuerst damit anfing.

Angeblich habe sich der junge Asylsuchende aber noch vor Eintreffen der Polizei beruhigt und sei mehr oder weniger angeblich freiwillig von dem Gelände gegangen. Dennoch scheint derzeit ein wie auch immer möglicher Zusammenhang zwischen den Auseinandersetzungen in dem Flüchtlingsheim und den schweren Verletzungen nicht gänzlich ausgeschlossen zu sein. Nach dem wenigen was bislang bekannt ist, kann es aber genauso gut auch überhaupt keinen direkten Zusammenhang geben.

Jedenfalls war der junge Flüchtling in der Silvesternacht auf der Zufahrt zum KIT Campus Nord im Karlsruher Stadtteil Eggenstein-Leopoldshafen gefunden worden. KIT steht für Karlsruher Institut für Technologie.

Die Karlsruher Polizei machte in seiner Presseerklärung keine Angaben zur möglichen Verletzungsursache und schrieb lediglich, wonach „derzeit… die schweren inneren Verletzungen nicht eindeutig einem Verkehrsunfallgeschehen zugeordnet werden“ könnten.

Autofahrer konnte gerade noch rechtzeitig abbremsen

Das heißt aber nichts anderes als dass, falls ein Autounfall ausgeschlossen werden würde, derzeit zwei weitere Tathergangs-Theorie möglich sein könnten: Eine Möglichkeit ist, dass die Verletzungen dem Flüchtling auf der Fahrbahn zugefügt wurden. Eine andere – schlimmere – Möglichkeit ist, dass der afrikanische Flüchtling von dem oder den möglichen (kräftigen) Tätern mit schweren inneren Verletzungen vorsätzlich auf die Karlsruher Fahrbahn gelegt worden ist – möglicherweise in dem Ziel, dass er des Nachts von einem Auto überfahren wird – unter Ausnutzung der Tatsache dass Farbige des Nachts schwer zu sehen sind. Das wäre dann ein doppelt schlimmer Vorsatz.

Immerhin konnte ein Karlsruher Bürger, der dort mit dem Auto unterwegs war, rechtzeitig abbremsen, heißt es in der Presseerklärung der Karlsruher Polizei. Dennoch überfuhr kurz danach ein unachtsamer 50-jähriger Renault-Fahrer den farbigen Flüchtling doch noch um ein Haar und erwischte im Ausweichmanöver zumindest den Rucksack des Opfers.

Derzeit sichert die Kriminalpolizei Karlsruhe Spuren rund um das aus Afrika stammende Opfer und hofft so den oder die Täter dingfest zu machen.

In Karlsruhe gibt es nach Angaben von Amnesty International derzeit 12 Flüchtlings-Heime, auf welche circa 5000 Flüchtlinge verteilt sind. Damit ist Karlsruhe – im Norden von Baden-Württemberg gelegen – eine der wichtigsten Kommunen rund um Flüchtlinge im Ländle.

Seit Jahren steigen die Flüchtlingszahlen auch in Baden-Württemberg an. Waren es 2013 noch 13.853 Asyl-Erstanträge, kletterte die Anzahl 2014 auf 25.673, um sich 2015 mehr als zu verdreifachen. Alleine in den ersten zehn Monaten 2015 hatte Baden-Württemberg 69.689 Anträge auf Asyl erhalten.

Die meisten Asylanträge kamen aus Syrien (7.936, beziehungsweise 45,9%), Afghanistan (2.615, beziehungsweise 15,1%), Irak (2.107, entspricht 12,2%), Pakistan (902, entspricht 5,2%), Gambia (565, entspricht 3,3%), Eritrea (419, entspricht 2,4%), Albanien (355, entspricht 2,1%), Iran (338, entspricht 2%), Nigeria (264, entspricht 1,5%) und Serbien (238, entspricht 1,4%).

In einem Bericht von Amnesty International heißt es zur Situation in Baden-Württemberg: „73,8% der Flüchtlinge waren Männer, 26,2% Frauen. 54,8% der Flüchtlinge insgesamt waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. Unter den Männern lag dieser Anteil mit 59,8% deutlich höher als unter den Frauen (40,9%). Wenige Flüchtlinge (0,4%) waren älter als 65 Jahre. 27,5% der Flüchtlinge war minderjährig.“

Flüchtlingshilfe Karlsruhe

In Karlsruhe gibt es seit 2014 die „Flüchtlingshilfe Karlsruhe“, welche sich mit großem Engagement ergänzend zu den Behörden um die Belange der Tausenden Asylsuchenden kümmert. Zu den Aufgaben der Flüchtlingshilfe Karlsruhe gehören nach eigenen Angaben in allen Unterkünften der Unterhalt von Teestuben, das Abhalten von Deutschkursen, die Verteilung von Kleidung über Kleiderkammern, sowie die Initiierung von Kinderaktivitäten, beziehungsweise eine Kooperation mit der Karlsruher Bahnhofsmission.

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