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Donnerstag, 15. November 2018

USA zünden in Syrien kräftig mit und senden 200 weitere Soldaten in die Schlacht

Viele sind froh, wenn die USA Weltpolizist spielen, andere sagen: Bis auf eine Anhäufung von Chaos hätten die USA in den vergangenen 15 Jahren in keinem Krisengebiet Konstruktives und Nachhaltiges geleistet. Hier Soldaten beim Einsatz. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)

Dass die USA seit Jahren in Syrien mitmischen, wurde lange gemunkelt und dann zur offiziell bestätigten Sicherheit.

Mal wurden über die türkische Grenze Waffen gesendet, dann Hunderte Millionen US-Dollar. Jetzt wurde bekannt: Die USA sind operativ in Syrien mit eigenen Soldaten ebenso dabei. 200 weitere US-Kämpfer sollen sich nun aufmachen, um in der syrischen Kriegszone kräftig mitzumischen. Rechtzeitig vor einem Regierungswechsel in den USA von Präsident Barack Obama (Demokraten) hin zu Donald Trump (Republikaner).

Offiziell liest sich das US-Engagement in Syrien so: US-Verteidigungsminister Ash Carter habe am Samstag erklärt, man sende 200 weitere amerikanische Soldaten nach Syrien, damit diese dort vornehmlich die Kurden in ihrem Kampf gegen ISIS unterstützten könnten.

Die US-Soldaten seien, „Spezialkräfte“, heißt es. Was immer das auch sein soll. Während Kritiker monieren, dabei handele es sich vorwiegend um kämpferische Special Agents mit der Fähigkeit militärische Konflikte schön weiter anzuheizen, beispielsweise durch Anschläge im gegnerischen Lager (also wohl vor allem unter russischen und syrischen Truppen), sagen die USA selber:

Man unterstützte kurdische und sonstige arabische Kämpfer, beziehungsweise „lokale syrische Truppen“, damit diese in der syrischen IS-Schlüsselhofburg Raqqa gegen den „Islamischen Staat“ (ISIL) besser vorgehen könnten.

Was die USA unter „lokalen syrischen Truppen“ verstehen, darüber lässt sich ausgiebig spekulieren. Nur so viel dürfte als gesichert gelten: Es sind keine Soldaten des mit diktatorischen Vollmachten ausgestatteten syrischen Präsidenten Baschar Hafiz al-Assad (arabisch بشار حافظ الأسد). Ihn sehen die USA als Hauptverantwortlichen für den so brutal ausgetragenen syrischen Bürgerkrieg.

Dabei werfen die USA, wie auch zahlreiche andere westliche Länder, Assad vor, wonach dieser es vor Jahren versäumt habe, rechtzeitig mit Reformen und größerem Wohlstand für die syrische Bevölkerung den seit fünf Jahren so brutal ausgetragenen Konflikt zu verhindern.

Der amerikanische Verteidigungs- und Kriegsminister Ash Carter sagte, man habe mit den 200 weiteren Spezialeinsatzkräften in Syrien nun offiziell gut 500 Kämpfer in der Warzone. Carter hält sich derzeit auf der arabischen Halbinsel im saudiarabischen Nachbarland Bahrain auf.

Das hat Symbolkraft: Gilt doch Saudi-Arabien nach zahlreichen Gerüchten zu den größten Unterstützten von IS. Gleichzeitig ist der arabische reiche Koloss stärkster Verbündete der USA in der arabischen Welt. Wie dieser Interessenkonflikt so richtig zusammenpasst, versteht kaum einer.

Auch die Unterstützung der kurdischen Kämpfer in Syrien ist ein Spagatakt amerikanischer Außenpolitik. Denn die Kurden werden gleichzeitig von dem Regime um Türkei’s Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan recht pauschal des „Terrorismus“ bezichtigt.

So brachte alleine das Erdoğan-Regime in diesem Jahr Hunderte Kurden, darunter unzählige Zivilisten, mit Luftangriffe vor allem in der Türkei, dem Irak, sowie in Syrien um.

Gleichzeitig wurden die Kurden in der Türkei in einem Akt des demokratisch überpinselten Staatsstreichs aus dem Parlament in Ankara verbannt und der Immunität behoben. Damit machte Erdoğan selbst höchste kurdische Politiker zu Vogelfreien für seine Justiz, welche längst zum Handlanger des Erdoğan-Regimes diskreditiert wurde. Das ging einher mit der Entlassung von Zehntausenden Beamten und der Verhaftung von Tausenden von ihnen.

Ash Carter wiederum umschreibt die amerikanischen Soldaten in Syrien als „einzigartige Facharbeiter“. Sie würden den Krieg in Syrien, wie bislang, helfen zu „organisieren“. Seine Männer und Frauen vor Ort würden lokale Kämpfer mit militärischen Mitteln aufrüsten – also vornehmlich wohl mit schweren Waffen, als auch mit Soldaten-Kleidung und Navigations- und Kommunikationsgeräten.

Der Aufenthalt in Bahrain geht einher mit einem Blitzbesuch des amerikanischen Verteidigungsminister und Kriegsminister Ash Carter in Afghanistan, wo er am Freitag den 9. Dezember offiziell unangekündigt war.

Mit seinem Afghanistan-Besuch möchte die US-Regierung die dort stationierten amerikanischen Truppen kurz vor Weihnachten in ihrem Kampf gegen die Terroristen der Taliban motivieren und ihnen mit höchster Regierungs-Präsenz beistehen.

Es ist nicht unüblich, dass westliche Verteidigungsminister kurz vor Weihnachten in Krisengebieten auftauchen, in welchen amerikanische oder sonstige NATO-Soldaten und NATO-Soldatinnen gefährlichen Dienst im Namen ihres Heimatlandes schieben.

Bereits jetzt sind 300 amerikanische Soldaten in Syrien stationiert. Mit den weiteren 200 summiert sich die Zahl offiziell auf 500. Doch das sind nur die offiziellen Zahlen. Nicht mitgerechnet sind mögliche Söldner-Soldaten, welche auch die USA in Krisengebieten gerne beschäftigen, ebenso Länder wie Frankreich oder Großbritannien.

ISIS gibt an, man wolle in Syrien, wie im Irak oder in Libyen, ein Kalifat, also einen extremistischen islamischen Gottesstaat errichten. Christen und Andersgläubige gehörten darin eliminiert, also umgebracht.



Kommentare (1)


Lars 10. Dezember 2016 um 14:32

Ich hoffe die US Soldaten haben vernünftige Waffen für die kurdischen und arabischen Anti-IS Kämpfer. Es wird Zeit das die wahnsinnigen ISIS Terroristen endlich endgültig besiegt werden. Auf den Islamisten Erdogan sollte die internationale Koalition keine Rücksicht nehmen, für Erdogan sind alle Terroristen die seinen Islamisierungskurs ablehnen.

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