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Freitag, 21. September 2018

Festnahme im Fall Maria Bögerl – ein Ex-Soldat aus Ochsenberg?

Ist das der Mann, welcher die Heidenheimer Bankersfrau Maria Bögerl mit einem Messer ermordete, nachdem er sie in ihrem Haus in seine Gewalt gebracht hatte? (Foto: Phantombild der Staatsanwaltschaft Ellwangen, des PP Ulm und des BKA)

Ist der Mörder von Maria Bögerl nun festgenommen worden? Die Staatsanwaltschaft Ellwangen gibt zumindest bekannt, wonach man einen dringend Tatverdächtigen in Haft genommen habe. Das steht zwar noch nicht auf deren Webseite, dafür aber auf jener des Bundeskriminalamtes.

Dem war ein öffentlicher Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy … ungelöst“ vorausgegangen.

Der Fall Maria Bögerl war über Jahre immer wieder in deutschen Medien aufgegriffen worden. Das lag auch daran, dass der Kriminalfall vieles hatte, aus welchem Krimis geschrieben sind.

Zum einen war Maria Bögerl, 54, eine attraktive Frau. Zum anderen war ihr Mann ein relativ wohlhabender Banker, Direktor bei der Kreissparkasse Heidenheim.

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen (StA Ellwangen) publizierten gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Ulm (PP Ulm) und dem Bundeskriminalamt (BKA) am 5. April 2017 anlässlich der Sendung „Aktenzeichen xy … ungelöst“ folgenden kurzen Fahdungsaufruf:

„Am 03.06.2010 wurde die zuvor entführte Maria B. in einem Waldstück bei Nietheim/Baden-Württemberg ermordet aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen, das Polizeipräsidium (PP) Ulm und das Bundeskriminalamt (BKA) fahnden in diesem Zusammenhang nach einem unbekannten Tatverdächtigen…. Für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters/der Täterin oder der Täter führen, wurde eine Belohnung bis zu 30.000 Euro ausgesetzt.“

Der Entführer und spätere Mörder von Maria Bögerl hatte von Maria Bögerls Ehemann, von Thomas Bögerl, 300.000 Euro für die Freilassung von seiner Frau gefordert.

Am Ende scheiterte aber die Geldübergabe und Maria Bögerl war tot. 2011 brachte sich schließlich noch Thomas Bögerl, Familienvater zweier Kinder, gebrochen das Leben. Zwischenzeitlich war auch er in das Blicklicht der Fahnder gerückt.

Zudem soll er den Tot seiner Frau nicht verkraftet haben und in Depressionen gestürzt sein. Der frühe Tod eines geliebten Menschen ist für viele Menschen kaum zu verkraften.

In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy … ungelöst“ sahen Millionen Zuschauer am Mittwochabend den öffentlichen erneuten Fahndungsaufruf, welcher nun zur Festnahme geführt hatte.

Wir sahen das Bild eines Mannes, der mit schwäbisch-provinziellem Akzent groß damit herumprahlte, wie er angeblich in den Wäldern eines Ortes bei Heidenheim jeden Maulwurfshügel kenne: In Ochsenberg.

In diesen Ochsenderer Wäldern sei er stets mit seinem Bundeswehrrucksack unterwegs, in welchem wiederum ein Messer stecke. Ein Messer der Bundeswehr? Es handele sich um das „beste Überlebensmesser der Welt“, das „Aitor Jungle King III“, prahlt der Mann auf dem Mitschnitt eines Handys.

Gestern fragten sich die ZDF-Zuschauer: Ist das auch jenes Messer, mit welchem der Mord an Maria Bögerl durchgeführt worden war?

Das Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com schrieb kurz nach der Sendung am Mittwochabend:

„Wer die Stimme auf dem Band hört, könnte die Stimme eines Mörders hören. Zu verdanken hat die Polizei die Aufnahme zweier junger Männer, welchen der Mann seine Geschichte erzählte.

Nur da die beiden geistesgegenwärtig den seltsamen Mann aufzeichneten, kann nun seine Stimme öffentlich gemacht werden. Und auch nur deshalb, konnte die Kriminalpolizei ein Phantombild zeichnen.“

Letztlich führte zur Festnahme des Tatverdächtigen die große Zivilcourage zweier junger Männer, ohne deren Tatkraft und Geistesgegenwärtigkeit er noch frei herumlaufen könnte. Hier wurde die Aufnahmefunktion von Handys einmal sinnvoll genutzt.

Derzeit wird der in U-Haft Befindliche von der Staatsanwaltschaft Ellwangen und Beamten des Bundeskriminalamtes vernommen.

Für die Kinder von Maria Bögerl und ihrem verstorbenen Mann Thomas dürfte damit vorerst eine wichtiger Schritt einer jahrelangen Horror-Zitterpartie ein Ende gefunden haben. Doch noch gilt der Festgenommene nur als Verdächtiger, noch nicht als Täter.



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