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Sonntag, 19. Mai 2019

Bundestagspetition fordert: Staats-Abzocke von Ägypten-Urlaubern ist zu stoppen

Das deutsche Bundesfinanzministerium kassiert von deutschen Urlaubern die nach Ägypten fliegen im Schnitt jährlich 28,2 Mio. Euro an sogenannter „Luftverkehrssteuer“. Das hat nun das Onlinereisebuchungs-Portal ab-in-den-urlaub.de ermittelt (2,4 Mio. Nutzer im Monat).

Nun fordert eine Online-Bundestagspetition, diese staatliche Abzocke solle beendet werden. Noch bis zum 25. April können alle Bürger unter http://www.aegypten-petition.de/ darüber abstimmen. Ziel ist es, das die deutschen Ägypten-Touristen künftig maximal 9 Mio. Euro an den Fiskus überweisen sollen, im Idealfall Null, wie es vor zwei Jahren noch der Fall war. Grund: Der Staat kassiert bereits umfangreiche sonstige Steuern und Abgaben für Flugtickets. Die von der Bundesregierung aus CDU und FDP eingeführte zusätzliche „Luftverkehrssteuer“ kommt für die Touristen und Geschäftsreisenden on top.

Allerdings haben bislang noch nicht einmal 4.000 Personen für die Petition abgestimmt, da die meisten Deutschen noch gar nichts davon gehört haben – zu wenig. Mindestens 50.000 Stimmen sind bis zum Stichtag am 25. April nötig. Erst dann muss sich der Bundestag mit dem Petitions-Ziel auseinandersetzen.

Jede Person muss 23,43 € dem deutschen Staat zusätzlich für seinen Ägypten-Urlaub bezahlen

Derzeit müssen Ägypten-Reisende 23,43 Euro für einen Flug von Deutschland nach Ägypten zusätzlich zu den sonstigen Flugsteuern und Gebühren an den deutschen Staat überweisen. Die Petitions-Initiatoren fordern, dieser Betrag solle wenigstens auf 7,50 Euro gekürzt werden. Da Ägypten zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehören, müsse das Land der Pharaonen und antiken spektakulären Bauten anderen beliebten Touristenländern gleichgestellt werden. Hierzu gehören beispielsweise die Türkei, Kanarische Inseln oder Marokko. Nach Ägypten fliegen jährlich rund 1,2 Mio. Deutsche.

Allerdings ist die Forderung nach einer Absenkung der Luftverkehrssteuer nur ein Zwischenschritt: Die Reisebranche lehnt auch bald zwei Jahre nach Einführung der Luftverkehrsabgabe diese ab. Urlaub dürfe nicht wieder zu einem Luxusgut der Reichen werden, heißt es. Doch gerade die neue Luftverkehrssteuer belaste überproportional Geringverdiener und Familien.

Breite Unterstützung

Unterstützt wird die Petition vom Deutschen Reiseverband, den deutschen Charter-Fluggesellschaften (wie Airberlin, Condor), diversen Reiseveranstaltern (wie Thomas Cook), aber auch von ab-in-den-urlaub.de, mit über zwei Millionen Nutzern eines der größten europäischen Reisebuchungsportale.

Zur Petition geht es hier, wobei im ersten Schritt eine Anmeldung erforderlich ist:
http://www.aegypten-petition.de/



Kommentare (1)


Jens 11. April 2012 um 11:30

Ich werde die Petition nicht mitzeichnen, auch wenn ich einigen Argumenten in der Petition sehr gut folgen kann, insbesondere der Argumentation wie willkürlich die Steuersätze sind. Ich halte jedoch die gesamte Luftverkehrssteuer für eine reine willkürliche Abzocke. Ökologisch ist das überhaupt nicht, weil sie nicht verursachergerecht ist und auch keinerlei ökologische Lenkungswirkung hat: Beispiele:

– Zwei halbleere Flugzeuge werden genau so besteuert wie ein voll ausgelastetes Flugzeug

– Neue, ökologische, moderne Flugzeuge werden genau so besteuert wie alte Dreckschleudern

– Frachtflugzeuge, die eher mehr Schadstoffe ausstoßen als Passagiermaschinen, brauchen keine „ökologische“ Steuer zu zahlen.

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