Skip to main content
Montag, 22. Juli 2019

Saudi-Arabien setzt mit Dubai 59 Personen auf „Terrorliste Katars“

Ist diese von saudi-arabischen Medien verbreitete "Terrorliste Katars" wirklich ein Dokument gegen den Terror oder ein Pamphlet zur weiteren Destabilisierung Katars? (Bild: http://okaz.com.sa/)

Es ist schon absurd: Ausgerechnet Saudi-Arabien, ein Land, in welchem Terror der Regierenden gegen die eigenen Bürger Alltag und nicht Ausnahme ist, ein Land, das diktatorisch geführt wird und in dem einst Al Quaida-Gründer Osama bin Laden geboren wurde – einer der schlimmsten Terroristen der Welt – legt nun eine angebliche „Terrorliste Katars“ vor.

59 Personen und 12 Einheiten, verbreiten unter anderem Saudi-Arabien mit Dubai, Abu-Dhabi, oder Bahrein – alles Diktaturen, die sich das Kleid von „Königreichen“ geben – seien des Terrors verdächtig, werfen die Länder Katar vor.

Dazu muss man aber wissen: In Abu Dhabi sitzt derzeit beispielsweise ein Professor (Dr Nasser bin Ghaith) mit seinen Studenten eine jahrelange Haftstrafe ab. Grund: Er wagte es, in einem Uni-Seminar auszuarbeiten, wie Abu Dhabi demokratischer werden könnte.

Dieses Seminar wurde von den zuständigen Regime-Richtern bereits als „Terrorismus“ und „Kriminelle Vereinigung“ klassifiziert. Grund: „Terrorvorbereitungen“ gegen die herrschenden Diktatoren.

Weiteres Beispiel: Eine Australierin, die es gewagt hatte, ein aus ihrer Sicht in Abu Dhabi ordnungswidrig geparktes Auto auf Facebook abzulichten, wurde verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Grund: Sie habe den Besitzer beleidigt.

Die angebliche „Terrorliste Katars“ lege man, schreiben Saudi-Arabien, Dubai oder eben Abu Dhabi, „angesichts der Verpflichtung zum Kampf gegen den Terrorismus und das Trocknen der Quellen der Finanzierung extremistischer Ideologie und Tools“ vor.

Dies verbreitet derzeit die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur MENA gemeinsam mit Ägypten (aber nicht! dem Jemen). Man wolle mit „der gemeinsamen Aktion die… Gemeinschaften stärken“.

Die Liste, teilen die arabischen Länder mit, würde ständig aktualisiert. So wolle man eine „Grundlage der Sicherheit und Stabilität in der Region“ gewährleisten.

Katar hat in mehreren Stellungnahmen die Vorwürfe als absurd und falsch zurückgewiesen.

In Deutschland trifft sich deshalb am Freitag in der Kleinstadt Wolfenbüttel unter anderem Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani.

Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani ist ein Vertreter des seit circa 1850 in Katar herrschenden rund 6000 Köpfe umfassenden Al Thani-Clans. Der Clan dürfte der reichste weltweit sein. Alleine der Staatsfonds von Katar, welcher letztlich diesem Clan gehört, wird auf über 800 Milliarden Euro geschätzt.

Saudi-Arabien schielt seit Jahrzehnten auf den enormen Gas-Reichtum des kleinen Katar, aber auch den Ölreichtum von Abu Dhabi oder Dubai und übt deshalb immer mal wieder Druck aus.

Seit Jahren groß ist entsprechend die Angst vor einer militärischen Invasion Saudi-Arabiens in seinen kleinen Nachbarländern nach dem Vorbild der Invasion des Iraks in Kuwait Anfang der 1990er Jahre.

Ob Katar wirklich den Terror unterstützt, ist schwer zu sagen. Ähnliches wird seit vielen Jahren ebenso Saudi-Arabien vorgeworfen.

So gibt es Gerüchte, die Saudis finanzierten IS-Söldner und hätten dafür auch in Deutschland nach geeigneten Personen, vorwiegend Arabern, Ausschau gehalten. Im Raum stehen monatliche Saläre von 8000 bis 10.000 Euro für jene, die im Auftrag Saudi-Arabiens für ISIS in Syrien kämpfen. Saudi-Arabien selber hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht eindeutig positioniert.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Sonntag, 28. April 2019

Todesfall UKE Hamburg + Wollte Ärztin Psychopharmaka mit Gewalt in den Mund stopfen lassen?

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versinkt in einem Skandal. Wie die linksalternative Tageszeitung taz berichtet, habe sich ein unglaublicher Vorfall an der „Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ mit Todesfolge eines Patienten ereignet.[i] Für die psychiatrische Klinik des UKE verantwortlich wird auf der Homepage des UKE Klinikdirektor Univ-Prof. Dr. Jürgen Gallinat genannt.[ii] Der Arzt lässt sich auch auf der […]