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Mittwoch, 19. September 2018

Saudi-Arabien setzt mit Dubai 59 Personen auf „Terrorliste Katars“

Ist diese von saudi-arabischen Medien verbreitete "Terrorliste Katars" wirklich ein Dokument gegen den Terror oder ein Pamphlet zur weiteren Destabilisierung Katars? (Bild: http://okaz.com.sa/)

Es ist schon absurd: Ausgerechnet Saudi-Arabien, ein Land, in welchem Terror der Regierenden gegen die eigenen Bürger Alltag und nicht Ausnahme ist, ein Land, das diktatorisch geführt wird und in dem einst Al Quaida-Gründer Osama bin Laden geboren wurde – einer der schlimmsten Terroristen der Welt – legt nun eine angebliche „Terrorliste Katars“ vor.

59 Personen und 12 Einheiten, verbreiten unter anderem Saudi-Arabien mit Dubai, Abu-Dhabi, oder Bahrein – alles Diktaturen, die sich das Kleid von „Königreichen“ geben – seien des Terrors verdächtig, werfen die Länder Katar vor.

Dazu muss man aber wissen: In Abu Dhabi sitzt derzeit beispielsweise ein Professor (Dr Nasser bin Ghaith) mit seinen Studenten eine jahrelange Haftstrafe ab. Grund: Er wagte es, in einem Uni-Seminar auszuarbeiten, wie Abu Dhabi demokratischer werden könnte.

Dieses Seminar wurde von den zuständigen Regime-Richtern bereits als „Terrorismus“ und „Kriminelle Vereinigung“ klassifiziert. Grund: „Terrorvorbereitungen“ gegen die herrschenden Diktatoren.

Weiteres Beispiel: Eine Australierin, die es gewagt hatte, ein aus ihrer Sicht in Abu Dhabi ordnungswidrig geparktes Auto auf Facebook abzulichten, wurde verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Grund: Sie habe den Besitzer beleidigt.

Die angebliche „Terrorliste Katars“ lege man, schreiben Saudi-Arabien, Dubai oder eben Abu Dhabi, „angesichts der Verpflichtung zum Kampf gegen den Terrorismus und das Trocknen der Quellen der Finanzierung extremistischer Ideologie und Tools“ vor.

Dies verbreitet derzeit die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur MENA gemeinsam mit Ägypten (aber nicht! dem Jemen). Man wolle mit „der gemeinsamen Aktion die… Gemeinschaften stärken“.

Die Liste, teilen die arabischen Länder mit, würde ständig aktualisiert. So wolle man eine „Grundlage der Sicherheit und Stabilität in der Region“ gewährleisten.

Katar hat in mehreren Stellungnahmen die Vorwürfe als absurd und falsch zurückgewiesen.

In Deutschland trifft sich deshalb am Freitag in der Kleinstadt Wolfenbüttel unter anderem Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani.

Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani ist ein Vertreter des seit circa 1850 in Katar herrschenden rund 6000 Köpfe umfassenden Al Thani-Clans. Der Clan dürfte der reichste weltweit sein. Alleine der Staatsfonds von Katar, welcher letztlich diesem Clan gehört, wird auf über 800 Milliarden Euro geschätzt.

Saudi-Arabien schielt seit Jahrzehnten auf den enormen Gas-Reichtum des kleinen Katar, aber auch den Ölreichtum von Abu Dhabi oder Dubai und übt deshalb immer mal wieder Druck aus.

Seit Jahren groß ist entsprechend die Angst vor einer militärischen Invasion Saudi-Arabiens in seinen kleinen Nachbarländern nach dem Vorbild der Invasion des Iraks in Kuwait Anfang der 1990er Jahre.

Ob Katar wirklich den Terror unterstützt, ist schwer zu sagen. Ähnliches wird seit vielen Jahren ebenso Saudi-Arabien vorgeworfen.

So gibt es Gerüchte, die Saudis finanzierten IS-Söldner und hätten dafür auch in Deutschland nach geeigneten Personen, vorwiegend Arabern, Ausschau gehalten. Im Raum stehen monatliche Saläre von 8000 bis 10.000 Euro für jene, die im Auftrag Saudi-Arabiens für ISIS in Syrien kämpfen. Saudi-Arabien selber hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht eindeutig positioniert.



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