Skip to main content
Montag, 20. Januar 2020

Wien: Libyscher Ex-Premier tot in Donau – er diente unter Gaddafi

Dass die neue libysche Führung auch vor Mord oder Folter nicht zurückschreckt und darin dem Gaddafi-Regime in einigem nicht nachsteht, hat sie in den vergangenen Monaten so manches Mal eindrucksvoll bewiesen.

Dass sie aber sogar im Ausland möglicherweise libysche ehemalige Regierende umbringen lässt, ist neu. Jetzt wurde die Leiche des ehemaligen libyschen Premiers in der Donau bei Wien herausgefischt. Auch wenn die Wiener Polizei mitteilte, man habe keine Fremdeinwirkungen bislang finden können: Fachleute halten einen Mord für die wahrscheinlichste Variante.

Nun solle eine Obduktion helfen, der Wahrheit ein bisschen näher zu kommen. Doch: Es gibt auch Morde, besonders von Geheimdiensten, bei denen selbst die besten Kriminologen Probleme haben, der Tat auf die Spur zu kommen.

Bislang ist so viel bekannt: Der ehemalige libysche Premier, Moh Shokri Ghanem, welcher unter dem von den libyschen Rebellen ermordeten langjährigen Diktator Muhammed al Gaddafi gedient hat, habe in der Donau bekleidet tot getrieben.

Mehrere Versionen kursieren derzeit: So weiß man, dass Ghanem in Wien eine Wohnung hatte. Er hat diese möglicherweise abends oder in der Nacht verlassen. Am frühen Morgen habe seine Tochter sein Verschwinden entdeckt.

Wiener Polizei-Mitteilung klingt naiv

Etwas naiv wirkt die offizielle Mitteilung der Wiener Polizei, die doch allen Ernstes mit den Worten in Medien zitiert wird: „Wir gehen jedenfalls nicht von einem politischen Hintergrund aus“. Diese Sichtweise ist umso naiver, als dass bekannt ist, dass Gaddafis Ex-Premier noch nicht einmal einen Abschiedsbrief hinterlassen habe. Ghanem war von 2003 bis 2006 neben seiner Tätigkeit als Premierminister auch libyscher Ölminister. Im Mai 2011 war er – das westliche Kriegsbündnis bombardierte schon kräftig – in Libyen verschwunden und plötzlich in Wien „aufgetaucht“. Es wird gesagt, er habe damals offiziell Gaddafi entsagt.

In Wien lebte Gaddafis Ölminister und Ex-Premier gemeinsam mit seinen beiden Töchtern sowie einem Sohn. Alle hatten die österreichische Staatsbürgerschaft. Da er als Ölminister Libyens die Branche so gut kennt, wie kaum ein anderer, hatte er gemeinsam mit anderen Ex-OPEC-Ölministern eine angesehene Beraterfirma für Ölkonzerne gegründet. Da damit gerade in den heutigen Zeiten der Energiekrise gutes Geld verdient werden kann, gibt es für einen Suizid jedenfalls keinen Grund.

Deshalb spricht zum derzeitigen Zeitpunkt erdrückend viel für Mord. Dabei bleiben eigentlich nur wenige Tatverdächtige: Die neue libysche Führung oder ihre verbündeten Staaten, welche mit Massenbombardements 2011 die Gaddafi-Regierung aus dem Amt gebombt hatten, ohne dass es dafür einen völkerrechtlich abgesegneten Auftrag gegeben hätte. Das wären primär: Frankreich, Großbritannien und die USA.

Die US-Regierung unter den „Demokraten“ scheint mittlerweile darauf spezialisiert tatsächliche oder vermeintliche Feinde weltweit massenhaft umbringen zu lassen. So schrieb das Wallstreet Journal, US-Präsident Barack Obama habe mehr oder weniger persönlich die Freigabe zu Massentötungen mittels den unbemannten Drohnen gegeben. So seien im Ausland alleine auf diesem Wege innerhalb der vergangenen drei Jahre über 2000 Menschen weltweit umgebracht worden.



Kommentare (1)


Milota 30. April 2012 um 8:28

War nicht gerade am Wochenende die Vermutung ausgesprochen worden, Sarkozi hätte eine Millionenwahlspende aus Libyen erhalten? Vielleicht weiss da jemand mehr dazu…

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Samstag, 28. Dezember 2019

Italien, Mailand:

Organisierte Rip Deal Kriminalität stiehlt österreichischem Makler 23.000 Euro

Ein österreichischer Immobilienmakler einer bekannten internationalen Maklerkette wurde im Frühjahr 2019 Opfer eines Immobilien Rip Deals. Das schrieb er uns nun, sichtlich immer noch unter Schock. Im Rahmen des Finanzbetrugs wurde er in einem Kaffee in Mailand von den Gangstern um 23.000 Euro in bar betrogen. Der Rip Deal wurde im Rahmen der Organisierten Kriminalität mal wieder über die Niederlande […]

Samstag, 28. Dezember 2019

Gegen US-Strafverfolgung

Brief an Journalist Julian Assange von NoWar2019

Die vierte Jahreskonferenz der NGO-Organisation «World BEYOND War» (worldbeyondwar.org), hat bereits am 4. und 5. Oktober 2019 in Limerick, Irland, einen Brief verfasst, welcher die US-Strafverfolgung des Journalisten und Verlegers Julian Assange massiv kritisiert. Wir haben diesen Brief aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und geben ihn euch hier zur Kenntnis: „Wir sind Ihnen dankbar für die Arbeit, die Sie […]

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Samstag, 28. September 2019

US-Politik pervers

Joe Bidens Sohn kassierte 45.000 Euro monatlich in Ukraine und Trump soll Amtsenthoben werden

Welcher Normalsterbliche schafft es in seinem Leben auf einen Monatslohn von rund 45.000 Euro, was umgerechnet 540.000 Euro in einem Jahr wäre? So viel Geld wird oft nicht einmal an deutsche Geschäftsführer bezahlt. Die Chefs von Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern bekommen hierzulande häufig Gehälter zwischen 300.000 und 350.000 Euro im Jahr – maximal. Doch ausgerechnet der Sohn des demokratischen […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]