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Mittwoch, 19. September 2018

Zurückgetretener CDU-Ministerpräsident Tillich „repräsentierte Kartell des Mittelmaßes“

Ist zurückgetreten: Sachsens CDU-Aushängeschild Stanislaw Tillich. (Bild: Laurence Chaperon - CDU Sachsen, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org)

Kommentar – Er ist einer jener Politiker, die an die Spitze kamen, wo sich aber viele recht schnell einig waren: Selten eine solche Flasche an der Spitze einer Partei gesehen, wie den Ministerpräsidenten von Sachsen, Stanislaw Tillich (CDU).

Jetzt ist Tillich wenige Wochen nach dem desaströsen Abschneiden von Sachsens CDU zur Bundestagswahl zurückgetreten. Grund war, dass die AfD-Partei aus dem Stand heraus die CDU zur Bundestagswahl in Sachsen überholt hat.

Zum CDU-Shakeupchen in Sachsen erklärte der Vorsitzende der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Frank Kupfer, wonach er „großen Respekt“ vor Tillichs Rücktritt habe.

Damit habe das CDU-Gewächs „Größe bewiesen und die Verantwortung für das Ergebnis der Bundestagswahl übernommen“.

Allerdings habe „der langjährige Ministerpräsident von Sachsen nicht die Hauptschuld“ für den Sieg der AfD in Sachsen und die desaströse Niederlage der CDU zur Bundestagswahl.

Als Nachfolger von Tillich wird Michael Kretschmer, 42, genannt. Einer der ihn kennt, meint dazu:

„Das ist für die CDU-Anhänger in Sachsen die Wahl zwischen Pest und Cholera. Kretschmer ist kleinbürgerlich, wenig welterfahren und nicht gerade dafür bekannt, dass er mit Menschen umgehen kann“.

Zu Tillich meinte der Kenner der sächsischen CDU:

„Der Ministerpräsident Stanislaw Tillich war sicher ein Netter, aber auch ein Beispiel katastrophal falscher Führung und einer der höchsten Repräsentanten des Kartells des Mittelmaßes in der CDU.“

Die CDU Sachsen preist Kretschmer hingegen als einen jüngeren Politiker, der anpacken könne und sich zumindest für Themen interessiere. Letzteres sprechen Tillich viele in Sachsen komplett ab.

Den Todesstoß für Tillich hatte Sachsens Urgestein, der ehemalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf gegeben, der nicht umsonst den Spitzenamen „König Kurt“ trägt.

Biedenkopf hatte erst vor wenigen Tagen Tillich indirekt den Rücktritt nahegelegt und ihm damit öffentlich komplett den Boden unter den Füßen weggezogen. Tillich galt seitdem nur noch als tickende Zeitbombe der CDU Sachsen.

Biedenkopf arbeitet in Dresden trotz seines hohen Alters von 87 noch als gut bezahlter Rechtsanwalt im Strafrecht.

Tillich will noch bis zum Dezember im Amt bleiben. Der Fraktionschef der Linken in Sachsen, Rico Gebhardt, erklärte in einem Video der Sächsischen Zeitung, jung sein sei kein Qualitätskriterium.

Dieses gelte umso mehr, als dass Michael Kretschmer gerade erst seinen Wahlkreis Görlitz an die AfD verloren habe. (Video)

Einzelnachweise

(1) Danke Stanislaw Tillich, viel Erfolg Michael Kretschmer, Pressemitteilung der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages vom 18.10.2017. Abgerufen am 18.10.2017.

Bildnachweis

Wikimedia, Creative Commons Lizenz.

Video-Verweis: Sächsische Zeitung auf Youtube vom 18.10.2017: „Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück – so fallen die Reaktionen aus“.



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