Skip to main content
Mittwoch, 19. September 2018

Syrien kritisiert UNO-Beobachter wegen Ignoranz gegenüber Söldnern und Terroristen

Syriens Präsident Baschar al-Assad kritisiert in einem Interview mit einem russischen TV-Sender die Blauhelme, auch Beobachter genannt, der Vereinten Nationen. Grund: Die UNO ignoriere die – unter anderem wohl von Katar – finanzierten ausländischen Söldner und Terroristen, welche beispielsweise Bombenanschläge im Regierungsviertel von Damaskus verübten, kritisiert Assad.

Katar, auch als Qatar bekannt, hat bereits zugegeben, dass es, wie in Libyen, die Gegner von Assad mit viel Geld und möglicherweise auch Waffen ausrüste und aufrüste. Damit gießt Katar nach Meinung zahlreicher politischer Beobachter weiter Öl ins Feuer der sowieso schon instabilen Region.

Assad klagt über die UNO: „Sie sprechen nur über die Gewalt der Regierung. Es fällt kein Wort über die Terroristen.“

Auch die westlichen Medien berichten unisono nur sehr einseitig über die Gewalt in Syrien. Fast mit keiner Silbe wird ein Wort über die kriminellen Söldner verloren, die das Land mit Bombenanschlägen terrorisieren und wohl neben Katar auch von Frankreich heimlich aufgerüstet werden. Viele Medien verschweigen das komplett. Das betrifft sowohl deutsche nationalen und regionalen Medien, aber auch internationale Nachrichtensender wie CNN oder BBC. Ähnlich einseitig und ignorant war auch schon die Kriegsberichterstattung im Libyen-Krieg, durchgeführt vom westlichen Kriegsbündnis NATO.

Längst geht es in dem Konflikt in Syrien diversen politischen Gruppen nicht mehr primär um eine „Demokratie-Bewegung“, sondern ausschließlich um den Sturz des Assad-Regimes mit allen Mitteln. Das Vorbild: Libyen. Am Ende steht wohl die Ermordung von Assad.

Für Kriegsberichterstatter ist es in dem schwierigen Gemengengelage auch nicht mehr möglich, zu unterscheiden, wer nun ursächlich für den Konflikt verantwortlich ist: Die staatliche Gewalt gegen zivile Wohngebiete oder Terror welcher aus diesen Wohngebieten gegen staatliche Behörden, Soldaten und Militär- oder Polizeieinrichtungen verübt wird. Insofern hat Assad Recht, wenn er nun die UNO kritisiert, sie würde die Welt nur sehr einseitig über diesen Krieg in Syrien informieren.

Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt es derzeit besonders wieder in der „Rebellenhochburg“ Rastan in der Provinz Homs. Während Syriens Regierung die UNO-Beobachter aufforderte, sich „umgehend“ nach Rastan zu begeben, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen, scheint die UNO sich vor dieser Aufgabe zu drücken. Man könnte ja der Wahrheit ein bisschen näher kommen, so scheint es.

Auch Gewalt im Nachbarstaat Libanon

Derweil gibt es zudem im Nachbarstaat Libanon immer mehr Auseinandersetzungen zwischen Alawiten und Sunniten. Auch hier fragt man sich: Wie können normale Bürger in den Besitz von Raketen und Maschinengewehren kommen? Wer rüstet hier die Stämme logistisch und finanziell auf? Jedenfalls wird von Kämpfen zwischen dem sunnitischen Viertel von Bab al-Tebbaneh und dem alawitischen Viertel Dschabal Mohsen in der Hauptstadt des Libanon, Beirut, berichtet. Es würden Raketenwerfer und Maschinengewehre eingesetzt, heißt es.

Auffallend: In Syrien kämpfen die Sunniten gegen die syrische Regierung. Diese Verbindung gibt es traditionell in den Libanon. Unumgänglich ist deshalb die Frage: Hat der Wüstenstaat Katar auch im Libanon seine Interessen und verfolgt diese durch Aufrüstung regierungsgegnerischer Gruppen? Nebenbei: Katar ist Besitzer des Satelliten-Fernsehsenders Al Jazeera. Er wird grenzüberschreitend von Arabern geschaut und ist deshalb durchaus eine wichtige, wenn nicht zentrale, Antriebsfeder in der arabischen „Frühlings-Revolution“.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Donnerstag, 13. September 2018

NATO

Naturwissenschaftler lehnen deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien ab

NaturwissenschaftlerInnen in dem Berliner privaten Friedensbündnis „Abrüsten statt aufrüsten“ schicken uns eine Presseerklärung zum Syrienkrieg, die wir hier veröffentlichten. Demnach fordere man umgehend die Einstellung der seit 2011 anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen. Der aktuelle Krieg in Syrien steht im Glied einer langen Reihe brutaler Kampfhandlungen dort. Denn seit 2000 Jahren gibt es hier regelmäßig kriegerische Auseinandersetzungen. Schon vor 2000 Jahren waren […]

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]