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Samstag, 22. September 2018

Libyen: Libyscher Flughafen Tripolis von bewaffneter Gruppe besetzt

Der Flughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis musste heute geschlossen werden. Grund: Mehrere Bewaffnete hatten den Flughafen angegriffen. Zahlreiche Flugzeuge mussten ihren Start abbrechen. Betroffen waren auch Flugzeuge zum Beispiel der Austrian Airlines.

Nach dem NATO-Krieg gegen den Machthaber von Libyen, Muhammed al Gaddafi, welcher 50.000 Menschenleben kostete – die meisten starben durch NATO-Bomben – fragt man sich: Wie konnte es zu dieser Aktion kommen. Gleichzeitig wird klar: Der Krieg in Libyen ist noch lange nicht vorbei.

Unter den festgesetzten Flugzeugen war auch eine Lufthansa-Tochter, die Austrian Airlines. An Bord, teilte die Pressestelle der defizitären Fluglinie AUA mit, seien rund 50 Personen gewesen. Bei dem Flugzeug habe es sich um eine Fokker gehandelt.

Es heißt, die Bewaffneten seien mit Panzern angerückt und Armeefahrzeugen. Dann hätten sie einfach den Flughafen besetzt. Der Flugverkehr wurde komplett lahmgelegt. Die Militärfahrzeuge seien sogar mit Raketen bestückt gewesen.

Der Überfall zeigt, dass Libyen noch lange nicht befriedet ist. Vielmehr gibt es nach wie vor brutale Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichsten libyschen Clans – besonders zwischen den Ost-Clans, die gegen Gaddafi waren und den West-Clans, die hinter ihm standen. Eine Gruppe, von der man vorher noch nie etwas gehört hatte, mit dem Namen „Brigade al-Aufja“, bekannte sich nun zu der Besetzung des Flughafens von Tripolis mit den Worten, man erwarte, dass die Entführung und Verschleppung ihres Chefs Abuajila al-Habji aufgeklärt werde.

Der umstrittene libysche „Nationale Übergangsrat“, welcher aus Vertretern zahlreicher Clans aber auch mächtiger libyscher Familien besteht, sagte, er wisse nichts von der Entführung und würde versuchen an der Aufklärung mitzuwirken. Doch schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass der „Nationale Übergangsrat“ noch lange nicht Herr der Lage in Libyen ist.

Doch wie man es dreht und wendet: Libyen steht immer noch im Krieg. Viele Rebellen fordern endlich einen Zugriff auf das Öl und den Reichtum des Landes, andere hatten sich gut bezahlte Positionen im Staat versprochen und bis zum heutigen Tage immer noch nicht erhalten. Bereits vor Monaten hatte sich eine Region (Cyrenaika) als autonom vom sonstigen libyschen Gebiet ausgerufen.

Und wo ist der Westen? Er hat sich mehr oder weniger aus dem Land verabschiedet. Jetzt macht schon die Runde, es sei mit somalischen Zuständen in Libyen zu rechnen. Das heißt: Dann wäre Libyen endgültig ein weiterer gefallener Staat in dem Hunderttausende Bewaffnete sich immer wieder mit Gewalt holen, was sie wollen. Es ist einmal mehr eine Bankrotterklärung der westlichen Politik, die glaubt, mittels Gewalt jeden Konflikt dieser Welt lösen zu können. Zugleich ist es beschämend mit welchem Enthusiasmus Millionen Bürger den totalen NATO-Krieg in Libyen guthießen und jetzt mit dem gefallenen Staat nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben möchte.

Kommentar:

Es sind die gleichen Leute, die jetzt eine militärische Intervention in Syrien oder dem Iran fordern, die in Libyen den Massenkrieg führten und die Ermordung des Diktators Muhammed al Gaddafi vorantrieben, die jetzt wieder Krieg möchten gegen Syrien und den Iran. Sie kommen vor allem aus Frankreich, Britannien sowie den USA, aber auch der Türkei oder den Arabischen Emiraten, ja manche selbst aus Deutschland. Auf CNN wird täglich bereits wieder Kriegshetze betrieben, Kriegstreiberei und die Forderung die NATO müssen nach Libyen nun auch in Syrien einmarschieren. Ganz nach dem Motto: Tausende Bomben abwerfen und dann wieder abziehen. Den Aufbau können andere übernehmen.

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