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Dienstag, 27. Oktober 2020

Covid 19

Wir sind an der Seite der Corona Shutdown Gegner – Freiheit größer als das Virus

Bild: https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/rega-springt-bei-ueberlasteten-spitaelern-ein-450856.html
Der Widerstand gegen einen zweiten Lockdown wächst auch in der Schweiz. Hier demonstrieren am Sonntag Hunderte vor dem Berner Bundeshaus.

Kommentar – Die Schweizer sind nicht gerade für Rambazamba bekannt. Viele leben in ihrem lokalen Wohlstand. Die Altersvorsorge klappt mit dem Dreisäulenprinzip besser als in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Das Arbeitslosengeld ist in der Schweiz erheblich höher – maximal 400 Franken brutto pro Tag und bis zu maximal 21,7 Arbeitstage-Geldern pro Monat. Doch ein drohender zweiter Lockdown wegen Corona bringt immer mehr nun auf die Straße – wie in vielen anderen europäischen Ländern.

Dass Schweizer auf die Straße gehen, kennt man bislang allenfalls für klassische Themen wie Umweltschutz oder mal wieder Bürgerentscheide. Aber jetzt geht es um mehr, sind viele überzeugt: Es geht um die Freiheit und die Wahrung dieser. Dass dafür immer mehr auf die Straße gehen, mag etwas in heißen, in einem sicheren Wohlstandsland wie der Schweiz:

Die Löhne sind in der Schweiz zwischen Bodensee und Genf, Basel und dem Tessin höher als in fast allen anderen europäischen Ländern. Bei erheblich niedrigeren Steuern.

Wer in der Schweiz beispielsweise 200.000 Franken im Jahr verdient (168.000 Euro), muss im Schnitt mit maximal 22% Steuern rechnen. Zum Vergleich: In Deutschland sind schon ab circa 60.000 Euro brutto Jahresgehalt 45% Einkommenssteuern zu zahlen und zwar auf jeden Euro, der über diesem Gehalt liegt. Wer drunter bleibt, muss im Schnitt 33 bis 37% Steuern auf ein Jahresgehalt von 60.000 Euro bezahlen. Also über 20.000 Euro netto. Jeder dritte Euro geht in Deutschland bei so einem Verdienst also für die Staatsabgabe drauf. Bei erheblich weniger Staatshilfe, sollte man sie nötig haben.

Und das Beste in der Schweiz: Selbst der gesetzliche Krankenkassentarif kostet auch für Top-Verdiener zweidrittel weniger als in Deutschland, da er komplett vom Einkommen losgekoppelt ist.

Selbst in der Schweiz kippt nun die Stimmung gegen Lockdowns

Ein 190 Euro monatlicher Krankenkassenbeitrag ist bei den bekannten Schweizer Krankenkassen wie Sanitas oder Helvetica selbst für Vielverdiener möglich. In Deutschland sind ab 60.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen im Schnitt saftige 600 Euro monatlich in die Gesetzliche Krankenasse (GEZ) zu bezahlen – ob man will oder nicht. Groß wählen kann man nicht.

Allerdings übernimmt in Deutschland davon die Hälfte der Arbeitgeber, wobei in der Schweiz der Krankenversicherte alles bezahlen muss. Klar: Wer den günstigsten Krankenkassentarif in der Schweiz wählt, darf natürlich nicht allzu viel erwarten. Aber möglich ist er. Und darauf kommt es an. Auf die Wahlfreiheit.

Entsprechend schauten in so einem Land viele Schweizer im März 2020 entspannt auf die von der Bundesregierung beschlossenen Corona-Regeln. Den Shutdown trugen viele mit. Man war sich sicher: Es wird schon wieder, dachten sich die meisten.

Trotz der Milliarden-Pakete zur Stützung der Schweizer Wirtschaft, dürften aber auch in der Schweiz Tausende Unternehmen, Selbständige und Hunderttausende Schweizer die wirtschaftlichen Schäden des Corona-Shutdowns nicht überleben.

Arbeitslosenzahlen gehen nach oben

Die Arbeitslosenzahlen gehen nach oben und es deutet sich an, dass auch in der Schweiz die große Insolvenzwelle noch kommen wird. Autozulieferer haben in der Schweiz im ersten Halbjahr teils 80 Prozent Umsatzrückgänge. Die Zahlen sind so dramatisch, dass viele Unternehmen ohne Staatshilfe oder Kurzarbeitergeld längst pleite wären. Abhängig ist der Geschäftsverlauf vom Produkt, das man herstellt.

Am Sonntag machten nun Hunderte Schweizer Bürger ihren Unmut vor dem Bundeshaus in der Hauptstadt Bern deutlich. Sie demonstrierten gegen weitere restriktive Corona-Maßnahmen, erst recht gegen einen Shutdown. Das will wirklich niemand mehr erleben – bis vielleicht auf einige Rentner, die wirtschaftlich eh nichts mehr zu verlieren haben.

Corona diente bislang dazu, weltweit die Bürgerrechte massiv einzuschränken, Freiheiten zu nehmen. Vielen ist jetzt klar: Nicht wenigen Politikern geht es weltweit um mehr, als nur um ein Virus einzudämmen. Die einen nutzen es, um aus der Opposition heraus die Regierung vor sich herzutreiben, nach dem Motto: Das Virus ist die Schuld der Regierung.

Mehr als die Hälfte der Regierungen der Welt haben unsere Freiheiten genommen

In anderen Ländern sieht es genau umgekehrt aus: Da dient das Virus, um zügellos wie in einer Diktatur gleich ganze Ausgangssperren zu verhängen – wie in Madrid, in Israel oder nun in Frankreich.

Weltweit dürfte aber Milliarden Menschen klar geworden sein – die Freiheit, die global weit über 100 Regierungen ihren Bürgern wegen Covid 19 Corona genommen haben, könnte in einem dauerhaften Kontrollfreak-System enden. 100 Regierungen – das ist immerhin die Hälfte aller Staaten (vergleiche auch den BBC-Bericht: „Coronavirus: The world in lockdown in maps and charts“ vom 6. April 2020).

Wer aber will ein Staatssystem, in dem jeder irgendwann eine App installieren muss oder sich schriftlich ausweisen muss und mitteilen muss, wo er oder sie gerade war. Wir nicht! Deshalb haben auch wir vom pazifistischen Blog kriegsberichterstattung.com uns nach Monaten der Zurückhaltung nun klar positioniert:

Auch wir werden einen erneuten Shutdown nicht mehr akzeptieren und stellen uns hiermit klar an die Seite von Shutdown-Gegnern, beziehungsweise Lockdown-Gegnern. Alle Maßnahmen müssen einerseits helfen, die Corona-Ausbreitung zu verhindern. Aber kein Virus ist so stark, als dass wir uns das größte nehmen lassen, was wir haben: Die Freiheit. Die Freiheit Menschen zu treffen, soziale Kontakte zu pflegen, Sex zu haben, Essen zu gehen, zum Friseur zu gehen, zu shoppen, in die Kirche zu gehen, zum Sport, zu reisen und das Leben zu genießen.

Die Freiheit Sex zu haben, zum Friseur zu gehen oder zum Sport

Bislang deutet nichts darauf hin, dass das Corona Virus wirklich so gefährlich ist, als dass wir damit rechnen müssten, als würden wir demnächst alle auf der Intensivstation landen und als sei unser aller Leben in Gefahr.

Wir wenden uns auch gegen die in den Massenmedien exzessive Verbreitung irgendwelcher Statistiken, die Äpfel und Birnen vergleichen: Natürlich steigen in Deutschland die Infektionszahlen, da so viel getestet wird wie nie. Wenn, wie aktuell praktiziert, über eine Millionen Deutsche sich testen lassen, ist klar, dass die absolute Anzahl der positiven Tests steigt. Das erleben wir derzeit.

Aber beim Blick auf die Korrelation Tests versus positives Corona-Ergebnis, zeigt sich: Wir haben es im Schnitt mit ein bis zwei Prozent positiv Getesteten zu tun. Noch im März lag die Quote bei um die 8%. Wir haben für Frankfurt am Main, einer angeblichen Hochrisiko-Stadt, die Berechnung gemacht: Im Schnitt hat auch in Frankfurt nur jeder 1000. Bürger derzeit Corona. Und viele sind nach 7 bis 10 Tagen wieder geheilt.

Dennoch muss die Abstandsregel gelten und auch die Masken machen Sinn

Um es aber klar zu sagen: Auch wir sind für die Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Und auch wir ärgern uns, wenn in Fußgängerzonen andere Mitmenschen uns zu nahe auf die Pelle rücken und von einem Mindestabstand scheinbar noch nie etwas gehört haben.

Auch wir sind davon überzeugt, dass derzeit auf türkische Großhochzeiten verzichtet werden sollte, ebenso auf Fußballfan-Partys mit Tausenden Teilnehmern und viel Bier. Doch alles das verändert unsere Position nicht hinsichtlich eines Shutdowns, Lockdowns unserer ganzen Gesellschaft. Den werden wir nicht mehr mittragen.



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