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Dienstag, 26. Mai 2020

Interview: Weltmacht China in Afrika überholt USA / „Wir fragen nicht immer“

Die EU und die USA sind in Afrika dabei immer weiter wirtschaftlich ins Hintertreffen gegenüber China zu gelangen. Während China eine jährliche Handelsbilanz mit Afrika von rund 170 Mrd. US-Dollar aufweist, sind es für die USA nur noch rund 88 Mrd. US-Dollar und für die EU noch weniger. Ein wichtiger Grund: Der Westen überwirft sich mit immer mehr Staaten – vor allem durch seine weltweite Gutmenschen-Politik und seine hegemonialen Machtansprüche (Boykotte und Wirtschaftssanktionen gegen zahlreiche Länder, permanente Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten).

Hinzu kommt die Kriegspolitik des Westens, die mit dem Kriegsbündnis NATO teils brutal gegen andere Länder durchgezogen wird (offen oder mit Drohnenangriffen). Der lachende Dritte ist China. Das Land der Mitte hält sich traditionell aus Kriegen heraus und mischt sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten.

In einem interessanten Interview auf dem US-TV-Sender CNN erklärte am Dienstag der höchste Repräsentant von China in Afrika, warum China in Afrika mittlerweile die wichtigste Wirtschaftskraft weltweit ist: „Wir fragen nicht immer nach und wir akzeptieren die örtlichen Staatsführer. Wir belehren sie nicht wie kleine Kinder, sondern akzeptieren, was vor Ort Fakt ist. Wenn wir Fragen haben, machen wir das leise und in privatem Rahmen.“

Die EU (viele Staaten sind ehemalige Kolonialmächte in Afrika und haben an der heutigen Armut in Afrika erhebliche Mitschuld) leidet zwar bereits massiv unter hoher Arbeitslosigkeit: In Ländern wie Spanien, Griechenland oder Portugal sind bereits über 50 Prozent der jungen Menschen unter 30 Jahren arbeitslos. Dennoch tut sie weltweit vieles, um diese Tendenz zu verschärfen. Durch Boykott von Öllieferanten-Länder wie Iran oder Libyen hat sie alleine in den vergangenen Jahren das Öl um rund 20 bis 30 Prozent verteuert. Spätestens seit dem NATO-Massenmord in Libyen (50.000 Tote im Zuge der NATO-Invasion im Jahr 2011) hat sich die EU bei den meisten afrikanischen Staaten ins Abseits manövriert. Das gilt auch für die USA.



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