Skip to main content
Freitag, 16. August 2019

Waffenlobby diskutiert in USA nach Schul-Massaker über Waffengesetz

Das Waffengesetz ist in den USA eine heilige Kuh. Der Grund liegt in der Geschichte. Vor 150 bis 300 Jahren waren die USA in der Tat der „Wilde Westen“. Wer in dem weiten Land keine Waffe hatte, war vor keinem Überfall sicher. Waffen waren notwendig, um Land und Menschen, Freunde, die Familie, zu schützen. Bis heute gilt das Gesetz: Wer fremdes Privateigentum unerlaubt betritt, dürfte rein theoretisch „erschossen“ werden. Das ist kein Freifahrtschein, aber dennoch Gesetz – solange glaubhaft gemacht werden kann, dass man selbst um sein Leben fürchtete und sich bedroht fühlt. Seit dem Massaker in einer Grundschule in den USA wird in dem Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten diskutiert: Ist das Waffengesetz noch zeitgemäß?

Dabei geben sich Anhänger und Gegner auch im US-Kongress starke Wortwechsel. Beide Seiten haben viel zu verlieren: Millionen von Wählern, für die eine Waffe mindestens so wichtig erscheint, wie eine Bibel im Regal. Dennoch vereint alle das Ziel: Massaker an Schulkindern müssen besser verhindert werden. In keinem Land der Welt geschehen so oft so schreckliche Schulmassaker wie in den USA. Nun sagte selbst die größte Waffenlobby in den USA, die „National Rifle Association“ (NRA), sie wolle „Hilfe anbieten, damit Schulmassaker nicht mehr geschehen“.

Doch ob die NRA, die schon im Auftreten wie ein nationaler Sheriff wirkt, ihr Statement nur als Worthülse ansieht oder als einen ehrlichen Versuch, die Waffenschwämme in den Staaten einzudämmen, ist unklar. Jedenfalls ist auf der NRA-Homepage lesen:

„The National Rifle Association of America is made up of four million moms and dads, sons and daughters – and we were shocked, saddened and heartbroken by the news of the horrific and senseless murders in Newtown. Out of respect for the families, and as a matter of common decency, we have given time for mourning, prayer and a full investigation of the facts before commenting.“

Traurig und schockiert – Man wolle sich jetzt Zeit nehmen

Übersetzt bedeutet dies, die NRA sei eine Vereinigung von und für Millionen Mütter und Väter. Man sei geschockt, traurig und herzgebrochen im Angesicht der Horrormeldungen rund um die sinnlosen Morde in Newtown. Der Respekt der NRA gelte den betroffenen Familien. Jedoch wolle man sich jetzt Zeit nehmen zu trauern, zu beten und befürworte eine umfassende Untersuchung bevor man nähere Details (zum Waffengesetz) kommentiere.

Das Motto der Waffenlobby teilt die NRA in einem pathetischen Werbefilm mit: „Kämpfe niemals, wenn Du es vermeiden kannst. Aber wenn Du kämpfen musst, mach es ohne Gnade und gewinne“. Man sei „Verfechter der Geschichte und Beschützer von Bürgerrechten“. Dabei würde man jeden Tag „noch stärker werden“. Gesponsert wird der Film vom Waffenhersteller „Smith & Wessen“.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]