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Donnerstag, 16. Januar 2020

Waffenlobby diskutiert in USA nach Schul-Massaker über Waffengesetz

Das Waffengesetz ist in den USA eine heilige Kuh. Der Grund liegt in der Geschichte. Vor 150 bis 300 Jahren waren die USA in der Tat der „Wilde Westen“. Wer in dem weiten Land keine Waffe hatte, war vor keinem Überfall sicher. Waffen waren notwendig, um Land und Menschen, Freunde, die Familie, zu schützen. Bis heute gilt das Gesetz: Wer fremdes Privateigentum unerlaubt betritt, dürfte rein theoretisch „erschossen“ werden. Das ist kein Freifahrtschein, aber dennoch Gesetz – solange glaubhaft gemacht werden kann, dass man selbst um sein Leben fürchtete und sich bedroht fühlt. Seit dem Massaker in einer Grundschule in den USA wird in dem Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten diskutiert: Ist das Waffengesetz noch zeitgemäß?

Dabei geben sich Anhänger und Gegner auch im US-Kongress starke Wortwechsel. Beide Seiten haben viel zu verlieren: Millionen von Wählern, für die eine Waffe mindestens so wichtig erscheint, wie eine Bibel im Regal. Dennoch vereint alle das Ziel: Massaker an Schulkindern müssen besser verhindert werden. In keinem Land der Welt geschehen so oft so schreckliche Schulmassaker wie in den USA. Nun sagte selbst die größte Waffenlobby in den USA, die „National Rifle Association“ (NRA), sie wolle „Hilfe anbieten, damit Schulmassaker nicht mehr geschehen“.

Doch ob die NRA, die schon im Auftreten wie ein nationaler Sheriff wirkt, ihr Statement nur als Worthülse ansieht oder als einen ehrlichen Versuch, die Waffenschwämme in den Staaten einzudämmen, ist unklar. Jedenfalls ist auf der NRA-Homepage lesen:

„The National Rifle Association of America is made up of four million moms and dads, sons and daughters – and we were shocked, saddened and heartbroken by the news of the horrific and senseless murders in Newtown. Out of respect for the families, and as a matter of common decency, we have given time for mourning, prayer and a full investigation of the facts before commenting.“

Traurig und schockiert – Man wolle sich jetzt Zeit nehmen

Übersetzt bedeutet dies, die NRA sei eine Vereinigung von und für Millionen Mütter und Väter. Man sei geschockt, traurig und herzgebrochen im Angesicht der Horrormeldungen rund um die sinnlosen Morde in Newtown. Der Respekt der NRA gelte den betroffenen Familien. Jedoch wolle man sich jetzt Zeit nehmen zu trauern, zu beten und befürworte eine umfassende Untersuchung bevor man nähere Details (zum Waffengesetz) kommentiere.

Das Motto der Waffenlobby teilt die NRA in einem pathetischen Werbefilm mit: „Kämpfe niemals, wenn Du es vermeiden kannst. Aber wenn Du kämpfen musst, mach es ohne Gnade und gewinne“. Man sei „Verfechter der Geschichte und Beschützer von Bürgerrechten“. Dabei würde man jeden Tag „noch stärker werden“. Gesponsert wird der Film vom Waffenhersteller „Smith & Wessen“.



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