Skip to main content
Montag, 24. Februar 2020

Wird Großbritannien die erste Kolonie der Europäischen Union

Der britische Regierungschef David Cameron hat gestern ganz in englischer Manier der Europäischen Union seine Bedingungen diktiert und sich dabei ein Eigentor geschossen. Umjubelt von seinen politischen Gegner aus der konservative Partei trat er damit in die Fußstapfen von Margaret Thatcher, genaugenommen sind seine Fußstapfen seit gestern sogar noch größer.

Einst hatte Margaret Thatcher für den Ausstieg aus der Europäischen Währungssystem (EWS) gesorgt, jetzt stellt Cameron sogar die EU-Mitgliedschaft in Frage. Er hat gestern Großbritannien ein Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft versprochen. David Cameron hatte dabei angemerkt, dass er seinem Volk nur dann zu einem Verbleib in der EU raten wird, wenn die EU weitreichende Zugeständnisse an Großbritannien machen wird. Mit ähnlichen Methoden hatte damals Margaret Thatcher der EU weitreichende Zugeständnisse abgerungen – nur hat David Cameron dieses Mal schlechte Karten – die EU-Mitgliedsstaaten zeigen Geschlossenheit.

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist somit seit Gestern sehr wahrscheinlich. Aber wen stört das wirklich, hatten die Britten doch schon die ganze Zeit nicht so richtig mitgemacht, nicht beim Euro und zukünftig soll es bei den Briten auch keine Finanztransaktionssteuer geben. Zur Finanztransaktionssteuer hatten sich erst vor ein paar Tagen die Finanzminister von 11 EU-Statten, darunter auch Deutschland, geeinigt. Schwerwiegend ist dabei, dass gerade der bedeutendste Finanzstandort London nicht mitmachen wird.

Auf der anderen Seite wird es Frankfurt stärken, denn ohne London wird es keine Konkurrenz mehr innerhalb der EU um den wichtigsten Börsenstandort geben. Die Wirtschaft der Briten schwächelt schon seit Jahren und nach einen EU-Austritt wird es auch keine Hilfen aus Richtung Europa mehr geben. Spannend wird dann aber auch die Frage um die Verteilung wichtiger Ressourcen wie Erd-Öl und Erd-Gas, da wird es zukünftig Spannungsfelder geben, auch der freie Handel ohne Zölle mit Großbritannien wird dann nicht mehr möglich sein. Großbritannien wird sich isolieren.

Wie lange wird sich die EU die Sonderrolle Großbritanniens anschauen. Betrachtet man das militärische Kräfteverhältnis, dann kann die Insel auch schnell zu einer Kolonie der Europäischen Union werden, und es wäre auch das erste Land, das da wohl dafür in Frage kommen wird. Dann bekommen die Britten den Euro zwangsverordnet und eine Kolonialregierung, die ihren Sitz in Brüssel haben wird. Mag sein, der Grundgedanke der EU ist friedlicher Natur, aber der gilt zuerst dem Verhältnis der Mitglieder untereinander. Bleibt nur zu hoffen, dass die Britten schlauer sind als Ihr Premier.



Kommentare (2)


Redaktion 25. Januar 2013 um 11:58

Danke für den Hinweis, wir haben den Text korrigiert.

Antworten

H. A. Lunke 25. Januar 2013 um 11:55

Europäisches Währungssystem ESM oder besser EWS?

Antworten

Schreibe einen Kommentar zu H. A. Lunke Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Samstag, 28. September 2019

US-Politik pervers

Joe Bidens Sohn kassierte 45.000 Euro monatlich in Ukraine und Trump soll Amtsenthoben werden

Welcher Normalsterbliche schafft es in seinem Leben auf einen Monatslohn von rund 45.000 Euro, was umgerechnet 540.000 Euro in einem Jahr wäre? So viel Geld wird oft nicht einmal an deutsche Geschäftsführer bezahlt. Die Chefs von Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern bekommen hierzulande häufig Gehälter zwischen 300.000 und 350.000 Euro im Jahr – maximal. Doch ausgerechnet der Sohn des demokratischen […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Donnerstag, 15. August 2019

Verweigerung?

Kramp-Karrenbauer scheint Nationalhymne nicht beim Großen Zapfenstreich gesungen zu haben

Beim Großen Zapfenstreich angesichts der Verabschiedung von Ursula von der Leyen als Bundesverteidigungsministerin hatte man den Eindruck als ob Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), genannt AKK, in Berlin das Singen der Nationalhymne (Deutschlandhymne, Deutschlandlied) verweigerte. Die CDU-Vorsitzende AKK stand gegen 22.15 Uhr stumm, etwas um den Mund zuckend, neben von der Leyen, die mit den Soldaten des Großen Zapfenstreichs die Deutschlandhymne sang. […]

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]