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Donnerstag, 15. November 2018

Israel führt Krieg gegen Syrien / UNO empört Israels Verhalten

Bereits zum zweiten Mal in Folge haben Israels Kampfjets Syrien bombardiert. Das ist ein klarer Verstoß gegen internationales Recht.

Syrien sieht den Angriff Israels als einen Völkerrechtsverstoß und warnt Israel vor einem syrischen Gegenangriff. Israel versucht seine „illegale Kriegshandlungen gegen Syrien“ (UNO-Zitat) damit zu verteidigen, dass man die libanesische Hisbollah-Miliz daran hindern wolle, die Regierung von Syrien zu unterstützten.

Nur: gleichzeitig gibt es Berichte, wonach Israel seit bald zwei Jahren die syrische Opposition mit hartem Kriegsgerät aufgerüstet habe – in Kooperation mit den USA, Frankreich, Großbritannien und Katar. Die Angriffe Israels verärgern sowohl die UNO wie auch die Arabische Liga. Letztere hat die Angriffe Israels scharf verurteilt. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert Aufklärung.

Beobachter erstaunt die geografischen Tiefe des von israelischen Kampfjets geflogenen Angriffs gegen Syrien. So bombardierte Israel ein angebliches Waffenlager in der Nähe des Flughafens von Damaskus. Israel behauptet, man habe „lediglich“ Raketen des Typs Fateh-110 bei Damaskus zerstören wollen, da diese Raketen eine Reichweite von rund 300 Kilometern hätten und somit theoretisch auch Israels Bevölkerung treffen könnten.

Derweil berichtet der arabische TV-Sender Al jazeera wonach Syrien nun angekündigt habe, man würde sich mit „allen Formen und Mittel und Möglichkeiten“ gegen Israels Angriff auf Syrien verteidigen. Der Sender beruft sich dabei auf eine Pressekonferenz des syrische Informationsminister Omran Zoubi. Er wirft Israel vor, bereits „seit langer Zeit terroristische Aktionen von Gegnern der syrischen Regierung zu unterstützten“. Es gebe „einen Zusammenhang zwischen Terroraktionen in Syrien und dem Zionismus“. Die syrische Regierung erklärte zudem, dass der Zeitpunkt der Luftangriffe Israels auf Syrien kein Zufall sei.

Vielmehr hätte gerade in den vergangenen Wochen die syrische Regierung erfolgreich gegen die terroristisch agierende islamische „Freie Syrische Armee“ vorgehen können. Es sei offensichtlich, so Syrien, dass Israel hier nun versuche, in einen Konflikt entgegen den UNO-Statuten einzugreifen.

Derweil ist die Empörung in der UNO über Israel groß. So sagten mehrere Diplomaten, es sei nicht akzeptabel, wie sich Israel an UN-Sicherheitsbeschlüssen vorbei das Recht nehme, gegen ein souveränes Land Krieg zu führen. Schon beim Sechstagekrieg hatte Israel vor über 40 Jahren Krieg gegen Syrien geführt.

Während sich die Welt um eine weitere Zuspitzung des Konflikts zwischen Israel und Syrien sorgt, habe – nach einem Bericht der arabisch-syrischen Nachrichtenagentur SANA – Syriens Präsident Bashar al-Assad am Samstag unter Anwesenheit einiger tausend Studenten ein Denkmal enthüllt, welches an die von der „Freien Syrischen Armee ermordeten Studenten erinnern“ wolle. Vor einigen Wochen hatten wohl Terroristen der FSA Bomben auf dem Universitätsgelände in Damaskus gezündet und dabei mehrere Studenten, die in einem Café saßen, in den Tod gerissen. Weitere Hintergründe der arabisch-syrischen Nachrichtenagentur SANA zum israelisch-syrischen Konflikt (auf englisch): http://sana.sy/eng/22/2013/05/05/480644.htm



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