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Sonntag, 17. März 2019

Lampedusa: Bis zu 300 tote Immigranten Flüchtlinge aus Afrika in Italien im Meer

Es ist die schlimmste Flüchtlingstragöde aus Afrika: Bis zu 300 Menschen, die mit einem komplett überladenen einfachen Boot von Afrika kommend in Europa um Asyl bitten wollten, hier als Immigranten leben wollten, sind im Mittelmeer in ihren dürftigen Booten umgekommen. Italien trauert, die Welt ist schockiert. Bereits 103 tote Körper konnten aus dem Meer gefischt werden. Zur Tragöde kam es, als das Boot, die vessel, nach einem Feuer kenterte und viele Menschen entweder ins Meer gefallen waren oder aus Panik vor dem Feuer ins Meer sprangen und nicht mehr an Bord des Bootes zurückkamen.

Weitere Zahlen der Tragödie: 150 Immigranten aus Afrika konnten bislang gerettet werden. Immerhin konnten sich 200 von ihnen auf einem circa 20 Meter langen Boot in Sicherheit bringen. Wie so oft, sind die Flüchtlingsboote aus Afrika hoffnungslos überladen. Jeder einzelne zahlt teils tausende von Euros an die Flüchtlings-Schlepper. Für sie ist das Geschäft mit der Hoffnung, in Europa ein besseres Leben zu haben, lukrativ. Die meisten der Flüchtlinge stammen aus Eritrea, Somalia, Tunesien oder Libyen.

Der Fahrer des Flüchtlingsbootes, ein 35-Jähriger Tunesier, sei mittlerweile, sagte Italiens Innenminister Angelino Alfano, verhaftet worden. Er sei bereits schon einmal aus Italien ausgewiesen worden – im April. Weiter wird der italienische Innenminister mit den Worten zitiert, wonach es sich bei dem jetzigen und erneuten Flüchtlingsdrama vor der Küste von Lampedusa nicht um ein primäres italienisches Drama handele, sondern um eine europäische Tragöde: „Lampedusa ist die Grenze von Europa, nicht von Italien“, machte er noch einmal deutlich. Damit zeigte er der Europäischen Union auf, dass die Verantwortung für die tausenden Flüchtlinge aus Afrika auch in den Führungsgremien der EU liege.

Ein großes Problem ist bislang, dass viele Immigranten nicht über ausreichende behördliche Papiere – wie Aufenthaltsberechtigungen – verfügen und deshalb den kriminellen Schieberbanden schutzlos ausgeliefert sind. Sie werden teils als Drogenkuriere eingesetzt, andere wiederum verdienen ihr Geld als Prostituierte oder Kleinkriminelle.

Die Flüchtlinge und Immigranten aus Afrika haben oft schlimme Flüchtlingstouren hinter sich. Dass es jetzt einmal mehr vor der italienischen Küste zu solch einer Tragödie mit schätzungsweise mit bis zu 300 Toten kam, liegt daran, dass auf dem Flüchtlingsboot Feuer ausgebrochen war. In Panik seien die Menschen dann auf eine Seite des Bootes geflüchtet, was dazu führte, dass zahlreiche Menschen ins Meer fielen und dort ertrunken sind. Unter den Toten seien angeblich auch Kinder und schwangere Frauen.

Wie schon in den vergangenen Monaten hat besonders die Insel Lampedusa ein großes Problem. Und wie schon in seinen Aufrufen in den vergangen Jahren, so fordert auch dieses Mal der Insel-Vorsteher, Giusi Nicolini, wonach „diese Flüchtlingstragödien gestoppt werden müssen“. Die Toten würden hier einmal mehr eine klare Sprache sprechen.
Der jetzige Vorfall rund um die Flüchtlinge ereignete sich parallel zu einem Ansturm von 200 weiteren Flüchtlingen aus Afrika, die mit einem anderen Boot ebenfalls auf Lampedusa gestrandet waren.

In den vergangenen Jahren sind nach Schätzungen hunderte Menschen bei ihrem Versuch, der Armut und Hoffnungslosigkeit, auch der Bürgerkriege, in vielen afrikanischen Staaten zu entkommen, umgekommen. Die schlimmsten Todesdramen im Überblick:

2. Juni 2011: Über 200 Menschen, überwiegend aus der Sahara, kamen um, als ihr Boot an der tunesischen Küste sank. Das Ziel war Europas Einflugschneise, die kleine italienische Insel Lampedusa.

6. April 2011: Mindestens 150 Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia flüchten während die NATO Libyen bombardiert, und kommen ebenfalls in der Nähe von Lampedusa im Meer ums Leben. In einem weiteren Flüchtlingsdrama sterben 61 von 72 Flüchtlinge an Bord eines Bootes, da sie 16 Tage kein Wasser hatten. Die Flüchtlinge flohen ebenfalls vor den NATO-Bomben und dem Bürgerkrieg in Tripolis, Libyen.

3. Oktober 2013: Bis zu 300 Flüchtlinge sterben im Mittelmeer vor der Küste von Lampedusa, als auf einem einfachen circa 20 Meter langen Flüchtlingsboot Feuer ausgebrochen war und die Menschen in Panik auf eine Seite des Bootes flüchteten und es zum Kentern brachten.

Die meisten Flüchtlinge, die auf Lampedusa Schutz suchen, stammten, heißt es zumindest in anglikanischen Medien, aus Syrien (7.500), Eritrea (7.500), Somalia (3.000), aber auch aus Libyen, Tunesien, Ägypten, Marokko.



Kommentare (2)


MartinP 14. November 2013 um 20:10

Sicher, die Überbevölkerung ist einer der Gründe. Die illusorischen Versprechen der Schleuser, die ihre Dienste mit Sicherheit auch bewerben ein Weiterer.

Aber schon komisch, dass sie den gefährlichen Wasserweg auf sich nehmen, anstelle auf dem Landweg bsp. nach Ägypten, Iran, Saudi-Arabien etc. zu gehen. Woran mag das liegen?

Wenn diese Wirtschaftsflüchtlinge konsequent zurückgeschickt würden, und sich das herumspräche, dann hätten wir nicht so viele Tote zu beklagen!

Antworten

Achim Wolf 25. Oktober 2013 um 13:17

Der ursächliche Grund für immer mehr Flüchtlingswellen und das Elend dieser Menschen ist die weltweit exponentiell ansteigende Überbevölkerung. Es werden zu viele Menschen geboren, denen dann die Lebensgrundlagen für ein menschenwürdiges Leben fehlen. Wir sollten daher endlich nachdenken und nicht noch mehr Kinder in die Welt setzen, die dann hungern oder aus ihren Heimatländern flüchten müssen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Der Mensch sollte endlich vernünftig genug sein, sein Bevölkerungswachstum einzudämmen, sonst wird er die Natur und sich selbst zerstören.
Bitte unterschreiben Sie unsere Petition unter der weltgrössten Plattform change.org:
http://www.change.org/de/Petitionen/weltweite-geburtenregelungen-verbindlich-einf%C3%BChren-introduce-obligatory-worldwide-birth-controls

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