Skip to main content
Mittwoch, 17. Juli 2019

Libyen erwartet von USA wegen Kidnapping eines angeblichen Terroristen in Tripolis Erklärung

Für die deutschen Massenmedien ist es mal wieder ein großer angeblicher Erfolg im Kampf gegen den Terror, den US-Präsident Barack Obama nun erreicht habe, für die anderen – wozu die libysche Regierung gehört – ist es ein kriminelles Kidnapping von Bürgern in fremden Ländern. Denn mitten in Libyen haben nun US-Militärs gemeinsam mit dem F.B.I. und der C.I.A. einen Mann gekidnappt und außer Landes geschafft. Angeblich, behaupten die USA, habe man ein führendes Mitglied von Al Qaeda in Tripolis gekidnappt und in Gewahrsam genommen und sehe darin deshalb keinen Völkerrechtsverstoß.

Konkret geht es wohl, sagt die US-Regierung, um die militärische Gefangennahme von Nazih Abdul-Hamed al-Ruqai, bekannt auch als Abu Anas al-Lib. Er sei, sagt die US-Regierung, ein führender Kopf der Terrororganisation Al Qaeda. Weiter behaupten die USA, Nazih Abdul-Hamed al-Ruqai sei beispielsweise in Terroraktionen in Somalia verwickelt.

Während die USA sich im Recht glauben, sagten in Libyen Regierungsvertreter, sie duldeten auch durch US-Spezialeinheiten kein Kidnapping und keine Entführungen auf libyschem Boden, da Libyen ein souveränes Land sei und kein besetztes Territorium. Zudem forderte Libyen den US-Präsidenten Barack Obama (Demokraten) auf, Fakten rund um die Gründe für die Entführung und Festsetzung eines „in Tripoli lebenden Bürgers“ zu geben.

Auch wenn die USA selber einmal mehr ihren Kampf gegen den Terror hochhalten, so ist der Zorn über die amerikanische Aktion in Tripolis wohl spürbar, berichten Libyer. Denn die USA selber würden es niemals akzeptieren, dass irgendein anderer Staat auf amerikanischen Grund und Boden Menschen entführen oder „festnehmen“.

Die USA werfen Nazih Abdul-Hamed al-Ruqai vor, er wäre in ein kürzlichen Massaker in der Hauptstadt von Kenia, in Nairobi, verwickelt gewesen. Dabei sind über 60 Menschen in einem Supermarkt erschossen worden – darunter Briten, Franzosen und auch die Frau eines Diplomaten aus den USA.

Weiter sagten die USA, man habe mit dem jetzigen Kidnapping einen der „weltweit am meist gesuchten Terroristen“ in Gewahrsam genommen. Er befinde sich derzeit in US-Haft, teilte US-Kriegs- und Verteidigungsminister Chuck Hagel mit. Warum die USA, wie es üblich ist, nicht die libyschen Behörden um Rechtshilfe ersucht haben, ist nicht klar.

Erst vor zwei Jahren hatte die US-Regierung in einer ähnlichen James-Bond-Aktion den Terrorführer von Al Qaeda, Osama bin Laden, in Pakistan umgebracht. Auch diese Aktion hatte für monatelange Verstimmungen auf Seiten der pakistanischen Regierung gesorgt, da auch hier die USA die Souveränitätsrechte Pakistans vorsätzlich und erheblich missachtet haben. Auch damals erklärten die USA, der Zweck heilige hier die Mittel.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]