Skip to main content
Sonntag, 17. März 2019

Abhören Merkel Handy: Wie kriminell ist US-Präsident Barack Obama – Bild am Sonntag Bericht

Laut einem Bericht der Bild am Sonntag (Bams) ist das Ausmaß der Hackerangriffe und Stasiaktionen der US-Regierung unter Barack Obama weitaus schlimmer, als angenommen. So berichtet die Bams, wonach ein ranghoher Mitarbeiter der amerikanischen Stasibehörde NSA (National Security Agency) exklusiv der Bild am Sonntag berichtet habe, wonach US-Präsident Barack Obama persönlich eine Verschärfung der kriminellen Hackermaßnahmen auf das Handy der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkels (CDU) befohlen habe.

Damit könnte sich das Abhören von Merkels Handy immer mehr zu Obamas Handygate (Schlagzeile Bams) entwickeln. Niemand weiß heute, ob Obama das wirklich übersteht. Politisch dürfte er damit international verbrannt sein. Wir fragen uns: Wie kriminell ist der US-Präsident?

So berichtet die Bild am Sonntag auf Seite 1: „Obama ist seit 3 Jahren informiert. Er persönlich genehmigte Spionage gegen Merkel. Schon Schröder wurde abgehört.“ Wer die zur Axel Springer AG gehörende Bild am Sonntag kennt und die Macher hinter der Zeitung, der weiß: So eine Anti-USA-Schlagzeile hat für die zur Bild-Gruppe gehörende Bams fast schon historische Ausmaße. Möglich dürfte eine solche Geschichte nur durch direkte Involvierung höchster Gremien sein: Der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich sowie ihrer als sehr gut geltenden Kontakte zur Hauptaktionärin der Axel Springer AG, Friede Springer, sowie zum Vorstandschef Dr. Mathias Döpfner. Das bedeutet aber nichts anderes, als: Die Geschichte um das Abhören von Merkels Handy ist wahr – egal was das Weiße Haus verlautbart, egal wie es mit Lügen versucht, die diplomatischen Wogen zu glätten.

Ja, Obama hat in einem Akt maßloser Machtgeilheit die Moral komplett verloren und ist – wie in Starwars eindrucksvoll geschildert – in der Frage des würdevollen und respektvollen Umgangs mit Freunden, auf die Schwarze Seite der Macht hinabgeglitten. Dorthin, wo die Kriminellen sind. Jeder, der privat einen solchen Hackerangriff auf einen Staatschef durchführen würde, würde nach weltweit geltenden Rechtsstandards zu einer mehrjährigen Haft verurteilt werden. Nur Staatsmänner und ihre Helfeshelfer, die glauben, außerhalb jeglicher moralischer und juristischer Normen in Rechtsstaaten schweben zu können, würden als Präsident einen solch umfangreichen kriminellen Hackerangriff – der nicht nur vorübergehend, sondern offensichtlich dauerhaft, vorsätzlich und systematisch stattfindet – genehmigen.

In der Bild am Sonntag schreiben Michael Backhaus und Kayhan Özgenc: „…. aus Geheimdienstkreisen wurde der Präsident (Obama) 2010 von NSA-Chef Keith Alexander persönlich über die Geheimoperation gegen Merkel informiert.“ Die Bams schreibt weiter: „Obama hat die Aktion damals nicht gestoppt, sondern weiter laufen lassen“. Das habe der Sonntagszeitung von einem mit der NSA-Operation gegen Merkel vertrauter Geheimdienstmitarbeiter gesagt. Es darf davon ausgegangen, dass ein solcher Mitarbeiter in der obersten Etage der NSA sitzt oder saß.

Wie außer Rand und Band die US-Regierung sich entgegen jeglicher diplomatischer und rechtlicher Normen verhält, einem Schurkenstaat gleich, zeigt sich an dem weiteren Absatz, den die Bams publiziert: „… Später bestellte das Weiße Haus bei der NSA ein umfassendes Dossier über die Kanzlerin. Denn Obama, so der hochrangige NSA-Mann, traute Merkel nicht, wollte alles über die Deutsche wissen.“

Daraufhin, führt die Zeitung von Springers Bild-Gruppe weiter aus, habe auf persönliche Anweisung und Initiative von Obama der letztlich kriminelle Lausch- und Hackerangriff auf Angela Merkel sich stark erhöht. Das habe sich nicht nur auf das Partei-Handy der CDU-Chefin Merkel bezogen, sondern sogar selbst auf Merkels angebliches abhörsicheres Handy, das sie erst im Sommer 2013 erhalten hatte. „Für das hohe Interesse Obamas an den Lausch-Ergebnissen spricht auch: Die Erkenntnisse der NSA-Spezialisten gingen nicht, wie üblich, zunächst in die Geheimdienstzentrale in Fort Meade/Maryland, sondern direkt ins Weiße Haus in Washington“, schreibt die Bild am Sonntag weiter. Derzeit sei bekannt, wonach mindestens 18 NSA-Hacker direkt in Berlin ansässig wären.

Neben Merkels Handy und Telefonverkehr, sei auch, berichtet Bams weiter, das Handy von ihrem Vorgänger-Kanzler, Gerhard Schröder (SPD), abgehört und von den Amerikanern gehackt worden. Diese kriminellen Hackeraktionen habe bereits Obamas Vorgänger, US-Präsident George W. Bush (Republikaner), angeordnet. „Auslöser war das harte Nein des SPD-Kanzlers zur Teilnahme der Bundeswehr am Irak-Krieg im Wahljahr 2002“.

Selbst Martin Eisenlauer, der „Tech-Freak“ der Bams, schreibt in einem Kommentar: „Ich bin schockiert. Nicht, weil das Handy der Kanzlerin abgehört wurde. Sondern weil das Abhören so einfach war. Angela Merkel spricht und simst mit Handys, die man in jedem MediaMarkt kaufen kann. Sie nutzt ein Mobilfunknetz, in dem auch 30 Millionen andere Bundesbürger telefonieren, und verschlüsselt ihre Telefonate über ein Programm, das eine private Firma entwickelt hat…. Wie naiv darf man als Kanzlerin sein?“

Doch damit tut Eisenlauer Merkel Unrecht. Jeder, der sich mit Geheimdiensten, auch privaten Geheimdiensten, auskennt, weiß, dass es fast nicht möglich ist, sich komplett abzusichern. Die einzigen Handys, die einigermaßen abhörsicher sind, sind jene, die bereits verschlüsselt Telefonate übermitteln – der Preis wäre dann aber ein qualitativ schlechtes Gespräch. Doch, wie wir jetzt gelernt haben, können selbst verschlüsselte Gespräche und Emails geknackt werden.

Viele Firmen nutzen zur Verschlüsselung von Computern beispielsweise das Programm TrueCrypt. Das Programm gilt als knacksicher. Dennoch kann es eines nicht verhindern: Programmierer können auf jeden Bildschirm eines Computernetzes parallel und unbemerkt zugreifen und faktisch permanent sehen, was gerade welche Person am Bildschirm offen hat und liest. Und ob TrueCrypt tatsächlich nicht geknackt werden kann – wir warten ab.

Das geht in jeder Firma. Offiziell ist es zwar verboten, aber gemacht wird es trotzdem. Viele größere Firmen haben leicht über 50 Mitarbeiter in einer sogenannten Systek sitzen, der IT-Schaltzentrale. Faktisch kann jeder dieser Mitarbeiter auf alle Bildschirme einer Firma schauen. Dieses Prinzip gilt auch für den Deutschen Bundestag oder das Kanzleramt.

Wie exzessiv Handys oder Emails abgehört werden können, weiß jede Staatsanwaltschaft: Sie kann faktisch parallel unter Mitwirkung der Telekommunikationsanbieter Emails als Kopie gesendet mitlesen. Telefonate werden automatisch aufgezeichnet, sobald jemand redet.

Wer nicht möchte, dass sein Handy abgehört wird, der muss aus dem Handy die Batterie entnehmen, berichtet ein privater Geheimdienst aus der Schweiz dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com. Während die Batterie in Samsungs Galaxy Handy herausgenommen werden kann, ist das aber beispielsweise bei Apples iPhone schon gar nicht mehr möglich (Apple arbeitet zwangsweise auch mit der NSA zusammen). Als Alternative bleibt eines: Das Handy in eine Alufolie wickeln und möglichst noch in eine Metallbüchse legen (zum Beispiel eine Keksdose). Das blockiert die Abhörstrahlung. Ob ein Handy an ist oder aus, ob es im Flightmodus ist oder nicht, spielt keine Rolle. Faktisch kann jedes Handy zu einem unbemerkt eingeschalteten Mikrophon und Life-TV (Handykamera) umfunktioniert werden. Das gilt auch für jeden Computer (deshalb sollte wenigstens die Webcam stets zugeklappt sein).

Private Firmen versuchen sich, wie die Politik, vor Hacker- und Lauschangriffen zu schützen. Mit internen Telekommunikationsnetzen geht das eigentlich nicht, da sie zu offen sind. Bliebe als Alternative eine externe Firma, über die beispielsweise die Emails der Führungsetage laufen. Doch selbst wenn solche Emails verschlüsselt werden, so gibt es immer letztlich wenigstens eine Person, die das Programm zum Verschlüsseln kennt und damit verschlüsselte Dateien theoretisch auch wieder entschlüsseln könnte.

Deshalb ist unser Schock weniger, dass Merkel ein normales Handy nutzt. Denn auch US-Präsident Barack Obama hat einen Blackberry, der als recht sicher gilt. Ebenso nutzt die halbe föderale politische Führung Blackberrys, die als abhörsicher gelten. Doch es ist eben immer nur eine relative Abhörsicherheit.

Unser Schock gilt der Moral im Weißen Haus: Selten haben wir eine solche Maßlosigkeit im zwischenmenschlichen Umgang erlebt, wie in dem jetzigen Handygate. Es kann keine Freundschaft, kein Bündnis geben, in dem sich die Menschen auch auf höchster Ebene nicht Spielregeln unterwerfen. Der Schock gilt deshalb Barack Obama. Der Schock gilt ihm deshalb, da er scheinbar, wie schon sein Vorgänger George W. Bush, nicht mehr weiß, was sich gehört und was sich nicht gehört, was legal ist und kriminell.



Kommentare (2)


UnzufriedenerBürger 5. Juni 2014 um 14:01

Was mich an dieser ganzen Affaire besonders überascht und entnerft ist die Umgehensweise mit dem 100000 fachen verstoß gegen die Rechte Deutscher Bundesbürger der jetzt einfach unter den Teppich gekehrt wird. Aber das Handy UNSERER Angestellten Frau Merkel, DAS darf nicht abgehört werden…
Mir drängt sich schwer die Frage auf ob unsere Politiker überhaupt noch daran denken das Sie für uns Arbeiten und nicht umgekehrt.

Antworten

Kiat Gorina 28. Oktober 2013 um 8:11

Wie die SZ ausführlich berichtete, ist Merkel sehr sorglos mit dem Umgang mit Handys: So telefoniert sie die meiste Zeit mit einem ungeschützten Handy, obwohl sie ein besonders verschlüsseltes Handy benutzen sollte. Unglaublich – aber wahr! Da fällt mir Willy Brandt ein, der wegen eines Spiones in seinem persönlichen Umfeld zurücktrat. Da frage ich mich, wann tritt Merkel zurück! Sie ist doch ein wandelndes Sicherheitsrisiko! Wer weiß, wer da alles mithörte und mitlas?!

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Pixabay License / Pixabay License Sonntag, 10. März 2019

Palästinensische Politikerin Khalida Jarrar freigelassen

Amnesty International Deutschland teilte mit, wonach die bekannte palästinensische Politikerin und Parlamentsabgeordnete Khalida Jarrar am 28. Februar 2019 aus dem israelischen HaSharon-Gefängnis entlassen worden sei.

Die Politikerin habe 20 Monate, beziehungsweise 660 lange Tage, ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Verwaltungshaft verbracht. Nach ihrer Freilassung habe sich Khalida Jarrar bei Amnesty International und allen Unterstützer)nnen für ihren Einsatz mit den Worten bedankt

:

„Ich danke euch allen dafür, dass ihr euch für meine Rechte und für die Rechte anderer palästinensischer Gefangener einsetzt. Während meiner Zeit im Gefängnis hatte ich keinen Zweifel daran, dass die Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer von Amnesty weltweit erneut die willkürliche Verwaltungshaft anprangern und meine Freilassung fordern würden.“

Zudem habe sie gesagt: „Ich bin jetzt frei, doch mindestens 48 weibliche palästinensische Gefangene befinden sich nach wie vor in Israel hinter Gittern. Sie haben es unglaublich schwer und leiden sehr. Ich hoffe, dass Amnesty sich weiterhin für palästinensische Gefangene einsetzt und gegen das Unrecht ankämpft.“

Die Unterstützung und Mobilisierung solle bis zur Freilassung aller palästinensischen politischen Gefangenen fortgesetzt werden, erklärte die Politikerin

.

Am 2. Juli 2017 war Khalida Jarrar in ihrer Wohnung in Ramallah im besetzten Westjordanland festgenommen worden, so Amnesty International. Am 12. Juli 2017 habe dann der israelische Militärkommandant des Westjordanlandes sechs Monate Verwaltungshaft gegen sie angeordnet.

Die Haftanordnung sei seitdem dreimal verlängert worden: am 31. Dezember 2017, am 17. Juni 2018 und am 25. Oktober 2018.

Obwohl die maximale Haftdauer für eine Verwaltungshaftanordnung sechs Monate in Israel betrage, könne diese nach israelischem Recht aber beliebig oft verlängert werden.

Khalida Jarrar hat sich als palästinensische Parlamentarierin immer wieder kritisch zu den israelischen Besetzungen der palästinensischen Gebiete geäußert.

Zudem kritisiere sie die Zusammenarbeit der palästinensischen Behörden mit dem israelischen Militär im Sicherheitsbereich, so AI.

Die Palästinenserin werde wegen ihres politischen und menschenrechtlichen Engagements bereits seit Jahrzehnten von den israelischen Behörden „drangsaliert und eingeschüchtert“.

Seit 1998 dürfe sie Israel nicht mehr verlassen.

Palästinensische Politikerin Khalida Jarrar freigelassen Sonntag, 10. März 2019

Palästinensische Politikerin Khalida Jarrar freigelassen

Amnesty International Deutschland teilte mit, wonach die bekannte palästinensische Politikerin und Parlamentsabgeordnete Khalida Jarrar am 28. Februar 2019 aus dem israelischen HaSharon-Gefängnis entlassen worden sei.

Die Politikerin habe 20 Monate, beziehungsweise 660 lange Tage, ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Verwaltungshaft verbracht. Nach ihrer Freilassung habe sich Khalida Jarrar bei Amnesty International und allen Unterstützer)nnen für ihren Einsatz mit den Worten bedankt:

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]

Donnerstag, 29. November 2018

Mark Herbert in Rollstuhl geprügelt: Schläger aus Offenbach ‚Peter Brecht‘ in ‚Aktenzeichen XY… ungelöst‘ ist ein Fakename

Kommentar – Es ist schon bemerkenswert: Wenn ausländische Terroristen in Deutschland oder Frankreich Menschen umbringen oder Anschläge planen, stehen die Täter oder Tatverdächtigen meist mit komplettem Vor- sowie Nachnamen und ungepixeltem Bild in deutschen Medien. Wenn aber ein lokaler deutscher Serientäter, der seinen Mitbürgern lebensgefährliche Verletzungen zufügt, seine Mitbürger mit Killerattacken einschüchtert, Angst und Schrecken, blanken Horror, ja lokalen Terror […]