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Dienstag, 19. Juni 2018

Polonium und Mord bei Arafat angeblich nicht – Israel ist im Verdacht

Französische Wissenschaftler gaben am Dienstag bekannt, wonach der langjährige Palästinenser-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat (auch: Yasser Arafat oder ياسر عرفات‎) angeblich doch nicht mit radioaktivem Polonium vergiftet worden sei.

Der israelische Geheimdienst Mossad wird bis heute verdächtigt, Arafat heimtückisch umgebracht zu haben, um die Gründung eines Palästinenser-Staates doch noch zu verhindern. Erst vor wenigen Wochen hatten Schweizer Wissenschaftler vom Institut de Radiophysique der Universität Lausanne bestätigt, wonach sich in Arafats Kleidung und Zahnbürste eine ungewöhnlich hohe Dosis des radioaktiven Poloniums befunden habe.

Allerdings könne man, sagten die Schweizer Wissenschaftler, einen möglichen Polonium-Tod von Jassir Arafat weder eindeutig widerlegen noch bestätigen. Polonium kann man weder riechen, noch sehen, noch schmecken – deshalb ist es eine besonders heimtückische Mordwaffe, da faktisch kein herbeigerufener Arzt einen Tod mit Polonium in Verbindung bringt. Meist wird der Totenschein ausgestellt, welcher auf die angebliche Diagnose „normaler Tod“ verweist.

Ein Jahr vor Arafats Tod, 2003, hatte Israel versucht, Arafat aus Palästina zu verbannen – nach Nordafrika. Das war nur durch eine massive Intervention der UNO, also der Vereinten Nationen, verhindert worden. Zudem hatte Israel in „einem völkerrechtlich illegalen Akt“ (UNO) den Regierungssitz von Jassir Arafat komplett zerbombt. Israel hatte Arafat nie verziehen, dass er vor seiner Rolle als Präsident der Palästinenser gewaltsam gegen israelische Besatzungen gekämpft hatte.

Die Witwe von Arafat, Suha at-Tawil (arabisch ‏سهى الطويل‎), welche Experten unterschiedlichster Länder gebeten hatte, die Leiche von Arafat zu exhumieren und nach den Ursachen des Todes zu forschen, wird nun mit den Worten zitiert, wonach sie enttäuscht sei, dass auch die Untersuchungen der besten europäischen Wissenschaftler hinsichtlich radioaktiver Tötungen nicht einwandfrei die Todesursache ihres Mannes herausgefunden hätten. Der jetzige französische Befund spricht Israel von einer Schuld frei und ist Bestandteil einer offiziellen französischen gerichtlichen Untersuchung. Die Witwe von Arafat hatte gegen Unbekannt Anzeige wegen des Verdachts auf einen Mord gestellt.

Neben der Witwe Arafats hatte auch der Journalist Clayton Swisher in den Jahren 2011 und 2012 die Untersuchung des Todes Arafats noch einmal angestoßen und mit Arafats Witwe Kontakt aufgenommen. Die Mordthese wird auch von israelischen Politikern selbst unterstützt. So hatte sich dahingehend beispielsweise der israelische Journalist, Politiker und Friedensaktivist, Uri Avnery, entsprechend geäußert. Er ist am 10. September 1923 in Deutschland geboren worden und saß drei Legislaturperioden für insgesamt zehn Jahre als Parlamentsabgeordneter in der Knesset.

In einem Aufsatz schrieb der israelische Politiker Uri Avnery: „Vom ersten Augenblick an hatte ich nicht den leisesten Zweifel, dass Jassir Arafat ermordet worden ist. Es war eine einfache Frage der Logik. Auf dem Rückweg vom Begräbnis traf ich zufällig Jamal Zahalka, einen Abgeordneten von der nationalistischen Arabischen Balad-Partei in der Knesset, der ein hochqualifizierter promovierter Pharmazeut ist. Wir tauschten unsere Ansichten aus und kamen zum selben Schluss…“. Die komplette Stellungnahme des israelischen Journalisten finden Sie hier: Warum Israels damaliger Ministerpräsident (Ariel Sharon) Jassir Arafat vergiften ließ / Der Mord / Von Uri Avnery



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