Skip to main content
Mittwoch, 17. Juli 2019

Polonium und Mord bei Arafat angeblich nicht – Israel ist im Verdacht

Französische Wissenschaftler gaben am Dienstag bekannt, wonach der langjährige Palästinenser-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat (auch: Yasser Arafat oder ياسر عرفات‎) angeblich doch nicht mit radioaktivem Polonium vergiftet worden sei.

Der israelische Geheimdienst Mossad wird bis heute verdächtigt, Arafat heimtückisch umgebracht zu haben, um die Gründung eines Palästinenser-Staates doch noch zu verhindern. Erst vor wenigen Wochen hatten Schweizer Wissenschaftler vom Institut de Radiophysique der Universität Lausanne bestätigt, wonach sich in Arafats Kleidung und Zahnbürste eine ungewöhnlich hohe Dosis des radioaktiven Poloniums befunden habe.

Allerdings könne man, sagten die Schweizer Wissenschaftler, einen möglichen Polonium-Tod von Jassir Arafat weder eindeutig widerlegen noch bestätigen. Polonium kann man weder riechen, noch sehen, noch schmecken – deshalb ist es eine besonders heimtückische Mordwaffe, da faktisch kein herbeigerufener Arzt einen Tod mit Polonium in Verbindung bringt. Meist wird der Totenschein ausgestellt, welcher auf die angebliche Diagnose „normaler Tod“ verweist.

Ein Jahr vor Arafats Tod, 2003, hatte Israel versucht, Arafat aus Palästina zu verbannen – nach Nordafrika. Das war nur durch eine massive Intervention der UNO, also der Vereinten Nationen, verhindert worden. Zudem hatte Israel in „einem völkerrechtlich illegalen Akt“ (UNO) den Regierungssitz von Jassir Arafat komplett zerbombt. Israel hatte Arafat nie verziehen, dass er vor seiner Rolle als Präsident der Palästinenser gewaltsam gegen israelische Besatzungen gekämpft hatte.

Die Witwe von Arafat, Suha at-Tawil (arabisch ‏سهى الطويل‎), welche Experten unterschiedlichster Länder gebeten hatte, die Leiche von Arafat zu exhumieren und nach den Ursachen des Todes zu forschen, wird nun mit den Worten zitiert, wonach sie enttäuscht sei, dass auch die Untersuchungen der besten europäischen Wissenschaftler hinsichtlich radioaktiver Tötungen nicht einwandfrei die Todesursache ihres Mannes herausgefunden hätten. Der jetzige französische Befund spricht Israel von einer Schuld frei und ist Bestandteil einer offiziellen französischen gerichtlichen Untersuchung. Die Witwe von Arafat hatte gegen Unbekannt Anzeige wegen des Verdachts auf einen Mord gestellt.

Neben der Witwe Arafats hatte auch der Journalist Clayton Swisher in den Jahren 2011 und 2012 die Untersuchung des Todes Arafats noch einmal angestoßen und mit Arafats Witwe Kontakt aufgenommen. Die Mordthese wird auch von israelischen Politikern selbst unterstützt. So hatte sich dahingehend beispielsweise der israelische Journalist, Politiker und Friedensaktivist, Uri Avnery, entsprechend geäußert. Er ist am 10. September 1923 in Deutschland geboren worden und saß drei Legislaturperioden für insgesamt zehn Jahre als Parlamentsabgeordneter in der Knesset.

In einem Aufsatz schrieb der israelische Politiker Uri Avnery: „Vom ersten Augenblick an hatte ich nicht den leisesten Zweifel, dass Jassir Arafat ermordet worden ist. Es war eine einfache Frage der Logik. Auf dem Rückweg vom Begräbnis traf ich zufällig Jamal Zahalka, einen Abgeordneten von der nationalistischen Arabischen Balad-Partei in der Knesset, der ein hochqualifizierter promovierter Pharmazeut ist. Wir tauschten unsere Ansichten aus und kamen zum selben Schluss…“. Die komplette Stellungnahme des israelischen Journalisten finden Sie hier: Warum Israels damaliger Ministerpräsident (Ariel Sharon) Jassir Arafat vergiften ließ / Der Mord / Von Uri Avnery



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]