Skip to main content
Montag, 22. April 2019

Libanon will keine bewaffneten Desserteure aus Syrien / Annan gegen Militäreinsatz

libonon-tempel-kriegsberichterstattung-com

Seit gut einem Jahr sorgen syrische Armee-Desserteure im Verbund mit anderen Kämpfern für einen Bürgerkrieg in Syrien. Nach Lesart der meisten westlichen Medien gehe es bei den regierungsgegnerischen Gruppen um das Ziel des Aufbaus einer Demokratie. Doch zahlreiche Beobachter, auch kriegsberichterstattung.com, sehen eher den Sturz des christenfreundlichen syrischen Regimes um Präsident Baschar al-Assad als Ziel der Bürgerkriegsler.

Unterstützung dürften die Assad-Gegner von britischen, französischen und amerikanischen Geheimdiensten erhalten. Sie würden, ist mehreren Berichten zu entnehmen, über die türkische Grenze den syrischen Aufständischen Tausende scharfe Waffen, darunter Granaten, Raketenwerfer oder Maschinengewehre, liefern. Nach Schätzungen wurden damit möglicherweise schon einige Hundert syrische Soldaten umgebracht. Das heißt: Der Westen dürfte in die syrische Gewaltspirale direkt involviert sein, auch wenn er das offiziell abstreitet.

Unter den Desserteuren, die sich häufig in die Türkei oder den Libanon absetzen, sollen angeblich bereits bis zu sieben syrische Generäle sein. Allerdings hat der Libanon jetzt klar gemacht: Das Land dulde es nicht, dass bewaffnete Desserteure sich in den Libanon absetzten. Der Kommandeur der libanesischen Streitkräfte, General Jean Kahwadschi, sagte dem libanesischen Magazin „Al-Afkar“, dass jeder, der in Beirut um Bewegungsfreiheit für syrische Rebellen bitte, an der „falschen Türe“ klopfe. In den vergangenen Wochen wurden deshalb bewaffnete syrische Oppositionelle, die die Grenze zum Libanon überschritten hatten, von libanesischen Behörden verhaftet. Der Libanon gilt neben dem Iran als Verbündeter Syriens.

Derweil warnt der hoch anerkannte ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan vor einem Militäreinsatz der UNO oder NATO in Syrien. Im Gegensatz zu dem kriegstreiberischen aktuellen UNO-Generalsekretär, Ban Ki-moon, gilt Annan als brillanter Diplomat jenseits des Kriegspfades. Ban Ki-moon hat sich bislang als peinlichster UNO-Fehlgriff sei dem Bestehen des internationalen Gremiums in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts erwiesen. Er hat die UNO statt zu einem Ort der Diplomatie, in einen Ort zum Planen und Führen von Kriegen umfunktioniert.

Der Koreaner scheint nur die Sprache der Gewalt, aber nicht der Diplomatie, zu kennen. Annan ist Syrien-Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga. Er sagte, ein militärischer Eingriff werde das Problem in Syrien nur weiter verschärfen – wie wir es derzeit in Libyen erleben (dem Land droht die Spaltung), in Afghanistan oder dem Irak. Es sind alles Länder, in denen der Westen durch militärische Gewalt die Regierungen stürzte und die Länder nun nicht mehr in den Griff bekommt – teils seit Jahren.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]