Skip to main content
Freitag, 14. Juni 2019

Pakistan – Shan Odhor ist der erste ermordeter Journalist des Jahres 2014

Das neue Jahr war kaum wenige Stunden alt, da musste die International Federation of Journalists (IFJ) bereits den ersten getöteten Journalisten des Jahres 2014 vermelden: Der pakistanische Journalist Shan Odhor erlag in den frühen Morgenstunden des Neujahrstages seinen Schussverletzungen. Die IJF forderte die Pakistanische Regierung auf, den Mord an dem Journalisten umgehend aufzuklären. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) klagt über die zunehmende Gewalt gegen Journalisten weltweit und forderte die Bundesregierung auf, sich auf internationaler Ebene für eine sofortige strafrechtliche Verfolgung der Gewalt gegen Journalisten einzusetzen.

Odhor arbeite als Senior-Reporter für den Aaab Tak News Channel. Er befand sich am vergangenen Dienstag, 31. Dezember, gerade auf dem Heimweg, als er von unbekannten Tätern angeschossen wurde. Er wurde schwer verwundet ins Krankenhaus gebracht, wo er jedoch am nächsten Morgen seinen Verletzungen erlag.

Erst einen Tag zuvor hatte die IJF eine Liste der im Jahr 2013 getöteten und verletzten Journalisten und Medienschaffenden veröffentlicht. So verloren im vergangenen Jahr 108 Journalisten durch gezielte Angriffe gegen sie ihr Leben. 15 weitere Kollegen starben als Unbeteiligte während der Ausübung ihrer Arbeit in den Krisenregionen. Pakistan, so beklagt die IFJ, gehöre für Medienschaffende derzeit zu den gefährlichsten Ländern der Welt.

Nach den Protesten von IFJ Affiliate forderte auch die pakistanische Bundes-Union der Journalisten (PFUJ) die Regierung auf, ihre Bemühungen um die Sicherheit von Journalisten in dem Land zu verstärken. „Wir teilen unser tiefstes Mitgefühl mit der Familie und den Kollegen der angesehenen Journalistin Shan Odhor, der als erster Journalist des Jahres 2014 getötet wurde“, sagte IFJ-Präsident Jim Boumelha. „Wir rufen die Behörden in Pakistan auf, eine sofortige und gründliche Untersuchung seiner Ermordung einzuleiten und alle erforderlichen Maßnahmen zu unternehmen, um sicherzustellen, dass die Täter dieses schrecklichen Verbrechens gefasst und ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.“

In Reaktion auf die anhaltende Gewalt und Brutalität gegen Journalistenhat die IFJ im Oktober vergangenen Jahres eine Kampagne gestartet, die die Regierungen von Pakistan, Irak und Russland dazu aufruft, Morde an Journalisten zu untersuchen und Täter vor Gericht zu stellen. „Unsere Kampagne hat das Ende der Straflosigkeit von Gewalt gegen Journalisten zum Ziel ¬– gerade auch in Pakistan, das in den letzten Jahren eine der höchsten Todesraten bei Journalisten aufweist“, sagte Boumelha. „Wir glauben, dass der Mangel an Verantwortlichkeit die Gewalt gegen Journalisten in Pakistan verstärkt“. Dabei sei vor allem die Kultur der Straflosigkeit eine der Hauptursachen, warum Journalisten in dem Land in der Schusslinie blieben.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband weist auf die Liste der Gewalttaten gegen Journalisten hin, die die Internationale Journalisten-Föderation erstellt hat. „Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden, und zwar sofort“, so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Bundesregierung daher aufgefordert, sich auf internationaler Ebene für eine sofortige strafrechtliche Verfolgung aller Gewaltdelikte gegen Journalistinnen und Journalisten einzusetzen.

Der von der UN-Vollversammlung vor kurzem erst festgelegte Stichtag für das Ende der Strafreiheit am 2. November 2014 könne von Kriegs- und Bürgerkriegsparteien in Krisenländern derzeit gewissermaßen noch als ein Freibrief verstanden werden, Korrespondenten weiterhin als Zielscheiben zu missbrauchen, warnte der DJV-Bundesvorsitzende. Konken: „Es ist zu befürchten, dass die Jagd auf Journalisten in Krisenregionen bis zum 2. November unvermindert weiter geht“. Das jedoch sei durch nichts zu rechtfertigen.

IFJ-Liste der getöteten Journalisten 2013:

http://www.ifj.org/assets/docs/192/093/7c0fac0-6d91e5d.pdf



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Sonntag, 28. April 2019

Todesfall UKE Hamburg + Wollte Ärztin Psychopharmaka mit Gewalt in den Mund stopfen lassen?

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versinkt in einem Skandal. Wie die linksalternative Tageszeitung taz berichtet, habe sich ein unglaublicher Vorfall an der „Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ mit Todesfolge eines Patienten ereignet.[i] Für die psychiatrische Klinik des UKE verantwortlich wird auf der Homepage des UKE Klinikdirektor Univ-Prof. Dr. Jürgen Gallinat genannt.[ii] Der Arzt lässt sich auch auf der […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]