Kommentar – Deutschland wird von internationalen Einbrecherbanden überrollt und die Polizei und Staatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein hat scheinbar nichts anderes zu tun, als einen historischen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem riesen Rollkommando zu beschlagnahmen.

Dabei steht der kriegsuntaugliche Panzer seit Jahrzehnten nördlich von Kiel in einer Villa. Ein an historischen Waffen Interessierter hatte ihn schon vor Jahrzehnten erworben und in einem Privat-Museum im Keller im Örtchen Heikendorf nördlich von Kiel aufbewahrt.

Mit gleich zwei gewaltigen Bergepanzern der Deutschen Bundeswehr soll die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß standesgemäß angerollt sein, um den Waffennarr dingfest zu machen. Parallel wurden die Medien, wie es scheint, öffentlichkeitswirksam informiert. Neben dem Panzer in der Villa sollen angeblich weitere Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg in dem schmucken Haus gefunden worden sein – darunter soll sich angeblich auch ein Torpedo eines deutschen historischen U-Boots befinden.

Angeblich prüfe die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß nun gegen den Besitzer des historischen Panzers wegen einem möglichen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu ermitteln. Immerhin soll Birgit Heß mit 50 Ermittlern im Tross zur Villa angerückt sein.

Dabei ist der historische Panzer sicherlich deutschlandweit nicht das einzige erhaltene Exemplar aus dem Zweiten Weltkrieg. In nahezu jeder größeren deutschen Stadt gibt es noch ähnliche militärische museale Stücke aus dem Zweiten Weltkrieg.

Doch bislang ist nicht bekannt, liebe Frau Heß, dass hier jemand einen ernsthaften Krieg gegen die Bundesrepublik Deutschland oder sonst ein Land führen wollte. Ganz abgesehen davon ist nicht einmal klar, ob es ein Gesetzesverstoß ist, historisches militärisches Gerät zu besitzen. Dass ein Panzer in einem privaten Wohnhaus etwas surreales ist, das stimmt indes ganz gewiss.

Bei dem beschlagnahmten Panzer solle es sich jedenfalls um das Modell Panther handeln. Derweil wieß der Verteidiger des Panzer-Besitzers, welcher angeblich Ende 70 sein soll, die Vorwürfe der Kieler Staatsanwaltschaft zurück.

Der Anwalt Peter Gramsch sagte, der Panzer sei seit vielen Jahren demilitarisiert, was auch für die anderen gefundenen Waffen gelte. Deshalb könne man keinen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz feststellen. Außerdem sei der Panzer nördlich von Kiel bald seit Jahrzehnten bekannt gewesen. Bereits 1978 habe der Mann den Bürgern in dem Örtchen geholfen, als er während einer Schneekatastrophe mit dem Panzer durch Kitzeberg gejuckelt sei, erklärte der Orts-Bürgermeister Alexander Orth.

Wie es scheint, macht sich derzeit vor allem mal wieder die Kieler Staatsanwaltschaft lächerlich – mit einem völlig überzogenen Großeinsatz. Bereits vor einigen Jahren sorgte die Kieler Staatsanwaltschaft deutschlandweit für Kopfschütteln, als sie vergebens in einem irrwitzigen Szenario behauptete, sie sei felsenfest davon überzeugt, bald eine Leiche zu finden, welche die umstrittene Rockgruppe um die Helle Angels zu verantworten habe. Trotz tagelanger, wenn nicht wochenlanger medialer staatsanwaltschaftlicher Begleitmusik, kam hinterher raus: Außer viel heißer Luft konnte man nichts finden, was den gewaltigen polizeilichen Großeinsatz gegen die Hells Angels gerechtfertigt hätte.

 

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